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Donnerstag, Dezember 1, 2022

Europas Börsen stabil – Anspannung vor US-Inflation

Expertenmeinungen

Frankfurt, 13. Okt – Vor den richtungsweisenden US-Inflationsdaten haben sich die europäischen Börsen am Donnerstag stabilisiert. Der Dax lag am Vormittag 0,8 Prozent höher bei 12.275 Punkten, der EuroStoxx50 gewann 0,4 Prozent auf 3345 Zähler.

Die am Nachmittag erwarteten Verbraucherpreisdaten werden beeinflussen, wie die Anleger das weitere geldpolitische Vorgehen der US-Notenbank Fed einschätzen. Experten erwarten für September eine Abschwächung der Teuerung auf 8,1 Prozent im Jahresvergleich. „Die US-Notenbank hat sich in eine Sackgasse manövriert. Einerseits drohen durch die immer weiter steigenden US-Zinsen Verwerfungen in der eigenen Wirtschaft, aber auch in vielen anderen Regionen der Welt.

Andererseits muss der Kurs beibehalten werden, um die Inflation nachhaltig zu senken“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. In den Protokollen der vergangenen Zinssitzung zeigte sich die Fed entschlossen, die Zinsen weiter anzuheben, will dabei aber die Konjunkturaussichten im Blick behalten.

MEHR INFLATION GLEICH MEHR GELDPOLITISCHE STRAFFUNG

Sollten die Inflationsdaten niedriger als erwartet ausfallen, könnte das der Fed ermöglichen, den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal zu nehmen. „Ein solches Szenario könnte Spielraum für einen schwächeren Dollar schaffen und eine Erholung der Risikobereitschaft an den Märkten ermöglichen“, sagte Ricardo Evangelista, Analyst beim Handelshaus ActivTrades. Sollte die Inflation überraschend hoch sein, sei mit weiteren Dollargewinnen zu rechnen. Der US-Dollar-Index, der den Greenback zu einem Korb anderer Devisen misst, notierte bis zu 0,2 Prozent höher bei 113,45 Punkten. 

Der japanische Yen geriet erneut unter die Räder und steuerte auf seinen tiefsten Stand seit 1998 zu. Der Yen habe seine Attraktivität als sicherer Hafen verloren, sagte Rodrigo Catril, ein leitender Währungsstratege bei der National Australia Bank.

WAS MACHT DIE BANK OF ENGLAND 

Im Blick behielten die Anleger auch Großbritannien nach den Turbulenzen am Anleihemarkt, auf die die Bank of England mit Stützungskäufen reagiert hatte. „Es herrscht immer noch eine große Verunsicherung, was die Notenbank macht, wenn die Interventionen am Freitag auslaufen“, sagte Analyst Neil Wilsond vom Broker Markets.Com. Das das Pfund lag mit 1,1083 Dollar leicht im Minus, die Renditen der britischen zehn- und 20-jährigen Gilts gaben etwas nach.

An den Rohstoffmärkten machten die Ölpreise angesichts der knappen Versorgungslage anfängliche Kursverluste wider wett. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 93,14 Dollar je Barrel. Indes warnte die Internationale Energieagentur (IEA), die von der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Verbündeten (OPEC+) beschlossenen Förderkürzungen könnten die Weltwirtschaft in eine Rezession treiben.

CHIPWERTE IM ABSEITS – GEWINNMITNAHMEN BEI SÜDZUCKER

Am Aktienmarkt gerieten europäische Halbleiterunternehmen unter Druck, nachdem der Chipausrüster Applied Materials aufgrund der US-Exportbeschränkungen nach China vor einem Quartalsverlust warnte. Die Papiere von Infineon, ASML, ASMI, BESI und Aixtron rutschten bis zu 4,5 Prozent ab.

Mehr als fünf Prozent aufwärts ging es für den norwegischen Aluminiumproduzenten Norsk Hydro. Die Aktien profitierten von Berichten, dass die USA eine Beschränkung der Einfuhren von russischem Aluminium erwägen.

Trotz eines Gewinnsprungs im ersten Halbjahr lagen die Anteilsscheine von Südzucker mehr als drei Prozent im Minus. Zwar sei die angehobene Umsatzprognose von Europas größtem Zuckerkonzern positiv, sagte ein Börsianer. Allerdings hemmten die hohen Energiepreise das Ergebniswachstum, weswegen es nicht verwunderlich sei, dass Investoren Kasse machten.

Europas Börsen stabil – Anspannung vor US-Inflation

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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