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Sonntag, Dezember 4, 2022

22. Juli 2022 Der Börsen Vormittag

Expertenmeinungen

Frankfurt, 22. Jul (Reuters) – Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen: 

18.10 Uhr – Der nach Xetra-Handelsschluss überraschend verkündete Abgang des Volkswagen-Chefs Herbert Diess setzt den Aktien des Autokonzerns nachbörslich zu. Die Papiere verlieren im Frankfurter Späthandel 2,6 Prozent, nachdem sie bei 134,32 Euro geschlossen hatten.

13.57 Uhr – Gekappte Gewinnziele drücken die Aktien von Verizon auf ein Viereinhalb-Jahres-Tief. Die Titel des Mobilfunkers fallen im vorbörslichen US-Geschäft um 4,7 Prozent auf 45,44 Dollar. Weil der Zustrom der Festvertragskunden mit 12.000 im abgelaufenen Quartal geringer ausfiel als erwartet, peilt das Unternehmen für 2022 nur noch einen Gewinn von 5,10 bis 5,25 statt 5,40 bis 5,55 Dollar je Aktie an. 

13.51 Uhr – Geplante Produktionskürzungen brocken Seagate den größten Kursrutsch seit dem Börsen-Crash vom März 2020 ein. Die Aktien des Festplatten-Herstellers fallen im vorbörslichen US-Geschäft um knapp zwölf Prozent. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit einer geringeren Nachfrage. Im abgelaufenen Quartal blieb der Umsatz mit 2,63 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen zurück. Im Sog von Seagate gaben die Titel des Rivalen Western Digital und des Speicherchip-Herstellers Micron bis zu sechs Prozent nach.

13.46 Uhr – Dank angehobener Umsatzziele lassen sich Anleger von einem Gewinnrückgang bei American Express nicht beirren. Die Aktien des Kreditkarten-Anbieters steigen im vorbörslichen US-Geschäft um knapp vier Prozent. Das Unternehmen peilt dank einer ungebrochenen Kauflaune der Verbraucher ein Wachstum von 23 bis 25 statt 18 bis 20 Prozent an. „Ein Teil der steigenden Ausgaben kann sicher auf die Inflation zurückgeführt werden“, sagt Michael Ashley Schulman, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Running Point. Einige Verbraucher zögen größere Anschaffungen vor, da Lohnerhöhungen der Teuerungsrate hinterherhinkten.

13.40 Uhr – Die Aussicht auf eine Einigung zur Wiederaufnahme ukrainischer Getreide-Exporte über das Schwarze Meer schickt die Preise für Weizen auf Talfahrt. Der europäische Future steuert mit einem Minus von 5,6 Prozent auf 316,50 Euro je Tonne auf den größten Tagesverlust seit viereinhalb Monaten zu. Der US-KontraktWv1 büßt knapp vier Prozent auf 7,7525 Dollar je Scheffel ein. Den Vereinten Nationen zufolge soll am Nachmittag ein Abkommen unterzeichnet werden, um das in ukrainischen Silos feststeckende Getreide über den Seeweg zu transportieren.

11.03 Uhr – Unmittelbar vor der Verabschiedung eines Rettungspakets für die angeschlagene Tochter Uniper werden die Aktien von Fortum vom Handel ausgesetzt. Dies teilt der Börsenbetreiber Nasdaq Helsinki mit. Die Papiere des Versorgers lagen zuletzt acht Prozent im Plus bei 13,40 Euro. Uniper-Papiere werden in Deutschland weiterhin gehandelt und steigen um 5,7 Prozent auf 11,08 Euro.

10.42 Uhr – Wegen enttäuschender Konjunkturdaten suchen Anleger verstärkt Schutz in „sicheren Häfen“ wie Bundesanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Eineinhalb-Monats-Tief von 1,066 Prozent. Die Einkaufsmanager-Indizes Deutschlands und der Euro-Zone fielen unter die Marke von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. „Das bedeutet, dass Kerneuropa wohl schon in eine Rezession gerutscht ist“, sagt Anlagestratege Viraj Patel von Vanda Research. Außerdem sei eine Energiekrise noch nicht abgewendet, auch wenn russisches Gas weiter nach Europa fließe.

10.23 Uhr – Die Aussicht auf geringere Verluste schiebt Delivery Hero an. Die Aktien des Essensliefer-Dienstes steigen um 16 Prozent auf 48,02 Euro. Das Unternehmen peilt den Angaben zufolge für 2022 eine operative Marge von minus 0,9 bis minus 1,0 statt minus 1,0 bis minus 1,2 Prozent an. Die Umsatzprognose senkte es allerdings auf neun bis 9,5 von 9,5 bis 10,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr habe sich die operative Marge vorläufigen Berechnungen zufolge um 0,4 Prozentpunkte auf minus 1,6 Prozent verbessert.

10.07 Uhr – Optimistischere Umsatzziele ermuntern Anleger zum Einstieg bei Nagarro. Die Aktien der Softwarefirma steigen um sechs Prozent. Das Unternehmen erwartet nun Erlöse von 800 statt 770 Millionen Euro. Dies sei die zweite Anhebung in diesem Jahr, lobte Analyst Martin Comtesse von der Investmentbank Jefferies. Außerdem halte er die angepeilten Gewinnmargen weiterhin für zu konservativ.

09.30 Uhr – Wegen gesenkter Gesamtjahresziele ziehen sich Anleger bei Schindler zurück. Die Aktien des Aufzugs- und Rolltreppen-Herstellers fallen in Zürich um 4,5 Prozent. Im zweiten Quartal seien zudem Umsatz, Auftragseingang und operativer Gewinn hinter den Erwartungen zurückgeblieben, moniert Analyst Rizk Maidi von der Investmentbank Jefferies.

09.10 Uhr – Ein enttäuschendes Quartalsergebnis löst einen Ausverkauf bei Snap aus. Die in Frankfurt notierten Aktien des Snapchat-Betreibers stürzen um fast 27 Prozent ab. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge zwar um 13 Prozent, blieb wegen des harten Wettbewerbs um Werbekunden mit 1,11 Milliarden Dollar aber hinter den Erwartungen zurück. Die Zahlen spiegelten die unsicheren Konjunkturaussichten wider, kommentiert Analyst Ali Mogharabi vom Research-Haus Morningstar. Außerdem könnten sie Vorboten schwacher Ergebnisse von Rivalen wie TikTok, Instagram oder YouTube sein. Die Papiere des ebenfalls von Werbeeinnahmen abhängigen Kurznachrichten-Dienstes Twitter, der im Tagesverlauf Zahlen vorlegt, fallen in Frankfurt um 3,6 Prozent.

08.05 Uhr – Ein negativer Analystenkommentar drückt Henkel ans Dax-Ende. Die Aktien des Konsumgüter-Herstellers fallen im Frankfurter Frühhandel um 1,4 Prozent auf 60,76 Euro. Die Experten der Berenberg Bank stuften die Titel auf „Sell“ von „Hold“ zurück und kürzten das Kursziel auf 50 von 59 Euro.

07.40 Uhr – Aus Furcht vor Angebotsengpässen decken sich Anleger wieder mit Rohöl ein. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich am Freitag um 1,2 Prozent auf 105,09 Dollar je Barrel. Die Aussichten für die Konjunktur und damit die Nachfrage seien zwar unverändert trübe, sagt Stephen Innes, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter SPI. Wegen mangelnder kurzfristiger Verfügbarkeit von Rohöl und anhaltender geopolitischer Spannungen nutzten Investoren dennoch jeden Rücksetzer für Käufe.

22. Juli 2022 Der Börsen Vormittag

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

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