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Deutschland-Tourismus wächst – Branche setzt auf 49-Euro-Ticket

Berlin, 10. Feb – Die Tourismusbranche in Deutschland hat sich 2022 von der Corona-Krise erholt, das Vorkrisenniveau aber noch nicht wieder erreicht. Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe meldeten insgesamt 450,8 Millionen Gästeübernachtungen. Das waren 45,3 Prozent mehr als 2021, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Allerdings waren das immer noch 9,1 Prozent weniger als 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) rechnet im laufenden Jahr mit einem anhaltenden Aufwärtstrend und setzt dabei auch auf das 49-Euro-Ticket.

„Das eigene Heimatland wird wie bereits seit Jahren das Lieblingsreiseziel der Mehrzahl der Deutschen bleiben“, sagte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz der Nachrichtenagentur Reuters. Die beliebtesten Reiseziele im Inland blieben die Berge und die Küsten. „Das bundesweit einheitliche 49-Euro-Ticket wird nachhaltige Mobilität gerade in den städtischen Räumen unterstützen helfen“, sagte Kunz. Es soll zum 1. Mai starten und an das beliebte 9-Euro-Ticket vom vergangenen Sommer anknüpfen. 

Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland legte um 37,1 Prozent auf 382,7 Millionen zu, die der ausländischen Besucher um 119,6 Prozent auf 68,1 Millionen. Der Anteil ausländischer Gäste kletterte dadurch auf 15,1 Prozent, nach 10,0 Prozent 2021 und 18,1 Prozent im Rekordjahr 2019. „Die weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den internationalen Tourismus in Deutschland haben im letzten Jahr somit abgenommen, die Zahlen vor der Pandemie konnten jedoch noch nicht wieder erreicht werden“, fassten die Statistiker die Entwicklung zusammen.

„STEIGENDE KOSTEN“

Der Blick auf die verschiedenen Betriebsarten zeigt, dass sich die Hotellerie – also Hotels, Gasthöfe und Pensionen – deutlich erholt haben, aber noch weit unter dem Vorkrisenniveau von 2019 blieben. Sie verzeichneten noch 12,5 Prozent weniger Übernachtungen als damals, aber 59,7 Prozent mehr als 2021. „Anders war die Entwicklung bei den Ferienunterkünften und Campinglätzen“, hieß es. Während die Ferienunterkünfte das Niveau von 2019 fast erreichten (-2,8 Prozent), konnten die Campingplätze ihre Übernachtungen sogar um 12,4 Prozent erhöhen.

Auffällig ist zudem, dass die Zahl touristischer Übernachtungen sowohl am Anfang als auch am Ende des Jahres klar hinter den Werten des Vorkrisenjahres 2019 zurückblieb. Dagegen wurde im August 2022 ein Rekordwert von 58,0 Millionen Übernachtungen erreicht. „Der Sommertourismus scheint sich somit schneller von der Pandemie erholt zu haben als der Tourismus im Herbst und Winter“, hieß es dazu.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind dem DTV zufolge in den touristischen Betrieben noch nicht überall überwunden. „Neu hinzu kommen die gestiegenen Kosten vor allem für Energie“, sagte Kunz. „In vielen Betrieben ist der Spielraum für Investitionen eng geworden.“ Darüber hinaus seien öffentliche Investitionen in die Digitalisierung, die touristische Infrastruktur bei Rad- und Wanderwegen oder Wasserstraßen dringend erforderlich. 

Deutschland-Tourismus wächst – Branche setzt auf 49-Euro-Ticket

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von Pexels auf Pixabay

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