Freitag, Juli 12, 2024
StartBörseAktivist Bluebell fordert von Richemont Konzentration auf Uhren und Schmuck

Aktivist Bluebell fordert von Richemont Konzentration auf Uhren und Schmuck

Zürich, 20. Jul (Reuters) – Der aktivistische Investor Bluebell Capital Partners fordert vom Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont eine Straffung des Geschäfts. „Wir möchten, dass sie sich auf das konzentrieren, worin sie gut sind, nämlich auf „harten Luxus“ – Schmuck und Uhren“, sagte Bluebell-Partner Marco Taricco am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Hersteller von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken A. Lange & Söhne und IWC sei gegenwärtig ein Konglomerat und müsse sich etwa von der Verluste schreibenden Online-Handelsplattform Yoox-Net-a-Porter (YNAP) trennen. „Wenn sie das tun, würde das Unternehmen deutlich höher bewertet werden“, sagte Taricco. Mit einem strategischen Kurswechsel haben die Aktie das Potential, sich innerhalb von zwei oder drei Jahren zu verdoppeln. Zudem solle sich Richemont in „Cartier-Gruppe“ umbenennen, um von der Ausstrahlung dieser wichtigsten Marke profitieren zu können. 

In einem ersten Schritt wolle Bluebell aber den Verwaltungsrat umkrempeln. So solle der frühere Chef des inzwischen zum französischen Branchenriesen LVMH gehörenden Juweliers Bulgari, Francesco Trapani, in den Verwaltungsrat von Richemont gewählt werden. „Es gibt auf dem ganzen Planeten keinen besseren Kandidaten“, sagte Taricco. Trapani ist auch Mitgründer von Bluebell. 

Erst am Dienstag hatte Richemont mitgeteilt, dass Bluebell weitere Veränderungen im Verwaltungsrat vorschlägt. Richemont hat zwei Aktienkategorien: Börsennotierte A-Aktien und nicht börsennotierte B-Aktien, die vom südafrikanischen Milliardär Johann Rupert und seiner Familie gehalten werden. Rupert kontrolliert so 9,1 Prozent des Kapitals, die aber 50 Prozent der Stimmrechte ausmachen. Bluebell will die Statuten so ändern, dass die A- und B-Aktionäre jeweils die gleiche Anzahl von Vertretern in dem Gremium haben. 

Bluebell will die Vorschläge den Aktionären auf der Generalversammlung am 7. September vorlegen. Richemont hatte in Aussicht gestellt, sich zu gegeben Zeit zu den Vorstössen zu äußern. Bluebell ist Taricco zufolge seit rund eineinhalb Jahren Aktionär von Richemont. Die Beteiligung habe einen Wert von 105 Millionen Franken. Die Londoner Firma war etwa auch bei Lufthansa, Hugo Boss, Danone und zuletzt Glencore aktiv. 

Mit Third Point des US-Star-Investors Daniel Loeb sowie Artisan Partners sind früheren Angaben zufolge auch zwei andere aktivistische Investoren bei Richemont engagiert. Bluebell kenne die beiden Fonds von anderen Kampagnen und gehe davon aus, dass die beiden für Richemont ähnliche Vorstellungen hätten. Eine Zusammenarbeit bestehe aber nicht.

Aktivist Bluebell fordert von Richemont Konzentration auf Uhren und Schmuck

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Titelfoto: Symbolfoto

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