Fed und EZB müssen Nebenwirkungen von Zinswende im Auge behalten

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Brüssel, 14. Feb (Reuters) – Mögliche negative Auswirkungen der sich abzeichnenden Zinswende im Westen auf die Schwellenländer müssen von den Notenbanken mit bedacht werden. Das sagte ein europäischer Regierungsvertreter am Montag vor dem G20-Finanzministertreffen in dieser Woche. „Ich denke, die wichtigste Diskussion wird es zur Inflationsentwicklung geben.“

Die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) werde deswegen wohl warnen, die Notenbanken in Industrieländern müssten aufmerksam vorgehen und potenzielle Nebenwirkungen in Schwellen- und Entwicklungsländern mitdenken. Dazu brauche es eine klare Kommunikation.

Die Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Länder treffen sich Donnerstag und Freitag im indonesischen Jakarta – oder werden wie Bundesfinanzminister Christian Lindner und US-Finanzministerin Janet Yellen virtuell zugeschaltet sein. Themen dürften auch die globale Steuerreform, die wirtschaftliche Ungleichheit nach der Corona-Pandemie sowie die Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel sein.

EZB

Aber auch die Inflation, die in den USA auf dem höchsten Niveau seit Jahrzehnten und im Euro-Raum auf einem Rekordniveau liegt, wird die Teilnehmer beschäftigen. Die hohe Teuerung wird absehbar zu weniger Anleihekäufen wichtiger Notenbanken führen und wohl auch zu Zinserhöhungen, in den USA vermutlich deutlich schneller als in Europa.

Der Regierungsvertreter sagte, die G20-Schwellenländer würden betonen, widerstandsfähiger werden zu müssen. Höhere Zinsen im Westen könnten zu Kapitalabflüssen aus Brasilien, Südafrika oder Russland führen. Der Internationale Währungsfonds befürchtet, dass deren Währungen dann abwerten könnten und eine langsamere Konjunkturerholung von der Pandemie die Folge wäre.

Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) dürften deswegen nun aufgerufen werden, den Märkten ganz genau zu sagen, was sie an Maßnahmen beabsichtigten, um Verwerfungen zu verhindern.

„Eine transparente und klare Kommunikation der Geldpolitik durch die großen Zentralbanken ist weiter wichtig für die Weltwirtschaft, Preisstabilität und Finanzstabilität“, heißt es in einem Dokument mit den abgestimmten G20-Positionen der europäischen Teilnehmer.

Fed und EZB müssen Nebenwirkungen von Zinswende im Auge behalten

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