Die schwärzesten Börsentage des Dax seit 1987

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24. Feb (Reuters) – Der russische Angriff auf die Ukraine versetzt Anleger weltweit in Panik. Sie warfen am Donnerstag Aktien in hohem Bogen aus ihren Depots und flohen in „sichere Häfen“ wie Gold und Staatsanleihen. Dax EuroStoxx50 brachen so stark ein wie zuletzt beim Börsen-Crash vom März 2020. 

Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließen, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet.

Es folgt eine Übersicht über die prozentual höchsten Verluste des Dax seither:

Dax

DIE 1990ER JAHRE UND DIE ANSCHLÄGE VON 9/11

16. Oktober 1989: Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Crash auslösen. Es ist der bisher größte Tagesverlust des Dax.

19. August 1991: Ein später gescheiterter Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

28. Oktober 1997: Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger – so viel hat der Dax seither nie wieder im Handelsverlauf verloren.

1. Oktober 1998: Die Sorge vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds sowie einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001: Nach den Anschlägen in den USA fällt der Dax um 8,5 Prozent.

FINANZ- UND SCHULDENKRISEN HINTERLASSEN TIEFE SPUREN

Dax

21. Januar 2008: Sorge vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6790 Punkte ins Minus.

15. September 2008: Bei der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers kommt der Dax glimpflich davon und verliert moderate 2,7 Prozent.

6. Oktober 2008: Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

8. Oktober 2008: Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei-Index um mehr als neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008: Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert sieben Prozent. Am 13. Oktober holt der Dax immerhin einen Teil seiner Verluste wieder auf und schafft es um 11,4 Prozent nach oben – das ist sein bislang stärkstes Plus.

24. Oktober 2008: Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent. Dieses Minus holt er vier Tage später wieder auf.

8. August 2011: Nachdem die USA bei der Rating-Agentur Standard & Poor’s ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein – der Dax um rund fünf Prozent.

5. September 2011: Die Furcht vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011: Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

CHINA, BREXIT UND DIE ZINSEN

24. August 2015: Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke von 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt in der Spitze um 7,8 Prozent. Spekulationen auf eine Geldspritze der chinesischen Notenbank bremsen am Abend die Talfahrt. Der Dax schließt 4,7 Prozent im Minus.

24. Juni 2016: Großbritannien entscheidet sich für den Ausstieg aus der EU. Der Dax bricht um 6,8 Prozent ein. Im Handelsverlauf geht es sogar um gut zehn Prozent abwärts.

6. Februar 2018: Nach einem monatelangen Kursanstieg ohne größere Rücksetzer verliert der Dax zur Eröffnung bis zu 3,6 Prozent. Auslöser sind Spekulationen auf raschere Zinserhöhungen in den USA, die den Dow Jones am Vortag um 4,6 Prozent absacken ließen. 

CORONA-PANDEMIE, ZINSEN UND UKRAINE-KRISE

24. Februar 2020: Ein neuartiges Coronavirus breitet sich nach Europa aus. Die Furcht vor den Folgen der Pandemie beendet den Höhenflug des Dax, das Barometer gibt vier Prozent nach. Erst kurz zuvor hatte der Dax ein Rekordhoch bei 13.795,24 Zählern markiert.

9. März 2020: Zu einer allgemeinen Verunsicherung wegen des Coronavirus kommt ein Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland hinzu: Weil die Regierung in Moskau sich nicht an einer Förderbremse beteiligen will, dreht Saudi-Arabien den Ölhahn voll auf, der Preis bricht zeitweise um rund ein Drittel ein. Der Dax verliert 7,9 Prozent. 

12. März 2020: Die USA verhängen wegen der Corona-Krise einen Einreisestopp für Personen aus vielen europäischen Ländern. Außerdem dämpft die Europäische Zentralbank (EZB) die Stimmung, weil sie entgegen der Erwartungen auf eine Zinssenkung verzichtet. Der Dax beendet den Tag 12,2 Prozent im Minus. Das ist der zweitgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. In den Tagen darauf geht es weiter rasant abwärts. Insgesamt verliert der Leitindex zwischen Ende Februar und Mitte März rund 40 Prozent. 

24. Januar 2022: Wegen der kräftigen Konjunkturerholung bereitet die US-Notenbank Investoren auf nahende Zinserhöhungen vor. Zu den Spekulationen um deren Tempo gesellen sich Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. Der deutsche Leitindex, der im November 2021 ein Rekordhoch von 16.290,19 Punkten erreicht hatte, gibt fast vier Prozent nach. 

24. Februar 2022: Russland marschiert in der Ukraine ein. Explodierende Rohstoffpreise schüren Inflationsangst, während Investoren gleichzeitig abzuschätzen versuchen, welche wirtschaftlichen Folgen die westlichen Sanktionen gegen Russland haben werden. Der Dax fällt zeitweise um 5,4 Prozent, so stark wie zuletzt im März 2020. 

Die schwärzesten Börsentage des Dax seit 1987

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