Aufnahmekapazitäten für Geflüchtete in Berlin und Sachsen nahezu erschöpft

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Berlin, 22. Sep – Die Zahl der in diesem Jahr über die Balkanroute und das Mittelmeer nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge ist nach Angaben der Behörden wieder deutlich gestiegen. Über 132.000 Menschen hatten in den ersten acht Monaten 2022 einen Asylantrag gestellt, das sei ein Anstieg um fast 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Bundesinnenministerium am Donnerstag mit. Auch Berlin und Sachsen verzeichnen nach eigenen Angaben einen deutlichen Anstieg bei den Ankunftszahlen. Die Aufnahmekapazitäten in den beiden Bundesländern seien fast erschöpft. 

In Berlin wurden bis August 2022 so viele Personen in Erstaufnahmeeinrichtung aufgenommen wie im gesamten Jahr 2021, teilte der Senat für Arbeit, Migration und Inneres am Donnerstag mit. Im Gegenteil zu Menschen aus der Ukraine, könnten Asylbewerber aus Drittstaaten nicht privat untergebracht werden. Als mögliche Lösung, sei man dabei, die Anmietung von Hostels zu prüfen. Zudem wurden bestehende Unterkünfte verdichtet. 

Auch Sachsens Innenminister Armin Schuster hatte in der vergangenen Woche von galoppierenden Zahlen gesprochen. Im Juli stellten durchschnittlich rund 260 Personen pro Woche einen Asylantrag in Sachsen, im August stieg diese Zahl auf rund 470, während sie in den ersten zwei Septemberwochen bei 862 lag, wie aus vorläufigen Daten der Landesdirektion Sachsen hervorgeht. Die Aufnahmeeinrichtungen des Freistaats Sachsen seien aktuell zu 82 Prozent ausgelastet.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser äußerte sich besorgt. Ihr Ministerium habe bereits Maßnahmen ergriffen, sagte sie am Mittwoch. So seien die Schleierfahndungen Richtung Tschechien gemeinsam mit der Bundespolizei verstärkt worden und die Grenzkontrollen nach Österreich verlängert worden. Zudem habe man gemeinsam mit Österreich und Tschechien um Unterstützung bei der Europäischen Union (EU) gebeten. 

Auch bei der Bundespolizei werde das Thema der Schleuser hochpriorisiert bearbeitet, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, am Mittwoch. Diese Strukturen seien sehr anpassungsfähig. 

Die meisten Menschen kämen nach wie vor aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, sagte Faeser. Man sehe allerdings in Österreich eine sehr starke Verschiebung mit Blick auf den Herkunftsländer. Das komme daher, dass insbesondere in Serbien manche Bürger – zum Beispiel aus Indien und Bangladesch – visafrei einreisen dürfen. 

Aufnahmekapazitäten für Geflüchtete in Berlin und Sachsen nahezu erschöpft

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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