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Freitag, Februar 3, 2023

Amazon entlässt mehr als 18.000 Beschäftigte in den USA

Expertenmeinungen

UPDATE Palo Alto/Bangalore/Madrid/Frankfurt, 05. Jan – Der Jobabbau bei Amazon ist umfangreicher als bislang vermutet. Insgesamt würden mehr als 18.000 Stellen gestrichen, schrieb Konzern-Chef Andy Jassy am Mittwoch in einem öffentlichen Mitarbeiter-Rundschreiben. Die unsicheren Konjunkturaussichten erschwerten die Personalplanung. Außerdem habe der US-Onlineversandhändler in den vergangenen Jahren sehr viele Personen eingestellt. 

Vor allem Beschäftigte der E-Commerce-Sparte und der Personalabteilung müssen ihren Hut nehmen, rund sechs Prozent der etwa 300.000 Mitarbeiter in der Verwaltung. Insgesamt beschäftigt Amazon nach eigenen Angaben weltweit über 1,5 Millionen Menschen. Der Konzern ist hinter WalmartWMT.N der zweitgrößte private Arbeitgeber in den USA. 

KRITIK AN AMAZONS INFORMATIONSPOLITIK

Die Betroffenen seien zwar noch nicht informiert worden, schrieb Jassy weiter. Dennoch habe er sich für die aktuelle Bekanntmachung entschieden, da einige Informationen durchgesickert seien. Die Zeitung „Wall Street Journal“ hatte kurz zuvor von 17.000 gestrichenen Stellen berichtet. Zu Beginn der aktuellen Entlassungswelle im November hatte ein Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von geplanten 10.000 Stellenstreichungen gesprochen. Amazon-Aktien gewannen im vorbörslichen US-Geschäft 2,6 Prozent. 

Jassy kündigte außerdem an, mit den Vertretern der europäischen Mitarbeiter über den Stellenabbau zu sprechen. Details zur Zahl der Betroffenen diesseits des Atlantik machte er nicht. Daraufhin kritisierte die größte spanische Gewerkschaft CCOO seine Informationspolitik. „Wir können davon ausgehen, dass dies der erste Schritt für Entlassungen in den übrigen Geschäftsbereichen ist, nicht nur in der Verwaltung, aber wir haben keine offiziellen Daten.“ Amazon Deutschland wollte sich nicht zu Auswirkungen hierzulande äußern und verwies auf Jassys Rundschreiben. 

KONJUNKTURSORGEN HIER, FACHKRÄFTEMANGEL DORT

Die steigende Inflation und die drohende Rezession machen der gesamten Technologiebranche zu schaffen. Verbraucher halten sich mit Käufen zurück und Unternehmen streichen Investitionen zusammen. Dem Branchendienst Layoffs.fyi zufolge baute die Branche in den USA in den vergangenen Monaten insgesamt etwa 150.000 Arbeitsplätze ab. Am Mittwoch hatte sich SalesforceCRM.N dazugesellt. Der SAP-Rivale streicht zehn Prozent der Jobs. 

In Deutschland werden gleichzeitig händeringend Fachkräfte gesucht. Drei von zehn Firmen aus der Digitalwirtschaft wollen 2023 beim Personal aufstocken, wie eine am Donnerstag veröffentlicht Umfrage des Branchenverbands Bitkom ergab. Damit seien die Beschäftigungsaussichten in der Digitalbranche besser als in der Gesamtwirtschaft. 

Amazon entlässt mehr als 18.000 Beschäftigte in den USA

Quelle: Reuters

Titelfoto: Bild von Bastian Riccardi auf Pixabay

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