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Samstag, Januar 28, 2023

Europas Börsen nach Fed-Protokoll im Minus

Expertenmeinungen

Frankfurt, 05. Jan – Europas Anleger haben nach mehrtägigen Kursgewinnen eine Verschnaufpause eingelegt. Die positive Stimmung wurde am Donnerstag vor allem durch die am Mittwochabend veröffentlichten Sitzungsprotokolle der US-Notenbank Fed getrübt. Der Dax lag 0,4 Prozent tiefer bei 14.429 Punkten. Sein europäisches Pendant, der EuroStoxx50, verlor ein halbes Prozent auf 3956 Zähler. Aus der Fed-Mitschrift ging hervor, dass die Teilnehmer der jüngsten Sitzung die aktuelle Geldpolitik der Notenbank mit kleineren Zinsschritten über eine längere Zeit als angemessen sehen.

„Jeder erwartete eine entschlossene Botschaft, und diese haben wir auch bekommen“, sagte Derek Halpenny, Experte bei der MUFG Bank. Nun komme es auf die für Freitag geplanten offiziellen US-Arbeitsmarktdaten an. „Wenn die Daten morgen gut ausfallen, wird man meiner Meinung nach ziemlich schnell eine Anhebung um 50 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung erwarten können.“

Zahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP setzten unterdessen die Futures für die wichtigsten US-Indizes unter Druck. Unter dem Strich entstanden im US-Privatsektor im Dezember 235.000 Jobs und damit weitaus mehr als erwartet.

ÖL DREHT INS PLUS – WICHTIGE US-PIPELINE WIRD GEWARTET

Nach Verlusten zu Jahresbeginn ging es mit den Ölpreisen wieder nach oben. Spekulationen auf ein knapperes Angebot nach einer wartungsbedingten Schließung einer wichtigen US-Pipeline trieben die Kurse an. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI legten jeweils rund 1,5 Prozent auf 79,06 und 74,03 Dollar pro Barrel (159 Liter) zu. „Die heutige Erholung ist lediglich auf die Abschaltung der Linie 3 der Colonial-Pipeline zurückzuführen“, sagte Analyst Tamas Varga vom Ölmakler PVM. „Es besteht kein Zweifel, dass der vorherrschende Trend nach unten geht.“ Sorgen um eine schwächelnde Nachfrage aus China und steigende US-Lagerbestände lasteten weiterhin auf dem Markt.

NIEDRIGERE GASPREISE TREIBEN STAHLWERTE AN

Der jüngste Rückgang der Gaspreise beflügelte gleichzeitig den europäischen Stahlsektor. Einem Händler zufolge hoffen die Investoren, dass billigere Energie die Produktionskosten der Branchenriesen senkt. Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp und sein niederländischer Rivale Aperam kletterten um 6,3 und 4,7 Prozent auf das höchste Kursniveau seit gut einem halben Jahr. Auch die Konkurrenten Salzgitter, Vallourec, ArcelorMittal, Kloeckner und Voestalpine gewannen zwischen 2,2 und 3,3 Prozent hinzu. Das milde Winterwetter hatte den Gaspreis in den vergangenen Tagen auf die niedrigste Notierung seit dem russischen Angriff auf die Ukraine gedrückt. Der europäische Future stand bei 67,35 Euro.

Bessere Aussichten für das neue Geschäftsjahr trieb Europas größten Billigflieger Ryanair um 6,7 Prozent in die Höhe. Auch der britische Modehändler Next punktete bei Anlegern mit einem neuen Jahresausblick. Die Titel gewannen in London bis zu 7,7 Prozent und steuerten damit auf ihren besten Börsentag seit Frühjahr 2010 zu. Die Rivalen Asos und Marks & Spencer rückten in ihrem Kielwasser um bis zu 3,5 Prozent vor.

In den USA beflügelte ein Medienbericht über die Wiederaufnahme von Fusionsgesprächen mit dem japanischen Chipkonzern Kioxia die Aktie von Western Digital. Die Papiere des kalifornischen Herstellers von Speicherchips stiegen vorbörslich um 6,5 Prozent auf 35,22 Dollar. Gleichzeitig drückten Existenzsorgen das angeschlagene US-Einrichtungshaus Bed, Bath & Beyond vorbörslich um rund 14 Prozent ins Minus. Der in einer Sanierung steckende schuldenbeladene Konzern sieht die Fortführung seiner Geschäfte nach eigenen Angaben substanziell gefährdet.

Europas Börsen nach Fed-Protokoll im Minus

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von Paul C Lee auf Pixabay

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