Ölpreis rutscht unter 100-Dollar-Marke

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Frankfurt, 15. Mrz (Reuters) – Die schwindende Furcht vor Engpässen am Rohölmarkt hat den Ölpreis wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar pro Barrel gedrückt. Erst vergangene Woche hatte die Sorge vor Ausfällen wegen des Ukraine-Kriegs den Ölpreis über 130 Dollar getrieben. Neben der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts beschleunigten Spekulationen auf eine Aufhebung der Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor den Preisrutsch. Diese wurden durch eine Äußerung des russischen Außenministers Sergej Lawrow befeuert, derzufolge Russland so schnell wie möglich die Wiederaufnahme des Atomabkommens mit dem Iran wolle.

Nachdem die monatelangen Verhandlungen für eine Erneuerung des internationalen Atomabkommens von 2015 auf eine Einigung zusteuerten, hatte Russland zuletzt eine neue Hürde aufgebaut. Die Regierung in Moskau verlangte verbindliche Zusagen der USA, dass die wegen der Invasion in die Ukraine verhängten Sanktionen nicht die in dem Abkommen vereinbarte Zusammenarbeit Russlands mit dem Iran beeinträchtigten. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lawrows iranischem Amtskollegen in Moskau betonte dieser nun am Dienstag, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Ereignissen in der Ukraine und den Atomgesprächen in Wien gebe.

Für Entspannung sorgten auch die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine über einen Waffenstillstand. „Fakt ist, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Verknappung von Rohöl auf dem Weltmarkt gab“, betonte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. „Es gab nur die Spekulation darauf, dass es sich verknappen könnte.“ Das Öl in den Frachtschiffen werde nun so schnell wie möglich verkauft, um von den auskömmlichen Preisen zu profitieren.

Auch auf der Nachfrageseite rechneten Börsianer mit einem Dämpfer. Weil in China die Zahlen der Corona-Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert sind, fürchteten Investoren Rückschläge für das Wirtschaftswachstum durch neu verhängte Restriktionen. Vor diesem Hintergrund brach BrentLCOc1-Öl aus der Nordsee in der Spitze um 8,8 Prozent auf 97,44 Dollar pro Barrel ein. US-Rohöl der Sorte WTICLc1 verbilligte sich um bis zu 9,2 Prozent auf 93,54 Dollar je Barrel. Im Handelsverlauf begrenzte sich der Preisabschlag auf ein Minus von rund sieben Prozent.

Ölpreis rutscht unter 100-Dollar-Marke

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Titelfoto: Symbolfoto

Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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