BER-Flughafen macht erst 2023 operativ spürbar Gewinn

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Berlin, 16. Feb (Reuters) – Der finanziell angeschlagene Hauptstadtflughafen BER rechnet erst im nächsten Jahr zumindest operativ wieder mit deutlichem Gewinn. Die Betreibergesellschaft FBB erwartet für 2023 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 199 Millionen Euro, wie am Mittwoch aus einem Dokument der EU-Kommission zum jüngsten Beihilfe-Bescheid für den Airport hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

Demnach werde der operative Gewinn bis 2026 stetig auf fast 376 Millionen Euro steigen, heißt es in dem Papier unter Berufung auf den FBB-Geschäftsplan. Für dieses Jahr sieht das Dokument noch einen Verlust von 1,4 Millionen Euro vor. Airport-Chefin Aletta von Massenbach kündigte jüngst jedoch im Reuters-Interview an, dass es 2022 operativ wohl zu einem leichten Gewinn reichen dürfte. Die FBB lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Unter dem Strich bleibt der Flughafen aber noch über Jahre hinweg tief in den roten Zahlen, da die starke Verschuldung auch wegen der jahrelangen Verzögerungen beim Bau für hohe Zinskosten sorgt. Erst 2026 dürfte es auch beim Konzernergebnis wieder einen Gewinn geben, wie in dem EU-Papier bekräftigt wird.

Flughafen

Die Virus-Krise hat den Airport BER an den Rand der Insolvenz getrieben. Die EU-Kommission genehmigte Anfang Februar staatliche Beihilfen von 1,7 Milliarden Euro der Flughafen-Eigner Berlin, Brandenburg und des Bundes. Allerdings benötigt der BER nach bisheriger Planung noch weitere rund 700 Millionen Euro, bis er 2026 finanziell unabhängig sein könnte.

Mit der Finanzspritze der Gesellschafter von 1,7 Milliarden Euro dürfte laut EU-Papier das Eigenkapital Ende 2022 bei knapp 1,1 Milliarden Euro wieder auf dem Niveau von Ende 2019 und damit vor der Corona-Krise sein. Demnach würde die Verschuldung Ende dieses Jahres bei rund 4,9 Milliarden Euro liegen. „Das schleppen wir als Altlast noch mit uns“, hatte Von Massenbach mit Blick auf die Verbindlichkeiten in dem Interview gesagt.

Die Kapitalspritze läuft über den Corona-Rettungsschirm der EU für stark von der Virus-Krise betroffene Firmen („Temporary Framework“). Hier ist normalerweise auch der Ausstieg des Staates festgelegt. Da der Flughafen aber zu 100 Prozent in öffentlicher Hand ist, gilt dem EU-Dokument zufolge eine Sonderregel.

Wenn eine unabhängige Bewertung zwei Jahre nach der Kapitalspritze einen positiven Marktwert der Rekapitalisierung feststellt, gilt der Exit des Staates als vollzogen – und zwar auch dann, wenn das Unternehmen wie die FBB weiter komplett im Staatseigentum ist. Die Finanzspritze wird also wie ein Zuschuss behandelt und muss demnach nicht zurückgezahlt werden. Eine Privatisierung steht für den Flughafen ohnehin nicht an. 

BER-Flughafen macht erst 2023 operativ spürbar Gewinn

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

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