Kriegsschiffe belauern sich in Taiwanstraße – Grenzlinie überschritten

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Taipeh, 07. Aug (Reuters) – Chinesische Kriegsschiffe haben Insidern zufolge am Sonntag bei ihren Militärübungen erneut die inoffizielle Pufferzone zu Taiwan überschritten. Jeweils etwa zehn Kriegsschiffe kamen sich in der Taiwanstraße nahe, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Dabei hätten chinesische Militärboote die inoffizielle Grenzlinie in der Mitte der vielbefahrenen Schifffahrtsstraße überschritten. Ein Beobachter beschrieb die Manöver als „Katz- und Mausspiel“ auf hoher See. „Die eine Seite versucht zu kreuzen, und die andere Seite stellt sich in den Weg.“

Taiwan erklärte, seine landgestützten Anti-Schiffs-Raketen und seine Patriot Boden-Luft-Raketen seien in Bereitschaft. Auch F-16-Kampfflugzeuge mit modernen Flugabwehrraketen seien unterwegs. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte Fotos von Harpoon-Schiffsabwehrwaffen, die auf ein Schiff geladen wurden.

China begann am Donnerstag sein Manöver – nur einen Tag nach dem Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan. Die Volksrepublik hat dabei am Samstag nach Angaben der Regierung von Taiwan einen Angriff auf den Inselstaat simuliert. Chinesische Flugzeuge seien am Morgen in der Taiwanstraße im Einsatz gewesen, wie das Verteidigungsministerium in Taipeh mitteilte. Für mehrere Minuten überquerten demnach einige von ihnen die inoffizielle Grenzlinie in der Mitte der vielbefahrenen Schifffahrtsstraße. Solche Aktionen werte Taiwans Militär als Teil eines simulierten Angriffs auf die Hauptinsel Taiwan. Chinas Einsatzkommando Ost teilte mit, das Manöver sei wie geplant nördlich, südwestlich und östlich Taiwans fortgesetzt worden. Der Fokus liege darauf, die Angriffsfähigkeiten zu Lande und zur See zu testen. Die USA kritisierten Chinas Vorgehen scharf.

Die chinesischen Übungen konzentrierten sich auf sechs Orte rund um die Insel, die die Volksrepublik für sich beansprucht. Sie sollten bis Sonntagmittag andauern, wie die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua Woche berichtete. Bislang gab Peking nicht bekannt, ob die Übungen beendet wurden. Taipeh sah sich nicht in der Lage zu überprüfen, ob China die Übungen eingestellt habe. Künftig plane China regelmäßige Manöver östlich der Mitte der Straße von Taiwan, berichtete das staatliche chinesische Fernsehen unter Berufung auf einen Berichterstatter. Was genau mit „regelmäßig“ gemeint ist, blieb zunächst unklar.

„ERHEBLICHE ESKALATION“

Der Status Taiwans, das nur von wenigen Ländern als unabhängig anerkannt wird, ist einer der Hauptkonfliktpunkte zwischen den USA und China. China erachtet Taiwan als Teil seines Territoriums. Die USA unterhalten zwar wie viele andere Staaten mit Rücksicht auf die Volksrepublik China keine formalen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan. Sie unterstützen es jedoch mit militärischer Ausrüstung und sind sein wichtigster Lieferant von Rüstungsgütern.

Das US-Präsidialamt erklärte, Chinas Aktivitäten rund um die Taiwanstraße sei eine „erhebliche Eskalation von Chinas Bemühungen, den Status quo zu ändern“. „Sie sind provokativ, unverantwortlich und erhöhen das Risiko einer Fehleinschätzung“, teilte das Weiße Haus mit. Chinas Vorgehen laufe Bemühungen zuwider, Frieden und Stabilität in der Region zu bewahren.

US-Außenminister Antony Blinken warf China vor, „unverantwortliche Schritte“ zu unternehmen. Die Maßnahmen, die die Regierung in Peking in Bezug auf Taiwan ergreife, zeigten, dass China sich weg von dem Vorrang für eine friedliche Lösung und hin zur Anwendung von Gewalt bewege, sagte er in Manila vor der Presse. Mit dem Stopp der bilateralen Prozesse zwischen China und den USA in acht Schlüsselbereichen bestrafe die Regierung in Peking nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern die ganze Welt und insbesondere die Entwicklungsländer, sagte Blinken weiter. Die Bereiche betreffen unter anderem Rüstung, Drogen, grenzüberschreitende Kriminalität und Klimawandel.

Kriegsschiffe belauern sich in Taiwanstraße – Grenzlinie überschritten

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Titelfoto: Symbolfoto

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