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Europas Anleger scheuen Risiken – Ausverkauf bei Adidas

Frankfurt, 21. Okt  – Trübe Konjunkturaussichten haben Europas Börsen zum Wochenschluss gebremst. Der Dax verlor am Freitag 0,3 Prozent auf 12.730 Punkte. Er legte im Wochenvergleich 2,4 Prozent zu. Der EuroStoxx50 gab 0,5 Prozent nach, während die Kurse an der Wall Street anzogen. Zwar sorgte das schleppende Umsatzwachstum des Snapchat-Betreibers Snap für lange Gesichter bei Investoren im Bereich Social Media. Spekulationen auf mögliche Debatten innerhalb der US-Notenbank bezüglich eines künftigen gemäßigteren Zinstempos stützten die Kurse jedoch. 

Doch der Druck auf die Notenbanken bleibt angesichts der Teuerungsraten hoch. „Es besteht immer noch große Unsicherheit über die Wirtschaft, die Inflation und wo die Zinssätze enden werden, und nichts davon ist für eine starke nachhaltige Erholung der Aktienmärkte förderlich“, sagte Stratege Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. Einige Börsianer rechnen mit einem Maximalsatz bei den US-Leitzinsen von bis zu fünf Prozent. „Bei einem derzeitigen Leitzins-Korridor von drei bis 3,25 Prozent ist damit nur etwas mehr als die Hälfte der Strecke geschafft“, sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. 

REGIERUNGSCHAOS IN GROSSBRITANNIEN – PFUND SCHWANKT

Angesichts der Zinserhöhungen der Notenbanken weltweit flogen bereits gehandelte, niedriger verzinste Bonds aus den Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf ein Elf-Jahres-Hoch von 2,532 Prozent. Die der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte mit 4,338 Prozent auf den höchsten Stand seit November 2007.

Nervös blieben die Anleger am Devisenmarkt angesichts des Regierungschaos in Großbritannien. Das Pfund Sterling schwankte vom Minus ins Plus und lag zuletzt bei 1,1260 Dollar. Nach dem Rücktritt von Premierministerin Liz Truss wächst die politische Unterstützung für eine Rückkehr vom ehemaligen Amtsinhaber Boris Johnson. Diese Tatsache fasse zusammen, wie chaotisch die Situation sei, sagte Erlam.

LICHT UND SCHATTEN BEI BILANZEN

Bei den Unternehmen punktete Münchener Rück mit einem überraschenden Gewinn im Quartal. Die Aktien kletterten um 3,7 Prozent an die Dax-Spitze. Die Analysten von Jefferies wiesen auf eine positive Überraschung bei den Investitionen im Bereich Leben/Gesundheit Deutschland der Tochter Ergo hin. Zudem hält der weltgrößte Rückversicherer trotz eines Milliardenschadens aus dem Hurrikan „Ian“ an seiner Gewinnprognose fest.

Die rote Laterne im Dax hielten Adidas nach einer erneut gesenkten Gewinn- und Umsatzprognose. JP Morgan zufolge signalisieren die angepassten Schätzungen einen sehr großen Margendruck im vierten Quartal. „Die Anlegerstimmung gegenüber Adidas ist so negativ wie nie zuvor in unseren zehn Jahren Sportartikelberichterstattung“, fassten die Analysten zusammen, die anhaltende Volatilität und hohe Unsicherheit in Bezug auf die Aussichten für 2023-2024 prognostizieren.

Adidas-Aktien rutschten um 9,5 Prozent ab, die des Konkurrenten Puma fielen um 7,2 Prozent. Ein schwächelndes Geschäft der Modemarke Gucci überschattete die robusten Zahlen der Mutter Kering. Die Aktien des Luxusgüter-Herstellers fielen in Paris um 3,3 Prozent.

Auch L’Oreal konnte mit seinem Umsatzplus über Markterwartungen bei Anlegern nicht punkten. Die Aktien des Kosmetik-Herstellers sackten um 5,8 Prozent ab. Analysten wiesen das schwächelnde Geschäft der ertragsstarken Sparte Luxe hin.

Europas Anleger scheuen Risiken – Ausverkauf bei Adidas

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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