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Samstag, Februar 4, 2023

Moskau meldet erneuten Beschuss von Flugplatz

Expertenmeinungen

UPDATE Kiew, 06. Dez – In Russland hat es nach Angaben örtlicher Behörden erneut einen Angriff mit Drohnen auf ein Ziel der militärischen Infrastruktur gegeben. Auf einem Flugplatz in der südwestrussischen Region Kursk geriet demnach bei einem Drohnenangriff ein Öltank in Brand. „Es gab keine Verletzten. Das Feuer ist lokal begrenzt. Alle Notfalldienste arbeiten vor Ort“, schrieb der Gouverneur der Region, Roman Starowoit, am Dienstagmorgen auf Telegram. Reuters konnte die Berichte zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die Region grenzt an die Ukraine.

Am Montag lagen bereits russische Angaben über zwei ähnliche Vorfälle vor. Laut der Regierung in Moskau griff die Ukraine zwei russische Luftwaffenstützpunkte weit im Landesinneren mit Drohnen an. Dabei seien drei Soldaten getötet worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Vier weitere Menschen seien verletzt, zwei Flugzeuge leicht beschädigt worden. Die Drohnen seien in geringer Höhe geflogen und von der Luftabwehr abgeschossen worden. Die betroffenen Militärflugplätze liegen Hunderte Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, auf einem sind Bomber der russischen Nuklearstreitkräfte stationiert. So weit im russischen Landesinneren gab es seit Kriegsbeginn noch keine Angriffe des ukrainischen Militärs. Die ukrainische Regierung äußerte sich zunächst nicht direkt dazu. 

Gemeldet wurden die Angriffe auf dem Stützpunkt Djagilewo in der Region Rjasan, 185 Kilometer südöstlich von Moskau. Dort soll es der amtlichen Nachrichtenagentur RIA zufolge bei der Explosion eines Tanklasters die drei Todesopfer gegeben haben. Zudem sei der Luftwaffenstützpunkt Engels in der Region Saratow 730 Kilometer südöstlich der Hauptstadt beschossen worden, der einer von zwei russischen Luftwaffenstützpunkten der strategischen Nuklearstreitkräfte ist. Die „New York Times“ zitierte einen ranghohen ukrainischen Vertreter mit der Aussage, die Drohnen bei den Angriffen am Montag seien von ukrainischem Gebiet aus gestartet worden. Mindestens einer der Angriffe sei zudem mit Hilfe von Spezialkräften vor Ort ausgeführt worden. 

MINDESTENS VIER TOTE BEI RAKETENBESCHUSS 

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, das ukrainische Militär habe versucht, die Kampfhandlungen der russischen Langstreckenluftwaffe durch einen Terrorakt zu stören. Dennoch sei es Russland am Montag erneut gelungen, die ukrainische Militär- und Energieinfrastruktur anzugreifen. Dabei seien alle 17 anvisierten Ziele getroffen worden. Die Ukraine erklärte dagegen, mehr als 60 von über 70 abgefeuerten russischen Raketen seien abgeschossen worden. Mindestens vier Menschen seien allerdings bei den Angriffen getötet worden, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit.

„In vielen Regionen wird es Notfall-Blackouts geben müssen“, sagte Selenskyj in seiner nächtlichen Videobotschaft mit Blick auf die prekäre Lage der Energieversorgung. „Wir werden alles dafür tun, Stabilität wiederherzustellen.“ In der Region Kiew blieb offiziellen Angaben zufolge rund die Hälfte der Einwohner nach russischen Raketenangriffen weiterhin von der Stromversorgung abgeschnitten. Zuletzt hatte Russland immer wieder gezielt die Energie- und Wasserversorgung in der Ukraine mit Raketen attackiert, nachdem sich die russischen Bodentruppen aus einigen besetzten Gebieten hatten zurückziehen müssen. 

Die Ukraine und der Westen werfen Russland angesichts des nahenden Winters vor, Kälte als Waffe einzusetzen. Russland weist dies zurück. Nach Darstellung des Chefs des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, verfügen die russischen Streitkräfte noch über ausreichend Präzisionsraketen für mehrere große Luftangriffe. Allerdings neigten sich die Vorräte dem Ende zu. 

„DIE KRIM AUCH“ 

Im Osten der Ukraine gingen die Kämpfe am Boden unterdessen unvermindert weiter. Das ukrainische Militär teilte am Dienstag mit, die Streitkräfte hätten in der Region Donezk in den vergangenen 24 Stunden russische Angriffe auf sieben Ortschaften zurückschlagen können. Dazu gehöre auch die Stadt Bachmut. Der Governeur von Donezk, Pawlo Kyrylenko, sagte im ukrainischen Fernsehen, es seien nur noch rund 12.000 Menschen in Bachmut. Vor dem Krieg hatte die Stadt 80.000 Einwohner. Gas und Strom gebe es nicht. 

Nach Informationen vom Dienstag besuchte Selenskyj die Truppen an der Frontlinie im Osten des Landes und würdigte deren Verdienste. „Danke für die Widerstandsfähigkeit und die Stärke, Ihr seid der Vorposten unserer Unabhängigkeit“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Der Beitrag wurde begleitet von Videomaterial, auf dem der Präsident im Donbass Soldaten trifft und ihnen Auszeichnungen verleiht. „Ich denke, das nächste Mal werden wir uns in unserem ukrainischen Donezk und Luhansk treffen“, sagte Selenskyj in Anspielung darauf, dass die beiden Provinzhauptstädte schon seit 2014 von pro-russischen Separatisten besetzt sind und die zwei gleichnamigen Regionen von Russland völkerrechtswidrig annektiert wurden. „Ich bin sicher, die Krim auch“, fügt er mit Blick auf die 2014 von Russland annektierte ukrainische Halbinsel hinzu. 

Moskau meldet erneuten Beschuss von Flugplatz

Quelle: Reuters

Titellfoto: Copyright [Subbotina] /Depositphotos.com

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