Lauterbach rechnet mit langem Kampf gegen Corona und mahnt zur Vorsicht

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Berlin, 18. Feb (Reuters) – Trotz des Rückgangs der Infektionszahlen rechnet die Bundesregierung noch mit einem jahrelangen Kampf gegen das Coronavirus. „Wir werden noch sehr lange mit der Pandemie zu tun haben werden“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag in Berlin. Denkbar sei ein Zeitraum von zehn Jahren. Es werde immer wieder auch schwere Ausbrüche mit Todesfällen geben.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) warnte: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass es noch weitere Covid-Wellen geben wird“, sagte RKI-Vize-Chef Lars Schaade. Man wisse nicht, wie sie sich auswirken würden, der beste Schutz sei aber auf jeden Fall die Impfung. Diese helfe auch das Risiko und die Zahl der Long-Covid-Fälle zu reduzieren, sagte der Immunologe Michael Meyer-Hermann.

Nach Rekordständen bei den Infektionen in der Omikron-Welle gehen diese seit einigen Tagen zurück. Das RKI meldete am Freitag gut 220.000 positive Tests binnen 24 Stunden. Das sind rund 20.100 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 1372 von 1385 am Vortag. 264 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Lauterbach wertete die Entwicklung als positiven Trend: „Ich glaube, wir haben den Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten.“ Die Maßnahmen gegen die Fallzahlen hätten zudem gewirkt.

Die zentrale Aufgabe sei der Schutz der Älteren gewesen. Daher habe man relativ niedrige Sterbezahlen im Vergleich zu anderen Ländern. Er warnte aber: „Wir sind noch nicht wirklich in sicheren Gewässern.“ Die Zahlen könnten bei übertriebenen Lockerungen auch schnell ansteigen. Die Bundesländer müssten zurückhaltend bleiben. „Das ist alles auf Kante genäht.“ Was beschlossen sei, sei das meiste, was man sich an Lockerungen erlauben könne.

Lauterbach
© BMG/Thomas Ecke

Bund und Länder hatten diese Woche beschlossen, ab 20. März die meisten Einschränkungen in der Pandemie auszuheben, wenn die Lage dies zulasse. Danach soll ein „Basisschutz“ gelten, der etwa eine Maskenpflicht, aber auch Testvorschriften sowie weitergehende Maßnahmen für Corona-Hotspots erlauben soll. Nach dem erwarteten starken Rückgang der Fallzahlen wird ab Herbst wieder mit einem Anstieg gerechnet. Lauterbach sprach sich daher erneut für eine Impfpflicht aus. Aus dem Bundestag heraus gibt es mehrere parteiübergreifende Gruppenanträge, die die Pflicht in unterschiedlicher Ausprägung vorsehen.

Diese greift noch im März bereits für Mitarbeiter in Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Zur Umsetzung soll dafür auch der sogenannte Tot-Impfstoff Novavax eingesetzt werden, von dem laut Lauterbach in der nächsten Woche die ersten 1,4 Millionen Dosen erwartet werden. Novavax gilt als Möglichkeit, auch Impfskeptiker von einer Immunisierung zu überzeugen. 

Lauterbach rechnet mit langem Kampf gegen Corona und mahnt zur Vorsicht

Fotos: © BMG/Thomas Ecke

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