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Donnerstag, Dezember 8, 2022

Für welche Unternehmen die Wahl in Italien Auswirkungen haben könnte

Expertenmeinungen

26. Sep – Nach vorläufigem Wahlergebnis hat das Rechtsbündnis bei den Parlamentswahlen in Italien den Sieg errungen. Die Partei der Postfaschistin Giorgia Meloni, Fratelli d’Italia, holte fast 26 Prozent der Wählerstimmen. Das Rechtsbündnis ihrer Partei mit der Lega des ehemaligen Innenministers Matteo Salvini und der Forza Italia des ehemaligen Premierministers Silvio Berlusconi wird damit in beiden Kammern des italienischen Parlaments über eine deutliche Mehrheiten verfügen.

Es folgte eine Liste von Unternehmen, die vom Wahlergebnis betroffen sein könnten. 

BANKEN

Der Sturz der Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi setzt italienische Bankenaktien unter Druck. Banken werden aufgrund ihrer großen Bestände an Staatsanleihen sowie ihrer Finanzierungskosten von den nun gestiegenen Renditen italienischer Anleihen belastet. Der Regierungswechsel und die Aufrufe von Meloni, Italiens nationalen Wiederaufbauplan zu überarbeiten, könnten dazu führen, dass Italien seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, um vom Wiederaufbaufonds der EU wegen der Folgen der Corona-Pandemie zu profitieren.

INTESA SANPAOLO – Italiens Top-Bank ist nach der Europäischen Zentralbank der zweitgrößte Inhaber italienischer Staatsanleihen. 

UNICREDIT – Eine neue Regierung könnte Bank-Chef Andrea Orcel zugute kommen, nachdem er die geplante Übernahme von der schwächelnden Bank Monte dei Paschi di Siena ablehnte und damit die Beziehungen zur damaligen Regierung von Premierminister Mario Draghi beschädigte. Von einem Deal zur Rettung der Krisenbank hatte Orcel im Oktober 2021 Abstand genommen, da er sich mit dem Finanzministerium in Rom nicht einig wurde.

MONTE DEI PASCHI – Die neue Regierung wird bei der inzwischen staatseigenen Krisenbank den von der Europäischen Kommission genehmigten Zeitplan für die Restrukturierung vorantreiben müssen. Zudem muss sie die Verpflichtung erfüllen, die Bank zu reprivatisieren. 

ENERGIE/VERSORGER

Italien hat Maßnahmen zur Besteuerung von Energieunternehmen eingeführt, um Unternehmen und Familien bei der Bewältigung der gestiegenen Energiekosten zu unterstützen. Das Rechtsbündnis unterstützt derweil den Vorschlag einer europaweiten Energiepreisobergrenze, eine Idee der derzeitigen Regierung, die in Europa noch keine breite Unterstützung findet. Die Rechte will auch mit Brüssel über Änderungen des italienischen Konjunkturprogramms verhandeln, um die Ausgaben zur Bewältigung der Energiekrise zu erhöhen und die Investitionen in die Kernenergie wieder anzukurbeln.

ENI und ENEL – Meloni schloss eine Verstaatlichung der beiden Versorger Eni and Enel aus. Die neue Regierung wird entscheiden müssen, ob die Verträge der beiden Vorstandschefs im kommenden Jahr verlängert werden. 

VERTEIDIGUNG

Meloni hat sich in der Vergangenheit für ein starkes Bündnis mit der Ukraine ausgesprochen und die Erhöhung der Rüstungsausgaben versprochen. 

LEONARDO – Der Konzernchef des Staatskonzerns, Alessandro Profumo, hatte Ende Juli erklärt, an einer Einigung über den Verkauf seines Herstellers von Panzern und Seegeschützen, OTO Melara, und der Torpedo-Einheit Wass zu arbeiten. Dazu werde aber eine neue Regierung benötigt, um alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können. Auch Profumos Vertrag steht 2023 zur Verlängerung an. 

TELEKOMMUNIKATION 

TELECOM ITALIA (TIM) – Die rechtsradikalen Fratelli d’Italia hatte eine Verstaatlichung des Telekommunikationskonzerns als Teil der Pläne zur Schaffung eines Breitbandnetzes in Italien gefordert, indem das Festnetz von TIM mit dem des staatlichen Konkurrenten Open Fiber zusammengelegt wird. Das widerspricht aber der Strategie von TIM-Chef Pietro Labriola, das Netzwerk von TIM an den staatlichen Kreditgeber CDP zu verkaufen, um sich auf Dienstleistungen zu konzentrieren. Fratelli d’Italia begrüßte derweil die Entscheidung von CDP, die Parlamentswahlen Wahl abzuwarten, bevor es ein Angebot für das Netzwerk von TIM einreicht. 

RAIRWAY – Auch der staatliche Sender RAI hat Insidern zufolge seine Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss von Rai Way mit dem Wettbewerber EiTowers bis zur Bildung einer neuen Regierung eingefroren. EiTowers ist teilweise im Besitz von Italiens führendem kommerziellen Sender MFE.

FLUGGESELLSCHAFTEN

ITA AIRWAYS – Ende August hatte Italien eine Gruppe unter Führung des US-Private-Equity-Fonds Certares gewählt, unterstützt von Air France-KLM und Delta Air Lines exklusive Gespräche über den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Airline ITA Airways auszuloten. Die Lufthansa war damit mit ihrem Angebot nicht zum Zug gekommen. Fratelli d’Italia hatte gefordert, die neue Regierung solle eine endgültige Entscheidung über ITA treffen.

Für welche Unternehmen die Wahl in Italien Auswirkungen haben könnte

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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