Sonntag, Juni 7, 2026
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Polizei hielt Verdächtigen bereits vor tödlicher Zugattacke fest

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Schweigeminute nach Tod von Zugbegleiter (Archiv), via dts NachrichtenagenturKaiserslautern (dts Nachrichtenagentur) – Der mutmaßliche Täter, der nach Erkenntnissen der Polizei einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz zu Tode geprügelt haben soll, war offenbar am selben Tag schon einmal auffällig geworden.

Wie der „Spiegel“ berichtet, holten Bundespolizisten den 26-Jährigen um 11:50 Uhr in Kaiserslautern aus einem aus Frankreich kommenden TGV, weil er im Zug gegen eine Tür getreten hatte. Zugbegleiter hatten daraufhin die Behörden alarmiert.

Da die Tür unbeschädigt blieb und der Mann über ein Ticket verfügte, blieb der Vorgang für ihn jedoch offenbar ohne strafrechtliche Folgen. Am selben Tag wurde er gegen 17:45 Uhr in einem Regionalexpress in der Nähe von Landstuhl von einem 36 Jahre alten Zugbegleiter kontrolliert, der ihn wegen eines nun fehlenden Fahrscheins des Zuges verweisen wollte. Der Mann attackierte den Bahn-Mitarbeiter mit Faustschlägen, dieser starb später in einem Krankenhaus.

Der mutmaßliche Täter war in Luxemburg gemeldet. Die dortigen Behörden sollen ihn aber erst am Dienstag als „vermisste Person“ ausgeschrieben haben, sodass den deutschen Beamten am Tag der Tat noch keine Beschreibung des Mannes vorlag.


Foto: Schweigeminute nach Tod von Zugbegleiter (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Raimund springt zu zweitem deutschen Olympia-Gold

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Predazzo (dts Nachrichtenagentur) – Philipp Raimund hat bei den Olympischen Winterspielen 2026 im Skispringen auf der Normalschanze in Predazzo die Goldmedaille gewonnen.

Mit einem beeindruckenden Sprung auf 106,5 Meter sicherte sich der Deutsche den Sieg mit 274,1 Punkten. Raimund hatte im ersten Durchgang mit 102 Metern bereits vorgelegt.

Kacper Tomasiak aus Polen sprang ebenfalls beeindruckende 107 Meter und setzte sich zeitweise an die Spitze, bevor Raimund ihn wieder überholte. Für den Polen gab es am Ende Silber. Die drittmeisten Punkte erzielten der Japaner Ren Nikaido und der Schweizer Gregor Deschwanden.

Die deutschen Skispringer Felix Hoffmann und Andreas Wellinger konnten sich nicht auf den vorderen Plätzen einsortieren. Hoffmann landete auf dem dreizehnten Platz, während Wellinger den siebzehnten Rang belegte. Pius Paschke erreichte den 23. Platz. Trotz der starken Konkurrenz gelang es Raimund, die Goldmedaille für Deutschland zu sichern und damit das zweite Gold für das deutsche Team zu feiern.

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Philipp Raimund holt olympisches Gold im Skispringen

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Predazzo (dts Nachrichtenagentur) – Philipp Raimund hat bei den Olympischen Winterspielen Gold im Skispringen von der Normalschanze geholt. Die dts Nachrichtenagentur sendet in Kürze weitere Details.

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Reichinnek lehnt pauschales Social-Media-Verbot bis 16 Jahren ab

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Junge Leute mit Smartphones (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek spricht sich gegen ein generelles Nutzungsverbot Sozialer Medien für unter 16-Jährige aus.

„Ich bin persönlich kein Fan davon, dieses Verbot bis 16 umzusetzen“, sagte sie am Montag dem TV-Sender ntv. Jugendliche seien „sehr pfiffig“ und könnten das Verbot leicht umgehen. Technische Alterskontrollen etwa über Ausweisdaten sehe sie aber kritisch, weil man dann Daten preisgeben müsse. Die Verbotsdebatte greife deshalb zu kurz, stattdessen müsse stärker über die Macht großer Plattformen gesprochen werden.

Mit Blick auf Regulierung verweist Reichinnek auf europäische Vorgaben, wie zum Beispiel den Digital Services Act. „Der muss eigentlich vernünftig umgesetzt werden, also beispielsweise mit höheren Strafen.“ Außerdem brauche es Medienkompetenz, „nicht nur“ für Kinder und Jugendliche, sowie „mehr Jugendarbeit“. Das koste Geld, „aber ich finde, genau darüber müssen wir in dieser Diskussion auch mal sprechen“.

In der CDU wird ein Mindestalter für offene Plattformen weiter diskutiert. „Wir haben in der Antragskommission der Bundespartei auch über diesen Antrag beraten. Wir wollen den zur weiteren Diskussion überweisen, weil es eine laufende Diskussion gibt“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Digitalministerium Philipp Amthor. Es sei „richtig, dass wir das unter der Thematik des Kinder- und Jugendschutzes besprechen“. Soziale Netzwerke seien „auch als demokratisches Kommunikationsinstrument“ nutzbar, hätten aber „natürlich auch absolut negative Seiten“.

Amthor warnt zugleich vor vorschnellen Festlegungen. Ob 16 das „richtige Alter“ sei, sei offen, auch auf EU-Ebene gebe es andere Ansätze. Zudem gebe es technische Hürden: „Eine reine Verifikation mit `Ich klicke irgendwo` löst die Probleme nicht.“ Diskutiert werden solle das Thema „unter der Überschrift nicht zuallererst Zensur, Einschränkungen der Meinungsfreiheit, sondern Kinder- und Jugendschutz“.


Foto: Junge Leute mit Smartphones (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ökonomen zweifeln an Schulzes Bürgergeld-Vorstoß

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Sven Schulze (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Ökonomen warnen vor Hürden beim Vorstoß von Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze (CDU), Bürgergeld nur im Gegenzug für gemeinnützige Tätigkeiten zu zahlen.

Wirtschaftswissenschaftler Joachim Wolff vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, sagte der „Welt“, es sollte „nicht darum gehen, arbeitsmarktnahe Bürgergeldempfängerinnen und -empfänger einer Arbeitsgelegenheit zuzuweisen, wenn diese nach Arbeit suchen und auch Arbeit finden können. Dann hält sie die Teilnahme an Arbeitsgelegenheiten nur von der Aufnahme einer regulären Beschäftigung ab.“

Holger Schäfer, Arbeitsökonom beim Institut der deutschen Wirtschaft, sagte, die Idee, Transferleistungen nur für eine Gegenleistung in Form von Arbeit zu zahlen, sei einerseits ökonomisch effizient: „Der Anreiz, eine Beschäftigung zu suchen, steigt, weil man im Transferbezug auch nicht mehr arbeitsfreie Zeit hätte.“ Andererseits sehe auch er Schwierigkeiten: Erstens müssten solche Beschäftigungsgelegenheiten erst geschaffen werden. Dabei könne nicht ausgeschlossen werden, dass private Anbieter gleichartiger Leistungen verdrängt würden.

„Hinzu kommt zweitens, dass von den Leistungen die Kommune profitiert, für die Kosten aber der Bund aufkommt. Für die Kommune entsteht damit ein Fehlanreiz, Arbeitslose nicht in reguläre Beschäftigung zu vermitteln“, sagte Schäfer. Drittens zeigten die Erfahrungen mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, dass diese in der Regel nicht zu einer besseren Integration in reguläre Arbeit beitrügen.

Achim Brötel (CDU), Präsident des Deutschen Landkreistags und Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, verwies auf die bereits bestehende Möglichkeit sogenannter Arbeitsgelegenheiten – gemeinnützige Tätigkeiten gegen Entschädigungen. „Arbeitsgelegenheiten sind kein neues Instrument. Sie können schon jetzt von Landkreisen und Städten eingesetzt werden“, sagte Brötel der „Welt“. Unter Asylbewerbern etwa nähmen diese Tätigkeiten stetig zu. „Die Arbeitsgelegenheiten erhalten die Beschäftigungsfähigkeit, sorgen für eine sinnvolle Tagesstruktur und fungieren im Idealfall als Sprungbrett raus aus dem Sozialleistungsbezug.“ Brötel sagte weiter: „Wir brauchen mehr denn je konsequente Maßnahmen, um Beschäftigung auch einfordern zu können.“ Das betreffe auch das Bürgergeld. Die aktuelle Regelung, nach der Arbeitsgelegenheiten zusätzlich, im öffentlichen Interesse und wettbewerbsneutral sein müssen, sei „zu schwergängig“. „Da ist der Rechtsrahmen für Asylbewerber auf einem besseren Gesetzesstand.“


Foto: Sven Schulze (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax knackt wieder 25.000er-Marke – Hoffnung auf politische Klarheit

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Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Zum Wochenstart hat der Dax deutlich zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.014 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 1,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

„Zum Start in die neue Handelswoche überwiegt am deutschen Aktienmarkt nach dem Wahlausgang in Japan und den abnehmenden Spannungen im Nahen Osten der Optimismus“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „In Tokio hat die regierende LDP-Partei über 75 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten. Damit kann Premierministerin Takaichi quasi durchregieren.“

„Die Börse liebt klare politische Mehrheiten, der Nikkei sprang daraufhin erstmals über 55.000 Punkte auf ein neues Rekordhoch. Die abnehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sorgten zudem für wieder fallende Ölpreise. Mit diesem Rückenwind konnte auch der Dax an seine Gewinne vom Freitag anknüpfen und die 24.900er-Marke überspringen.“

„Insgesamt sind die Investoren über das Wochenende zwar wieder etwas zuversichtlicher geworden, dass die Phase der hohen Volatilität vorerst beendet sein könnte. Auch bei den zuletzt deutlich unter die Räder gekommenen Software-Aktien zeichnet sich zumindest mal eine Stabilisierung ab. Dennoch dürften die Sorgen vor immer höheren Investitionen einerseits und den disruptiven Einflüssen der Künstlichen Intelligenz in diesem und anderen Bereichen andererseits nicht so schnell verschwinden.“

„Auch deshalb war in Frankfurt heute lange Zurückhaltung angesagt, die Kauflaune für deutsche Aktien kam erst am Nachmittag wieder etwas zurück“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1895 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8407 Euro zu haben.

Der Goldpreis verzeichnete starke Zuwächse, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 5.076 US-Dollar gezahlt (+2,2 Prozent). Das entspricht einem Preis von 137,20 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 69,06 US-Dollar, das waren 1,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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CDU und SPD in Berlin planen umfassende Reform des Winterdienstes

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Schnee in Berlin (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem Winterchaos der vergangenen Wochen planen CDU und SPD in Berlin eine umfassende Reform des Winterdienstes auf Gehwegen.

Wie der „Tagesspiegel“ in seiner Dienstagsausgabe mit Bezug auf Koalitionskreise berichtet, sollen die derzeitigen Regeln zur Räumpflicht grundlegend überarbeitet werden. Hintergrund sind die bundesweit beachteten Probleme bei der Schneeräumung in der Hauptstadt.

Nach den Plänen der Koalition könnten künftig nicht mehr einzelne Grundstückseigentümer für das Räumen oder die Beauftragung eines Winterdienstes verantwortlich sein. Stattdessen ist eine zentrale Vergabe für bestimmte Stadtgebiete im Gespräch, die Kosten sollen auch weiterhin die Eigentümer tragen. Vorbild könnte das Prinzip sein, nach dem Schornsteinfeger in der Stadt beauftragt werden. Damit soll gewährleistet werden, dass Gehwege verlässlich und zügig von Schnee und Eis befreit werden.

Zuletzt waren in Berlin zahlreiche Menschen wegen Eis- und Schneeglätte auf zum Teil über Tage hinweg ungeräumten Gehwegen gestürzt, viele mussten mit Knochenbrüchen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Ältere und gehbehinderte Menschen mieden den Gang nach draußen, selbst der Handel verzeichnete einen Umsatzrückgang.


Foto: Schnee in Berlin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Werding gegen Gesundheitsbeitrag auf Dividenden oder Mieteinnahmen

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Martin Werding (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Wirtschaftsweise Martin Werding lehnt die von der SPD ins Spiel gebrachte Einführung eines neuen Gesundheitsbeitrags auf Dividenden, Zinserträge oder Mieteinnahmen ab.

„Damit würde man aus der heutigen Sozialversicherung ein Steuer-Transfersystem machen, das die bereits bestehende Umverteilung massiv ausweitet, viele sonstige Formen der finanziellen Vorsorge belastet und vom bestehenden Reformbedarf ablenkt“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).

Generell habe das deutsche Gesundheitssystem „ein Ausgabenproblem und kein Einnahmenproblem“. Daher seien Werding zufolge längerfristig orientierte Reformen nötig, „die für eine bessere und zugleich wirtschaftlichere Versorgung sorgen und damit den rasanten Anstieg von Ausgaben und Beitragssätzen der vergangenen Jahre dämpfen“.

Hierzu müsse „die Krankenhausreform konsequent umgesetzt werden, die Überbeanspruchung von Fachärztinnen und Fachärzten begrenzt und die Dynamik der Pharmausgaben eingefangen werden“. Dazu, sagte Werding weiter, reichten aber weder kurzfristige Leistungseinschränkungen, „noch hilft die Mobilisierung zusätzlicher Einnahmen“.


Foto: Martin Werding (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Waffengeschenke für Polen: Ischingers Vorschlag trifft auf Skepsis

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Wolfgang Ischinger am 09.02.2026, via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorschlag des Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, Polen Waffensysteme zu schenken, um dem Nachbarstaat Sorgen vor der Aufrüstung der Bundeswehr zu nehmen, trifft unter deutschen Politikern und Sicherheitsexperten auf Skepsis.

„Es mutet ein wenig bizarr, vielleicht sogar paternalistisch an, wenn man einem Land, das seit einigen Jahren sehr entschieden und erfolgreich dabei ist, eine der stärksten konventionellen Streitkräfte in der Nato aufzubauen, Waffensysteme schenken will“, sagte Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Bundeswehr-Universität München, der „Welt“. „Normalerweise machen wir das eher mit kleineren Staaten des globalen Südens im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative, die nicht über entsprechende Finanzmittel verfügen, um ihre Streitkräfte mit modernem Gerät auszustatten.“

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament, erinnert an die Äußerungen von Radoslaw Sikorski aus dem Jahr 2011, als der polnische Außenminister im Kontext der Euro-Krise sagte: „Ich habe weniger Angst vor einem starken Deutschland als vor einem schwachen“. Deshalb gelte, sagte Strack-Zimmermann der „Welt“: „Wir sollten uns also beim Aufbau einer gemeinsamen europäischen Verteidigung, und da wartet ganz Europa darauf, nicht ablenken, geschweige denn benutzen lassen – weder von der Handvoll derer, die behaupten, man müsse Angst vor sogenannter deutscher Dominanz haben, noch von den ewig Gestrigen, die aus rein innenpolitischen Gründen das polnische Narrativ der Reparationszahlungen füttern.“

Ablehnend gibt sich auch Thomas Erndl (CSU), verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag. „Eine starke Bundeswehr schützt Deutschland und seine Verbündeten. Unsere Anstrengungen gelten daher der materiellen und personellen Modernisierung der Streitkräfte – als sichtbarer Ausdruck deutscher Verantwortungsübernahme für die europäische Sicherheit, die wir gemeinsam mit unseren Partnern sicherstellen“, sagte Erndl der „Welt“. Das werde gerade in Osteuropa geschätzt. „Wenn wir alle unsere Anstrengung auf die schnelle Erweiterung unserer militärischen Fähigkeiten und damit die Garantie unserer europäischen Sicherheit legen, werden meines Erachtens historische Befindlichkeiten eher eine untergeordnete Rolle spielen.“

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetovic, sagte der „Welt“: „Die Analyse von Wolfgang Ischinger weist zu Recht darauf hin, dass Deutschland in den kommenden Jahren eine besonders große Verantwortung tragen wird – nicht zuletzt, weil die US-Regierung unter Trump ihre Bündnistreue zunehmend selbst infrage stellt. Europa muss deshalb den eigenen Beitrag innerhalb der Nato deutlich stärken.“ Aus historischer Sicht sei es nachvollziehbar, „dass einige unserer Partner, etwa Frankreich oder Polen, dabei mitunter Zurückhaltung zeigen. Vertrauen entsteht jedoch nicht durch symbolische Gesten wie militärische Geschenke, sondern durch verlässliche und enge Zusammenarbeit. Deshalb gilt es, bewährte Formate wie das Weimarer Dreieck konsequent zu vertiefen und weiterzuentwickeln.“

„Dieser schräge Vorschlag irritiert mehr, als dass er hilft“, findet die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen, Agnieszka Brugger. Es gehe um Vertrauen, Kooperation, Führung und Entschlossenheit: „Das kann man weder allein mit Geld noch mit Worten oder militärischer Hardware kaufen, das muss man sich mit Taten und Mut erarbeiten.“ Es sei zudem wenig hilfreich, „so eine befremdliche Idee dann auch noch mit der sehr sensiblen und schwierigen Frage rund um Reparationen zu vermengen“.

Auch sie nehme die besorgten Fragen von Partnern wahr, dass Deutschland militärisch und politisch zu dominant werden könnte in Europa, so Brugger. „Diese Sorgen beziehen sich gar nicht so sehr auf abstrakte Zahlen von Panzern, sondern hängen oft mit der Frage zusammen, ob die politischen Kräfte und das extreme Gedankengut wieder mehr Einfluss in Deutschland erhalten, die unsere Nachbarn und Freunde an die düstersten Kapitel der deutschen Geschichte erinnern“, sagte die Grüne.

Hans-Peter Bartels, Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, zeigt sich dagegen aufgeschlossen. Die Bundeswehr habe Probleme, ausreichend Personal für die bestellten Waffensysteme zu rekrutieren, deshalb sei Ischingers Vorschlag erwägenswert: „Polen verteidigt auch uns.“ Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hält die Idee ebenfalls „für grundsätzlich überlegenswert, aber nicht ausreichend, um das Misstrauen abzubauen. Wir können uns aus der Verantwortung, Europa zu verteidigen, nicht herauskaufen, indem wir nur ein paar Panzer verschenken“, sagte Kiesewetter der „Welt“.

Deutschland solle eher überlegen, so der Christdemokrat, eine „Vorwärtsstationierung von Material“ vorzunehmen, also in Polen und dem Baltikum zusätzlich Flugabwehrsysteme und weitreichende Wirkmittel zu deponieren. „Auch wäre es sinnvoll, ähnlich der deutsch-niederländischen Kooperation zum Beispiel eine deutsche Brigade oder mehrere Bataillone in die polnischen Streitkräfte zu integrieren“, so Kiesewetter. „Eine solche personelle Kooperation würde meines Erachtens wesentlich deutlicher machen, dass Deutschland seine Kampfkraft auch für unsere Partner im Bündnis einsetzt und nicht nur für die eigene Landesverteidigung vorhält.“


Foto: Wolfgang Ischinger am 09.02.2026, via dts Nachrichtenagentur

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Umzug des Bundespräsidenten verzögert sich

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Schloss Bellevue (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der für Frühjahr geplante Umzug von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem Präsidialamt in eine Zwischenunterkunft verzögert sich.

„Nach aktuellem Stand rechnen wir mit einer Übergabe des Gebäudes im Frühjahr und einem Umzug vor der Sommerpause“, sagte eine Sprecherin dem „Spiegel“. Ursprünglich sollten Steinmeier und das Präsidialamt schon im Frühjahr in die Interimsräumlichkeiten in Berlin-Moabit einziehen. Doch der ungewöhnlich harte Berliner Winter hält die Arbeiten an dem neuen Quartier auf.

„Die Witterungsbedingungen der vergangenen Wochen haben Auswirkungen auf den Baubetrieb und führen zu Verzögerungen bei der Fertigstellung“, heißt es. Der Einzug in die Räumlichkeiten dürfte mindestens um drei Monate nach hinten rücken: Avisiert war nach „Spiegel“-Informationen die Zeit rund um Ostern, statt April peilt man nun Juli an. Hintergrund des Umzugs sind notwendige grundlegende Sanierungsarbeiten an Schloss Bellevue, dem Gebäude des Präsidialamts und den Außenanlagen. Dafür sind nach bisherigem Stand rund fünf Jahre vorgesehen.


Foto: Schloss Bellevue (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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