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Adidas-Kurssturz und Zinssorgen lasten auf Europas Börsen

Frankfurt, 10. Feb – Belastet von einem Kurseinbruch bei Adidas hat sich die Stimmung am europäischen Aktienmarkt zum Wochenschluss deutlich eingetrübt. Dax und EuroStoxx50 gaben am Freitag-Vormittag je 1,1 Prozent auf 15.349 und 4205 Punkte nach. Adidas-Aktien tauchten um bis zu 11,7 Prozent auf 138,02 Euro ab und steuerten auf ihren schwärzesten Börsentag seit der Anfangszeit der Corona-Pandemie im März 2020 zu. Die abrupte Trennung von Skandal-Rapper Kanye West drückt den Sportartikelkonzern im laufenden Jahr voraussichtlich in die roten Zahlen. „Ein furchtbarer Ausblick – weit unter allen Erwartungen“, hieß es bei Baader Helvea. 

Auch die schwachen Vorgaben von der Wall Street vermiesten den Anlegern hierzulande die Laune. „Die große Unbekannte ist und bleibt der Zinskurs der Fed, der den Anlegern weiterhin tiefe Sorgenfalten auf die Stirn zaubert und somit für unstete und volatile Kursverläufe sorgt“, fassten die Strategen von Raiffeisen Research zusammen. Am Nachmittag steht aus den USA die viel beachtete Umfrage zur Verbraucherstimmung der Universität Michigan an. „Der Index liegt noch immer auf einem gedrückten Niveau, sodass kein Grund für eine konjunkturelle Euphorie vorhanden sein sollte“, urteilte die Helaba.

BANK OF JAPAN VOR DEM WECHSEL – YEN IM AUFWIND

Den Börsen machten auch drohende Sanktionen im Streit um einen abgeschossenen chinesischen Ballon im Luftraum der Vereinigten Staaten zu schaffen. „Die Spionage-Affäre hat das Potenzial, nicht nur die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Supermächten zu belasten, sondern auch beide Volkswirtschaften“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Mit Spannung blickten die Investoren auf die Wahl eines Nachfolgers des japanischen Notenbankchefs Haruhiko Kuroda. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Agentur Reuters, dass der Wissenschaftler Kazuo Ueda, ein ehemaliges Mitglied des Beratungsgremiums der Notenbank, wohl das Rennen macht. Börsianer sahen in einem Wechsel die Chance auf ein Ende der von Kuroda verfochtenen ultralockeren geldpolitischen Linie und legten sich den Yen in die Depots. Der Dollar fiel im Gegenzug um rund 1,3 Prozent auf 129,8 Yen. Die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihe stieg um einen Basispunkt ans obere Ende der von der Zentralbank festgesetzten Handelsspanne. Kaum Bewegung gab es beim britischen Pfund, nachdem das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Schlussquartal im Vergleich zum Sommer wie erwartet stagnierte.

ÖLPREISE STEIGEN NACH RUSSLAND-KÜRZUNGEN 

An den Ölmärkten ging es mit den Preisen steil nach oben, nachdem Russland Produktionskürzungen ankündigte. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 2,8 Prozent auf 86,90 Dollar je Fass. Ab März soll die Produktion in Russland um 500.000 Barrel pro Tag gedrosselt werden. Energiewerte wie die britischen Ölkonzerne BP und Shell profitierten von den höheren Preisen und gewannen bis zu drei Prozent. 

Anleger warfen nach dem Adidas-Schock hingegen europäische Einzelhandelsaktien.SXRP aus ihren Depots – der Sektor-Index sackte um rund drei Prozent ab. Aktien des Adidas-Rivalen Puma verloren 3,8 Prozent, Zalando rund fünf Prozent. Die Aktien von Inditex fielen um mehr als drei Prozent. Spanischen Gewerkschaften zufolge wurde mit dem Zara-Eigentümer eine Vereinbarung zu Lohnerhöhungen in Höhe von durchschnittlich 20 Prozent in dem Land getroffen.

Adidas-Kurssturz und Zinssorgen lasten auf Europas Börsen

Quelle: Reuters

Symbolfoto: Bild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay

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