10. August 2022 Marktentwicklungen

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Es folgen die börsentäglichen Marktentwicklungen.

Zürich, 10. Aug (Reuters) – Der Präsident und kontrollierende Aktionär des Luxusgüterkonzerns Richemont hat den Forderungen des aktivistischen Aktionärs Bluebell nach einer Änderung der Zusammensetzung des Verwaltungsrats eine Absage erteilt. „Der Verwaltungsrat berücksichtigt die Interessen aller Aktionäre, ob sie nun kotierte A-Aktien oder nicht kotierte B-Titel besitzen“, sagte Johann Rupert der Zeitung „Finanz und Wirtschaft“ in einem seiner seltenen Interviews. „Wir haben stets das Gefühl, dass die Aktionäre von allen unseren unabhängigen Verwaltungsratsmitgliedern repräsentiert werden.“ Er habe sich für eine Kapitalstruktur mit Aktien unterschiedlicher Stimmkraft entschieden, weil sie Richemont erlaube, mittel- und langfristig zu planen, sagte Rupert. Die Familie des südafrikanischen Milliardärs kontrolliert das Unternehmen mittels der nicht börsennotierten B-Aktien. Der Verwaltungsrat von Richemont hat sich gegen die Wahl eines Bluebell-Vertreters in das Gremium ausgesprochen.

Frankfurt, 10. Aug (Reuters) – Zum ersten Mal seit Mai 2021 hat der US-Flugzeugbauer Boeing einen Jet seiner Modellreihe 787 Dreamliner ausgeliefert. „Das ist die erste von neun 787, die wir in diesem Jahr bekommen sollen“, schrieb Robert Isom, Vorstandschef von American Airlines, auf Instagram. Im Mai hatte Boeing die Auslieferungen des Langstreckenflugzeugs gestoppt, nachdem die US-Luftfahrtbehörde FAA Bedenken über mögliche Produktionsprobleme geäußert hatte.

San Francisco, 10. Aug (Reuters) – Die Alphabet-Tochter Google Fiber will bald ultraschnelles Internet in 22 Großstädten in den US-Bundesstaaten Arizona, Colorado, Idaho, Nebraska und Nevada anbieten. Das kündigte Spartenchef Dinni Jai am Mittwoch in einem Reuters-Interview an. Bisher operiert die Glasfasertochter in 17 Metropolen, darunter Austin und Los Angeles. Der Ausbau passiere dort, wo die Abdeckung bisher mangelhaft sei. Die Nachfrage sei „sehr gesund“. Jain wollte weder Angaben zu den bisherigen Quartalsergebnissen und Kundenzahlen noch zur Finanzierung des Ausbaus machen.

London, 10. Aug (Reuters) – Der britische Essenslieferdienst Deliveroo will sich im Herbst aus den Niederlanden zurückziehen. Es sei nicht gelungen, eine starke Position auf dem dortigen Markt aufzubauen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Dabei mache das Land nur ein Prozent des Bruttotransaktionswerts von Deliveroo aus. Es würde einen „unverhältnismäßigen“ Betrag an Investitionen erfordern, um die Lage zu verbessern. Zudem weitete der Rivale von Just Eat Takeaway und Uber Eats seinen operativen Verlust im ersten Halbjahr auf 147 Millionen Pfund von 95 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum aus. Der Grund sei die allgemein schwierige Wirtschaftslage, erläuterte das Unternehmen.

Amsterdam, 10. Aug (Reuters) – Der niederländische Supermarkt-Konzern Ahold Delhaize verschiebt den Börsengang seiner Online-Verkaufsplattform Bol.com. Das Unternehmen werde die Pläne bei günstigeren Marktbedingungen wieder aufnehmen, sagte Konzernchef Frans Muller am Mittwoch. Eigentlich sollte Bol.com sein Börsendebüt in der zweiten Jahreshälfte feiern. Der Umsatz der Online-Tochter sank im zweiten Quartal um 2,1 Prozent, nachdem er im Vorjahreszeitraum um 24,2 Prozent gestiegen war. Der Gesamtumsatz der Gruppe stieg indes um 15 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro und entsprach den Analystenerwartungen, während das bereinigte Betriebsergebnis mit 880 Millionen Euro die Schätzungen von 815 Millionen übertraf. Ahold Delhaize hob seine Jahresprognose für den Gewinn pro Aktie an und erwartet nun ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Im Mai hatte das Unternehmen noch einen Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich prognostiziert.

Kopenhagen, 10. Aug (Reuters) – Die geopolitische Unsicherheiten und Lieferkettenprobleme setzen dem dänischen Windkraftanlagenhersteller Vestas zu. Die deshalb gestiegenen Kosten hätten im zweiten Quartal für einen unerwartet hohen operativen Verlust gesorgt, teilte der NordexNDXG.DE-Rivale am Mittwoch mit. Vestas verzeichnete einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 182 Millionen Euro – deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Im Schnitt hatten sie mit einem Fehlbetrag von nur 143 Millionen Euro gerechnet.

Zürich, 10. Aug (Reuters) – Die Übernahme des früheren Bauchemiegeschäfts des BASF-Konzerns durch Sika verzögert sich. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA habe beschlossen, die geplante Akquisition der MBCC Group vertieft zu prüfen, erklärte der Schweizer Bauchemiekonzern am Mittwoch. Der Abschluss der Transaktion werde nun in der ersten Hälfte des kommenden Jahres angestrebt. Bislang wollte Sika den größten Zukauf in der Firmengeschichte bis Ende 2022 in trockenen Tüchern haben. Sika geht weiterhin davon aus, dass die Transaktion zu 160 bis 180 Millionen Franken Kostensynergien führen wird.

Frankfurt, 10. Aug (Reuters) – Der IT-Sicherheitsdienstleister Secunet Security Networks hat im ersten Halbjahr wegen einer geringeren Nachfrage weniger Gewinn gemacht. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank um gut 38 Prozent auf knapp 15 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als Secunet noch Rekordwerte eingefahren hatte, um mehr als acht Prozent auf 135,5 Millionen Euro. Nach dem Nachfragerückgang im Halbjahr erwartet Secunet für das kommende Quartal einen über dem Durchschnitt liegenden Auftragseingang. Traditionell macht das Unternehmen den Schwerpunkt seines Geschäfts im zweiten Halbjahr. Secunet bekräftigte die Jahresziele, die einen Umsatz von rund 320 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn von etwa 50 Millionen vorsehen. Voraussetzung dafür sei aber, dass sich die Beschaffungslage nicht wesentlich verschlechtere.

Tokio, 10. Aug (Reuters) – Höhere Materialkosten haben dem japanischen Mischkonzern Toshiba im abgelaufenen Vierteljahr einen Betriebsverlust beschert. Von April bis Juni stehe ein operativer Fehlbetrag von 4,8 Milliarden Yen (umgerechnet knapp 35 Millionen Euro) in der Bilanz, teilte das Industriekonglomerat am Mittwoch mit. Neben den höheren Kosten liege das auch an Lieferengpässen bei Halbleitern. Analysten hatten einen Gewinn prognostiziert. Trotz der roten Zahlen hält Toshiba am Ausblick fest und will im Geschäftsjahr zu Ende März 2023 einen Gewinn von 170 Milliarden Yen (1,2 Milliarden Euro) erzielen. Das entspräche einem Plus von sieben Prozent. Toshiba kämpft seit einem Bilanzierungsskandal 2015 mit großen Problemen und die Spannungen mit aktivistischen Investoren beherrschen die Schlagzeilen. Inzwischen prüft das Unternehmen verschiedene Übernahmeangebote und Kapitalallianzen.

Berlin, 10. Aug (Reuters) – Der Thüringer Technologiekonzern Jenoptik blickt angesichts eines hohen Auftragseingangs und -bestands zuversichtlicher auf das Gesamtjahr. Es werde nun mit einem Umsatzplus von 24 bis 28 Prozent auf 930 bis 960 Millionen Euro gerechnet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit, das unter anderem optische Technologien für die Halbleiterindustrie, Medizintechnik und den Maschinenbau anbietet. Bisher hatte Jenoptik einen Zuwachs von mindestens 20 Prozent in Aussicht gestellt. Der Betriebsgewinn (Ebitda) soll nun ohne Einmaleffekte ebenfalls deutlich zulegen. Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse auch dank Zukäufen um fast 36 Prozent auf rund 447 Millionen Euro, und das Ebitda erhöhte sich um etwa vier Prozent auf nahezu 70 Millionen Euro. Finanzchef Hans-Dieter Schumacher zufolge verfügt Jenoptik über genügend Reserven, „um auch in Zukunft die Chancen für weitere Wachstumsschritte, sowohl durch Investitionen in unser organisches Wachstum als auch für portfoliostärkende Akquisitionen, nutzen zu können“.

Frankfurt, 10. Aug (Reuters) – Der für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagenbauer Gea ist im zweiten Quartal auf Wachstumskurs geblieben und hat seine Ziele für 2022 bestätigt. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um zehn Prozent auf 1,27 Milliarden Euro, wie Gea am Mittwoch mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebitda) vor Restrukturierungsaufwand sei um neun Prozent auf 167,4 Millionen Euro gestiegen. Gea trotze negativen Einflüssen durch den Ukraine-Krieg und den weltweiten Problemen bei den Lieferketten, erklärte das Unternehmen. Konzernchef Stefan Klebert sieht Gea auch in Zukunft auf die unsichere wirtschaftliche Lage vorbereitet. Im Gesamtjahr peilt der Konzern weiter ein Umsatzplus von mehr als fünf Prozent an und ein Ebitda vor Restrukturierungsaufwand zwischen 630 und 690 Millionen Euro.

Berlin, 10. Aug (Reuters) – Rege Geschäfte haben Heidelberger Druck zu einem deutlichen Umsatzplus verholfen. Die Erlöse kletterten im ersten Geschäftsquartal zu Ende Juni um ein Fünftel auf 530 Millionen Euro, wie der Hersteller von Druckmaschinen am Mittwoch mitteilte. Der Zuwachs sei vor allem auf gestiegene Auslieferungen von Neumaschinen zurückzuführen. Auch dank gesunkener Ausgaben legte das Betriebsergebnis (Ebitda) auf 35 Millionen Euro von zuvor 15 Millionen Euro zu. „Wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht verschlechtern, sind wir zuversichtlich, unsere gesteckten Jahresziele zu erreichen“, sagte Firmenchef Ludwin Monz. Der Umsatz soll demnach im laufenden Geschäftsjahr auf 2,3 (Vorjahr: 2,18) Milliarden Euro steigen. Zum Wachstum würden zum einen der Ausbau des Angebots für den Digitaldruck im Etikettenmarkt sowie das Geschäft mit Lade-Wallboxen für Elektroautos beitragen.

Zürich, 10. Aug (Reuters) – Der Augenheilkonzern Alcon rechnet 2022 mit weniger Umsatz und Gewinn. Vor allem die Stärke der Konzernwährung Doller bremst das schweizerisch-amerikanische Unternehmen. „Wir gehen davon aus, dass das makroökonomische Umfeld, insbesondere der Wechselkurs, für den Rest des Jahres schwierig bleibt“, erklärte Alcon-Chef David Endicott in der Nacht auf Mittwoch. Das Unternehmen rechnet neu mit 8,6 bis 8,8 Milliarden Dollar Verkaufserlösen und 2,20 bis 2,30 Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie. Bislang waren 8,7 bis 8,9 Milliarden Dollar Umsatz und 2,35 bis 2,45 Dollar Gewinn je Titel in Aussicht gestellt worden. Im zweiten Quartal stiegen die Verkaufserlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar und der Gewinn je Aktie wuchs um 13 Prozent auf 0,63 Dollar.

Bangalore, 10. Aug (Reuters) – Die Videospiele-Plattform Roblox muss nach dem Pandemie-Boom der letzten Jahre deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal einen Nettoumsatz von 639,9 Millionen Dollar, verglichen mit 665,5 Millionen Dollar im Vorjahr, teilte der für „Jailbreak“ und „MeepCity“ bekannte Spiele-Anbieter am Dienstag mit. Analysten hatten nach Angaben von Refinitiv mit 644,4 Millionen Dollar gerechnet. Einsparungen der Verbraucher wegen der hohen Inflation und weltweite Lockerungen nach der Pandemie ließen das Interesse an Videospielen schwinden und drückten den Umsatz. Der Verlust fiel mit 0,30 Dollar pro Aktie fast um ein Drittel höher aus als mit 0,21 Dollar erwartet. Roblox-Aktien fielen nachbörslich um 15 Prozent auf 40,40 Dollar. Die Aktie hat in diesem Jahr bisher mehr als 50 Prozent an Wert eingebüßt.

10. August 2022 Marktentwicklungen

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Titelfoto: Symbolfoto

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