US-Notenbanker – Fed muss Inflationsgefahr aggressiv bekämpfen

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Washington, 11. Jan (Reuters) – Die US-Notenbank Fed muss die Inflationsgefahr nach Ansicht eines führenden Währungshüters rasch und kraftvoll bekämpfen. Der erhöhte Preisdruck werde womöglich längere Zeit andauern, warnte der Chef des Notenbankbezirks Atlanta, Raphael Bostic, in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters: „Wir müssen direkt, klar und aggressiv reagieren.“ Die Fed-Sitzung im März biete womöglich „eine angemessene Möglichkeit“ für eine Zinswende. Diesen Termin hatten zuvor auch andere Kollegen in den Raum gestellt und die Finanzmärkte damit auf eine rasche Abkehr von der Politik des billigen Geldes eingestimmt.

Aktuell liegt der Leitzins in der Spanne von null bis 0,25 Prozent. Diese im Frühjahr 2020 im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Ausbruchs eingeführte ultra-lockere Linie wird angesichts der hohen Inflation jedoch zunehmend kritisch hinterfragt. Die US-Teuerungsrate ist im November auf 6,8 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit 1982. Für die am Mittwoch anstehenden Daten für Dezember erwarten Experten 7,0 Prozent. Aus der Corona-Krise resultierende Lieferprobleme, Materialengpässe und ausufernde Energiekosten heizen die Inflation an.

Bostic ist dieses Jahr im für die Zinspolitik zuständigen Offenmarktausschuss nicht stimmberechtigt, wirkt aber an der Meinungsbildung in dem Gremium mit. Er erwartet, dass die Zinsen 2022 womöglich drei Mal angehoben werden. Die US-Investmentbank Goldman Sachs rechnet sogar mit vier Schritten. Zugleich erwartet sie, dass die Fed im Juli beginnen wird, ihre in der Virus-Krise stark ausgeweitete Bilanz abzuschmelzen. Bostic plädiert dafür, „ziemlich schnell“ damit zu beginnen. Dabei sollten pro Monat mindestens 100 Milliarden Dollar abgeschmolzen werden. Durch die umfangreichen Anleihenkäufe war die Fed-Bilanz zuletzt auf rund 8,8 Billionen Dollar angeschwollen. 

US-Notenbanker – Fed muss Inflationsgefahr aggressiv bekämpfen

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