Marktforscher-Fusion – GfK wird von Rivalen NielsenIQ geschluckt

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München, 01. Jul (Reuters) – Das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK wird an den größeren US-Konkurrenten NielsenIQ verkauft. Fünf Jahre nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR geht das Unternehmen mit 8000 Mitarbeitern damit mehrheitlich an die US-Beteiligungsfirma Advent International, die NielsenIQ im vergangenen Jahr aus dem Medienforschungs-Unternehmen Nielsen herausgelöst hatte. Advent hält an dem fusionierten Marktforschungs-Riesen die Mehrheit. KKR und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) – vormals als GfK-Verein bekannt – bleiben mit jeweils einem signifikanten Minderheitsanteil an Bord, wie NielsenIQ und GfK am Freitag mittelten. Die GfK werde bei dem Verkauf mit rund 2,5 Milliarden Dollar bewertet, sagten zwei Insider. Das hatte zuvor auch das „Handelsblatt“ berichtet.

Beim Einstieg von KKR hatten die GfK-Aktionäre ein Angebot bekommen, das einem Börsenwert von 1,6 Milliarden Euro entsprach. Seither hielt KKR knapp die Hälfte der Anteile, der Rest lag beim NIM. Unter dem Einfluss des Investors wurde die 1934 als Gesellschaft für Konsumforschung gegründete GfK stark umgebaut, unrentable Bereiche wie die Auftragsforschung für einzelne Kunden wurden verkauft. Heute schreibt das Unternehmen bei einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro wieder schwarze Zahlen. „GfK hat in den vergangenen Jahren erfolgreich eine digitale Transformation zu profitablem und nachhaltigen Wachstum vollzogen“, sagte Finanzchef Lars Nordmark. Der Zusammenschluss mit Nielsen sei der „nächste logische Schritt“. Wenn Advent in einigen Jahren wieder aussteigt, könnte der fusionierte Konzern Insidern zufolge an die New Yorker Börse gebracht werden.

Bekannt ist die GfK vor allem für ihren Konsumklima-Index, einem der wichtigsten Barometer für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Sie misst aber auch die Fernseh-Einschaltquoten und ermittelt die Musikcharts. Geld verdient sie aber vor allem mit Daten und Analysen für Hersteller von langlebigen Gütern wie Fernsehern oder Kühlschränken. NielsenIQ ist bei kurzlebigeren Konsumartikeln wie Lebensmitteln oder Drogerieartikeln stark.

Beide ergänzten sich nicht nur, was die Zielgruppen angeht, sondern auch regional, hieß es in der Mitteilung. Die GfK ist in 67 Ländern, vor allem in Europa, vertreten, NielsenIQ ist in den USA stark und in 90 Ländern aktiv. Trotzdem muss die Übernahme von den Wettbewerbsbehörden geprüft werden. „Die Kombination gibt uns die Gelegenheit, das Wachstum deutlich zu beschleunigen“, sagte Advent-Deutschland-Chef Ranjan Sen dem „Handelsblatt“. Die Branche wächst gerade zusammen: Auch die US-Marktforscher IRI und NPD wollen zusammengehen.

Advent hatte im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Dollar für die Konsumforschungs-Sparte von Nielsen gezahlt. Der aktivistische Investor Elliott hatte eine Aufspaltung gefordert. Nielsen konzentrierte sich seither auf die Medienforschung. In diesem Frühjahr wurde das verbleibende Unternehmen für rund 16 Milliarden Dollar an Elliott und den kanadischen Vermögensverwalter Brookfield verkauft.

Marktforscher-Fusion – GfK wird von Rivalen NielsenIQ geschluckt

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