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Samstag, Dezember 10, 2022

AgeTech: Warum gerade Senioren von Smart Homes profitieren

Expertenmeinungen

Ein aktueller Marktkommentar von Georgina Laird, Senior Responsible Investment Associate bei Aegon Asset Management:

Es ist 5 Uhr morgens und der intelligente Wecker klingelt früher als sonst. Hat er eine Fehlfunktion? Nein, er hat den Zeitplan gescannt und sich auf den heutigen Flug um 8 Uhr eingestellt. Es ist Zeit, aufzustehen. Die Kaffeemaschine beginnt, den Cappuccino zuzubereiten. Die Dusche schaltet sich automatisch ein und erwärmt sich auf die bevorzugten 37 Grad. Eine Drohne liefert ein unerwartetes Paket – ein Medikament.

Die Gesundheitssensoren rund um das Haus haben eine bevorstehende Erkältung oder Grippe erkannt und automatisch eine Bestellung aufgegeben. Das Elektroauto ist fahrbereit, aufgeladen von den Solarzellen auf dem Dach. Beim Losfahren, landet eine Familie von Flugrobotern auf dem Dach des Wohnblocks; sie sind gekommen, um das über Nacht in die Dachrinne gewehte Laub zu entfernen.

Smart Homes: Trend AgeTech

Unabhängig davon, ob dies eine Utopie oder Dystopie darstellt, ist die Entwicklung des Zuhauses bereits im Gange (wenn auch etwas langsamer, als wir erwartet haben). Wo stehen wir heute? Einem neuen Bericht des IoT-Analystenunternehmens Berg Insight zufolge hat es Ende 2021 in Europa insgesamt 53,7 Millionen Smart Homes gegeben. Die Prognose zeigt, dass die installierte Anzahl in dieser Region bis Ende 2026 etwa 100 Millionen Haushalte erreichen wird, was einer Marktdurchdringung von 42 % entspricht.

Was bedeutet eigentlich ‚Smart Home‘? Der Begriff kann auf viele verschiedene Arten interpretiert werden, aber im Wesentlichen geht es bei einem Smart Home um allgegenwärtige Konnektivität. Es bedeutet nicht, dass die Welt wie eine Szene aus einem Jetsons-Cartoon aussehen muss, sondern vielmehr, dass wir alle vernetzten Informationen, die uns zur Verfügung stehen, optimal nutzen und so unser Leben besser verstehen und kontrollieren können.

Zu den beliebtesten Produkten gehören bisher intelligente Thermostate, Glühbirnen, Sicherheitskameras, Türschlösser und Kameras für Haustiere (mein Favorit). Bei den meisten dieser Produkte geht es um Bequemlichkeit, mehr Sicherheit und eine bessere Energieeffizienz.

Ein interessanter Bereich von Smart-Home-Produkten ist AgeTech. Dabei handelt es sich um einen neuen Bereich von Produkten, die für ältere Menschen bestimmt sind. Der demografische Wandel hin zu einer alternden Bevölkerung ist nichts Neues. Im Jahr 1950 war etwa einer von zehn Menschen weltweit über 60 Jahre alt – bis 2050 wird dieser Anteil voraussichtlich auf mehr als einen von fünf steigen. Eine wichtige Auswirkung dieses Wandels ist, dass der Prozentsatz der Pflegekräfte, die für jede hilfsbedürftige ältere Person zur Verfügung stehen, erheblich sinkt.

Es gibt eine Vielzahl von AgeTech-Produkten für den Haushalt, die die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen verbessern können, so dass sie möglicherweise länger sicher zu Hause leben können und weniger Pflegepersonal benötigen. Es handelt sich dabei um die Konvergenz von Gesundheits-, Verbraucher- und Technologiesektoren bei der Herstellung von Produkten wie Begleitrobotern, Wearables zur besseren Überwachung des Gesundheitszustands und zur vorbeugenden Pflege, Sensoren zur Sturzerkennung und ein Aktivitäts-Feed, damit Familienmitglieder sehen können, ob jemand weniger aktiv war als gewöhnlich. Die Investitionsmöglichkeiten sind heute noch begrenzt, aber könnte dies der nächste Grenzmarkt für technologische Umwälzungen sein?

AgeTech: Warum gerade Senioren von Smart Homes profitieren

Foto von Georgina Laird (Quelle: Aegon AM)

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