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Zins- und Ukraine-Sorgen bremsen Börsenerholung

Frankfurt, 07. Feb (Reuters) – Nach dem jüngsten Kursrutsch kehren einige Anleger zu Wochenbeginn an die europäischen Aktienmärkte zurück. Die anhaltenden Spekulationen auf raschere Zinserhöhungen in den USA und die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine hielten sie jedoch von größeren Käufen zurück. Dax und EuroStoxx50 legten am Montag jeweils etwa 0,2 Prozent auf 15.132 beziehungsweise 4092 Punkte zu.

Die Anleger seien immer noch dabei, die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag zu verdauen, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Nervös mache sie vor allem der kräftige Anstieg der Löhne. „Daher beginnen die Terminmärkte damit, sechs Zinserhöhungen für 2022 einzupreisen.“ Er selbst reche mit vier bis fünf Schritten. Gleichzeitig taxieren Investoren die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im März um einen halben statt einen Viertel Prozentpunkt inzwischen auf fast 40 Prozent.

Aufmerksam verfolgten Börsianer auch die diplomatischen Bemühungen zur Lösung der Ukraine-Krise. „Anleger brauchen eindeutige Entspannungssignale, damit die 15.000er Marke im Dax auch in den kommenden Tagen und Wochen verteidigt werden kann“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Zins

BITCOIN & CO SETZEN ERHOLUNG FORT – ÖLPREIS GIBT LEICHT NACH

Bei Kryptowährungen griffen Investoren erneut beherzt zu. Bitcoin und Ethereum verteuerten sich zeitweise um jeweils mehr als fünf Prozent auf 43.030 beziehungsweise 3112 Dollar. Sie profitierten von den starken Amazon-Geschäftszahlen von vergangener Woche, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Die Korrelation zwischen Cyber-Devisen und Technologiewerten sei bemerkenswert. Über das Wochenende haben Bitcoin und Ethereum jeweils etwa 15 Prozent zugelegt.

Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg zunächst auf ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch von 94 Dollar je Barrel (159 Liter), bevor er gut ein Prozent auf 92,29 Dollar verlor. Wegen einer möglichen Rückkehr iranischen Öls auf den Weltmarkt machten einige Investoren Kasse, sagte Volkswirt Tatsufumi Okoshi von der Investmentbank Nomura. Das insgesamt knappe Angebot werde größere Kursrücksetzer aber verhindern.

AAREAL UND CECONOMY AUF TALFAHRT – FAURECIA IM PLUS

Bei den deutschen Unternehmen rückte Aareal Bank ins Rampenlicht. Die Aktien rutschten um fünf Prozent ab, nachdem die Übernahme des Immobilienfinanzierers durch Finanzinvestoren gescheitert war. „Das ergibt überhaupt keinen Sinn, da der Misserfolg mehr als klar war“, sagte ein Börsianer.

Wegen eines schwachen Weihnachtsgeschäfts geriet auch Ceconomy unter Verkaufsdruck. Die Titel der MediaMarkt/Saturn-Mutter verloren knapp vier Prozent. Der Umsatz der Elektronikmarktkette ging im abgelaufenen Quartal den Angaben zufolge auf 6,9 Milliarden Euro zurück und der operative Gewinn brach um 26 Prozent auf 274 Millionen Dollar ein.

Gefragt waren dagegen die Papiere von Faurecia, die sich in Paris um 2,5 Prozent verteuerten. Der französische Autozulieferer will unter anderem durch Einsparungen im Zusammenhang mit der Übernahme des deutschen Konkurrenten Hella Umsatz und Gewinnmarge steigern. Damit könne das Unternehmen Belastungen durch die Inflation ausgleichen, prognostizierte Analyst Michael Foundoukidis von der Bank Oddo BHF.

Zins- und Ukraine-Sorgen bremsen Börsenerholung

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