Marktentwicklungen 2. März 2022

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Update 17:16 Uhr

02. Mrz (Reuters) – Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen in der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

SULZER SUN.S – Zürich: Der Schweizer Maschinenbauer fährt wegen des Krieges in der Ukraine sein Geschäft mit Russland zurück. Dies gelte insbesondere für Lieferung nach Russland, teilte Sulzer mit. Das vollständig im Land selbst betriebene Service-Geschäft werde fortgeführt. Sulzer betreue Infrastruktur-Betreiber im Energie- und Wassermarkt wie die Stromversorgung für Krankenhäuser und wolle dazu beitragen, dass die Bevölkerung diese Dienstleistungen weiterhin in Anspruch nehmen könne. 2021 seien knapp drei Prozent der konzernweiten Bestellungen auf Russland entfallen. Sulzer beschäftige in dem Land rund 300 Mitarbeiter. In der Ukraine sei Sulzer nicht vertreten.

GOOGLE GOOGL.O – Bangalore: Der Fitnessarmband-Hersteller Fitbit hat mehr als eine Million seiner Ionic-Uhren zurückgerufen. Das teilt die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC mit. Zuvor hatte es mehr als 170 Berichte von Verbrennungen – auch dritten und zweiten Grades – durch überhitzte Batterien gegeben. Laut Fitbit machen die nun zurückgerufenen Uhren weniger als 0,01 Prozent aller verkauften Einheiten aus. Es sei ein freiwilliger Rückruf, der keine anderen Geräte betreffe. Rund eine Million der betroffenen Uhren sei in den USA verkauft worden, etwa 693.000 international. Inzwischen ist die Ionic-Produktion eingestellt worden. Der US-Technologieriese Google hatte Fitbit im vergangenen Jahr übernommen. 

CITIGROUP C.N – New York: Die drittgrößte US-Großbank hat sich für die kommenden Jahre neue Finanzziele gesetzt. Mittelfristig werde eine Eigenkapitalrendite von elf bis zwölf Prozent angestrebt, teilte Citigroup mit. Das Ertragswachstum solle jährlich vier bis fünf Prozent betragen, herbeigeführt von Zuwächsen im Firmenzahlungsverkehr und im globalen Vermögensmanagement. Die Kosten werden 2022 voraussichtlich um fünf bis sechs Prozent steigen, ohne Berücksichtigung der Auswirkungen von Veräußerungen. Im ersten Quartal 2022 strebt die Bank Dividendenausschüttung von fast einer Milliarde Dollar an. Der Krieg in der Ukraine geht jedoch auch nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei. Das Gesamtengagement in Russland belaufe sich auf fast zehn Milliarden Dollar, deutlich höher als das, was die Bank früher kommuniziert hatte.

ABB ABBN.S – Zürich: Der Schweizer Elektrotechnikkonzern fährt das Geschäft in Russland, der Ukraine und Weißrussland zurück. „Vor dem Hintergrund von Herausforderungen in der Lieferkette und bei der Logistik hat ABB die Annahme von neuen Aufträgen sowie Aktivitäten, die abhängig sind von Lieferungen von und nach Russland, der Ukraine und Weißrussland, ausgesetzt“, teilte der Konzern mit. ABB habe in Russland 2021 ein bis zwei Prozent seines Konzernumsatzes erwirtschaftet. In der Ukraine verfüge das Unternehmen über eine sehr geringe Präsenz. Die Auswirkungen der Krise auf das eigene Geschäft hingen von der Entwicklung der Sanktionen und möglichen Gegensanktionen ab und seien zum aktuellen Zeitpunkt schwer vorauszusagen. ABB werde die geltenden Exportkontrollvorschriften und Sanktionsgesetze einhalten, sobald diese in Kraft träten.

ITA Airways – Rom: Die restrukturierte italienische Staatsairline kann nach einem Beschluss des Rechnungshofes allen Interessenten an einem Einstieg in das Unternehmen seine Geschäftszahlen offen legen. Die LufthansaLHAG.DE will zusammen mit dem Reedereikonzern MSC eine Mehrheit von ITA übernehmen. Die beiden Unternehmen hatten Ende Januar um eine Frist von 90 Tagen gebeten, in der exklusive Verhandlungen laufen sollten. Die italienische Regierung entschied sich aber dafür, die Tür zu anderen potenziellen Bietern nicht zuzuschlagen.

EXXON MOBIL XOM.N – Der US-Ölkonzern hat bei seinen Sparplänen eine Schippe draufgelegt. Der Vorstand will bis 2023 jährliche Kostenreduzierungen von neun Milliarden Dollar erreichen und damit drei Milliarden mehr als zuvor. So soll das Ziel erreicht werden, die Rendite zu verdoppeln und den Gewinn zu steigern, teilte Exxon mit. Der Vorstand bekräftigte zudem seine Pläne, in diesem Jahr zwischen 21 und 24 Milliarden Dollar und bis 2027 zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar pro Jahr zu investieren und einen großen Teil dieses Geldes in CO2-arme Projekte zu stecken.

IAG ICAG.L – London: Der Mutterkonzern von British Airways und Iberia muss angesichts der Erholung in der Luftfahrt von der Corona-Krise kein frisches Kapital aufnehmen. „Wir haben im Moment keinen Plan für eine Bezugsrechtsemission, weil wir unter den derzeitigen Umständen die Erholung des Geschäfts und das hohe Buchungsniveau sehen“, sagte IAG-Chef Luis Gallego Reuters. Das geschäftliche Umfeld sei zwar weiterhin sehr unsicher und starken Schwankungen ausgesetzt. Doch der britisch-spanische Luftfahrtkonzern wolle weiterhin den Wert für die Aktionäre maximieren. IAG hat nach dem Geschäftseinbruch in fast zwei Jahren Corona-Krise Nettoschulden von 11,7 Milliarden Euro.

FLUGHAFEN WIEN – Wien: Österreichs größter Flughafen ist im vergangenen Jahr trotz der gedämpften Reiselust aufgrund der Corona-Pandemie wieder in die schwarze Zahlen zurückgekehrt. Unter dem Strich wurde ein Gewinn von 6,1 Millionen Euro erzielt nach einem Verlust von 75,7 Millionen Euro im Jahr davor, teilte das Unternehmen mit. Die Erlöse stiegen auf 407,0 (333,7) Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebitda) hat sich auf 153,7 (54,1) Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Ukraine-Krieg erhöhe die Unsicherheit über die künftige Entwicklung, erklärte der Flughafen. Für den Sommer werde jedoch mit einem deutlichen Passagierzuwachs gerechnet. In Wien werden rund 17 Millionen Passagiere erwartet, für die Gruppe rund 21 Millionen. Die Erlöse sollten 2022 auf rund 560 Millionen Euro steigen, das Ebitda bei zumindest 172 Millionen Euro liegen. Der Nettogewinn wird bei mindestens 20 Millionen Euro erwartet.

HYUNDAI MOTOR – Seoul: Der südkoreanische Autobauer will bis 2030 95,5 Billionen Won (72 Milliarden Euro) investieren. 19,4 Billionen Won entfielen auf die Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Ende 2020 hatte Hyundai angekündigt, bis 2040 einen Anteil am globalen Markt für E-Autos von acht bis zehn Prozent erreichen zu wollen. Gemessen am Umsatz zählt der Autokonzern zusammen mit seiner Tochter Kia 000270.KS weltweit zu den zehn größten Autoherstellern.

SIXT – München: Der Autovermieter ist mit einem Rekordgewinn in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Gewinn vor Steuern lag im vergangenen Jahr dank steigender Mietwagen-Preise mit 442,2 (2020: minus 81,5) Millionen Euro am oberen Rand der eigenen Erwartungen, wie Sixt mitteilte. Der Umsatz schnellte um 49 Prozent auf 2,28 Milliarden Euro, im vierten Quartal belief sich der Zuwachs sogar auf 85 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet Europas größter Autovermieter mit einem weiter steigenden Umsatz und einem Gewinn vor Steuern von 380 bis 480 Millionen Euro.

JUST EAT TAKEAWAY – Amsterdam: Der Lieferando-Eigner macht angesichts höherer Verluste seine Geschäfte in Norwegen und Portugal zum 1. April dicht. Man wolle sich auf die Länder konzentrieren, wo man Marktführer sei, um profitabel zu werden, teilte Just Eat Takeaway.com mit. Trotz gestiegener Umsätze rutschte der Essenslieferdienst im vergangenen Jahr in die roten Zahlen. Auf vergleichbarer Basis fiel ein bereinigter Betriebsverlust (Ebitda) von 350 Millionen Euro an nach einem Betriebsgewinn von 363 Millionen Euro im Vorjahr. Die Erlöse kletterten um 33 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

SHOP APOTHEKE – Düsseldorf: Gestiegene Abschreibungen haben der Online-Apotheke 2021 einen höheren Verlust eingebrockt. Das operative Ergebnis (Ebit) betrug minus 65,7 Millionen Euro nach minus 0,9 Millionen im Vorjahr. Netto lag der Fehlbetrag bei 74,2 (Vojahr: minus 16,8) Millionen Euro. Der Vorstand begründete die Abschreibungen in Höhe von 27,0 (16,1) Millionen Euro mit der Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums, Unternehmenszukäufen sowie erhöhten IT-Investitionen. Der Umsatz legte um 9,5 Prozent zu und übertraf die eine Milliarden-Umsatzgrenze. Für 2022 kündigte der Vorstand ein Umsatzplus von 15 bis 25 Prozent an und eine bereinigte Ebitda-Marge von minus 1,5 Prozent bis plus 1,5 Prozent nach minus 0,5 Prozent im Jahr 2021. 

KÜHNE+NAGEL – Zürich: Der Schweizer Logistikkonzern setzt mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres alle Importlieferungen in die Russische Föderation aus, wie es in einer Information an die Kunden hieß. Von der Maßnahme ausgenommen seien Pharma-, Gesundheits- und humanitäre Transporte.

KÜHNE+NAGEL – Zürich: Die starke Nachfrage nach Transportdienstleistungen hat dem Schweizer Logistikkonzern 2021 einen Gewinnsprung beschert. Unter dem Strich verdiente Kühne+Nagel 2,2 Milliarden Franken, 173 Prozent mehr als 2020. Die Dividende solle auf zehn Franken je Aktie kräftig angehoben werden. Für das laufende Jahr seien die Geschäftsaussichten bisher günstig gewesen; die Kriegshandlungen Russlands hätten allerdings die Unwägbarkeiten weltpolitischer Entwicklungen aufgezeigt, deren Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen noch nicht zu überblicken seien.

Marktentwicklungen 2. März 2022

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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