Chinas Notenbank stemmt sich mit Zinssenkung gegen abflauende Konjunktur

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Shanghai, 20. Jan (Reuters) – Chinas Notenbank will der abflauenden Konjunktur mit niedrigeren Zinsen mehr Schwung verleihen. Sie setzte am Donnerstag den Referenzzins für Kredite mit einjähriger Laufzeit (LPR) auf 3,70 Prozent nach 3,80 Prozent im Vormonat. Der Zins für die fünfjährige Laufzeit wurde zudem auf 4,60 von zuvor 4,65 Prozent gekappt – die erste Senkung seit April 2020. Die meisten Kredite in China basieren auf dem einjährigen Zins, der fünfjährige beeinflusst die Hypotheken.

Zwar hat sich die Wirtschaft der Volksrepublik 2021 trotz Immobilienkrise deutlich von der Corona-Flaute im Jahr zuvor erholt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs dabei um 8,1 Prozent. Experten gehen jedoch davon aus, dass dieses Tempo langfristig nicht zu halten ist. Da der Immobilienabschwung anhält und die sich schnell ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus die Verbraucheraktivität dämpft, erwarten viele Analysten, dass weitere Lockerungsmaßnahmen erforderlich sein werden.

Chinas Notenbank (PBoC) sieht durchaus noch Spielraum dafür. Zum Anschieben der Konjunktur könne sie auch weiterhin den Reservesatz für Geschäftsbanken (RRR) nutzen, auch wenn die Möglichkeiten für weitere Senkungen geringer würden, sagte Vize-Zentralbankchef Liu Guoqiang jüngst. Die PBoC hatte voriges Jahr bereits zwei Mal den Reservesatz gesenkt – und damit den Betrag verringert, den Banken als Mindestreserve halten müssen. Je geringer dieser Satz ist, um so mehr Kredite können die Geldinstitute vergeben.

Notenbank

ANDERER KURS ALS IN USA

Chinas Notenbank, die bereits Anfang der Woche einen anderen Schlüsselzins gesenkt hat, steuert mit einem Kurs der Lockerung in eine andere Richtung als etwa das US-Pendant Fed. In den USA steht wohl im März eine Zinserhöhung an, der bis zu drei weitere im laufenden Jahr folgen könnten. Die US-Währungshüter reagieren damit auf den starken Preisauftrieb. Wenn die Zinsen in den USA steigen und damit Investitionen für ausländische Anleger attraktiver werden, führt dies in der Regel zu Kapitalabflüssen in Schwellenländern. Dessen ist sich auch die Führung in Peking bewusst. Chinas Präsident Xi Jinping warnte jüngst, falls Industrieländer geldpolitisch auf die Bremse treten oder gar eine Wende vollziehen sollten, komme es zu negativen Folgen für die weltweite Wirtschafts- und Finanzstabilität: „Und Entwicklungsländer würden die Hauptlast tragen.“

Chinas Notenbank stemmt sich mit Zinssenkung gegen abflauende Konjunktur

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