Bund fühlt sich durch Cerberus-Ausstieg bei Commerzbank nicht unter Druck gesetzt

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Berlin, 12. Jan (Reuters) – Die Bundesregierung sieht sich durch den Teil-Ausstieg des US-Finanzinvestors Cerberus bei der Commerzbank nicht unter Druck gesetzt.

„Unser Blick auf die Beteiligung des Bundes ist unabhängig von der Entscheidung von Cerberus“, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, der FDP-Politiker Florian Toncar, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir unterstützen den Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank bei der bereits auf den Weg gebrachten Neuausrichtung des Instituts.“

Der Bund ist mit 15,6 Prozent größter Anteilseigner der chronisch unrentablen Commerzbank. Die Beteiligung geht noch auf die Rettung in der globalen Finanzkrise vor mehr als einem Jahrzehnt zurück. Die Aktien sind für den Bund aber nur noch einen Bruchteil des Kaufpreises wert.

Commerzbank

Cerberus hat diese Woche seine Anteile an der Commerzbank und auch der Deutschen Bank deutlich reduziert – vier Jahre nach dem Einstieg und mit Verlust. Insidern zufolge wird es jetzt auf einen Komplettausstieg hinauslaufen. Der Investor hatte auf eine Fusion der beiden Frankfurter Geldhäuser spekuliert – eine Wette, die allerdings nicht aufging.

Weder kam der große Zusammenschluss zwischen den beiden Häusern zustande, auch wenn zeitweise darüber gesprochen wurde, noch gab es eine Fusion des einen oder anderen mit einer ausländischen Bank.

FDP-Chef Christian Lindner ist seit Dezember neuer Bundesfinanzminister. Experten gehen davon aus, dass der Bund mit Lindner offener sein wird, die Commerzbank-Beteiligung abzustoßen. Weil dies derzeit allerdings nur mit Verlust über die Börse möglich wäre, wird nicht zeitnah damit gerechnet. Experten halten es für die bessere Option, zunächst abzuwarten, ob der Umbau der Commerzbank Früchte trägt und dadurch eine Fusion mit einer ausländischen Bank möglich wird.

Bund fühlt sich durch Cerberus-Ausstieg bei Commerzbank nicht unter Druck gesetzt

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