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Mittwoch, Februar 1, 2023

Keine Silvesterstimmung an der Wall Street

Expertenmeinungen

Frankfurt/New York, 30. Dez (Reuters) – Die US-Anleger haben Aktien am letzten Handelstag des Krisenjahres 2022 nur mit spitzen Fingern angefasst. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag 0,2 Prozent tiefer auf 33.147 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 10.466 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 3839 Punkte ein. 

Im Jahresvergleich gab der Dow 8,9 Prozent, der S&P 19,4 Prozent und der Nasdaq sogar 33,1 Prozent nach. Das ist der größte Rückgang der Indizes seit der Finanzkrise 2008.

Die Furcht vor einer möglichen Rezession nach den großen Zinsschritten der US-Notenbank Fed drückte erneut auf die Stimmung. Die Investoren warten nun auf neue Impulse von Konjunkturzahlen in der kommenden Woche. „Die Daten gegen Ende des Jahres 2022 waren nicht so vielversprechend wie erhofft, und die Kommunikation der Fed und anderer Institutionen ist weiterhin restriktiver, als es den Anlegern lieb ist“, sagte Craig Erlam, Marktanalyst beim Handelshaus Oanda.

Auch die Ungewissheit über die Lage in China nach den Lockerungen der strengen Corona-Politik trieb Anleger um. Die Infektionszahlen steigen derzeit drastisch. Da aber kaum noch getestet wird, spiegeln sich diese nicht in den offiziellen Zahlen wider. Analysten gehen daher davon aus, dass sich die zweitgrößte Wirtschaft der Welt frühestens am Ende des ersten Quartals 2023 erholt.

WACHSTUMSWERTE FOLGEN ANLEIHEN INS MINUS – ÖL VOLATIL

Vor diesem Hintergrund warfen Anleger US-Staatsanleihen aus den Depots. Die Rendite der zehnjährigen BondsUS10YT=RR kletterte auf 3,8786 Prozent von 3,835 Prozent am Vortag. 

Die Ölpreise haben nach einem kurzen Rückgang erneut ins Plus gedreht. Grund waren der Reiseverkehr zum Jahresende und das Verbot der Regierung in Moskau für Öl-Exporte in Länder, die Russland sanktioniert haben. Die Sorte Brent gewann drei Prozent auf 85,99 Dollar pro Barrel (159 Liter) und WTI kletterte um 2,6 Prozent auf 80,42 Dollar pro Barrel. „Das vergangene Jahr war ein außergewöhnliches Jahr für die Rohstoffmärkte, da die unerwartete Angebotsunsicherheit zu einer erhöhten Volatilität und hohen Preisen geführt hat“, sagte Analystin Ewa Manthey von der ING Bank. „Aber auch 2023 dürfte ein Jahr der Unsicherheit werden.“

Bei den Einzelwerten legten die Tesla-Aktien gegen die allgemeine Markttendenz um 1,1 Prozent zu. Auf Jahressicht tendierte das Papier dagegen mehr als 60 Prozent im Minus. Damit sind mehr als 820 Milliarden Dollar an Börsenwert bei dem E-Auto-Bauer von Elon Musk vernichtet worden. Für Tesla war es damit wohl das schlechteste Jahr und Quartal sowie der schlechteste Monat der Konzerngeschichte. Trotzdem ist der US-Konzern an der Börse weiter mehr wert als Toyota, BYD und PorschePSHG zusammen.

US-Staatsanleihen

T-BondsKursaktuellVeränderungabsolutRenditeaktuellRenditeVortag
10-jährige<US10YT=RR>102,0000-0,35943,8793,835
30-jährige<US30YT=RR>100,4375-0,90633,9753,923

Statistik für Nyse und Nasdaq

NyseNasdaq
Anzahl der gehandelten Aktien in Mio.7903.886
Anzahl der Werte mit Kursgewinnen1.6812.298
Anzahl der Werte mit Kursverlusten2.5272.376
Anzahl der unveränderten Werte264409

Keine Silvesterstimmung an der Wall Street

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von fancycrave1 auf Pixabay

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