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Mittwoch, Februar 1, 2023

Wetten auf abnehmenden Zinsdruck treiben Europas Börsen an

Expertenmeinungen

Frankfurt, 24. Okt – Die Anleger in Europa setzen auf ein abnehmendes Tempo bei den künftigen Zinsschritten in den USA. Dax und EuroStoxx50 kletterten zum Wochenstart jeweils um 1,8 Prozent auf 12.963 und 3540 Punkte. An der Wall Street zeigten sich die US-Futures stabil. Hoffnungen auf einen künftig nicht mehr ganz so steilen Zinspfad der US-Notenbank Fed hatten in den USA bereits am Freitag die Aktienkurse angetrieben und auch Anleihen gestützt. Einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge wollen einige Mitglieder der US-Notenbank einen Gang herunterschalten.

„Es ist zwar ermutigend, dass Fed-Vertreter damit begonnen haben, ein Ende der Zinserhöhungen anzudeuten, aber eine solche Pause wird weiterhin von einer nachlassenden Inflation und einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt abhängen“, sagte Mark Haefele, Investmentchef bei UBS Global Wealth Management. „Dies muss sich in den Daten erst noch zeigen.“ Spekulationen auf einen anhaltend aggressiven Zinserhöhungszyklus belasten seit Wochen Aktien und Anleihen.

Börsianer sehen das Tempo der geldpolitischen Straffung im Zentrum der Debatten auf der November-Sitzung der US-Notenbank. „Für die Märkte bedeutet dies, dass die Zins- und Devisenmärkte nun empfindlicher auf die kommenden Wirtschaftsdaten und jegliche Anzeichen von Finanzmarktstress reagieren könnten“, sagte Derek Halpenny, Experte bei der MUFG Bank.

ÖLPREIS GIBT NACH – PFUND AUF RICHTUNGSSUCHE 

Die chinesische Wirtschaft hat sich unterdessen im dritten Quartal trotz Corona-Pandemie, Immobilienkrise und weltweiter Konjunkturabkühlung stärker erholt als erwartet. „Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Schwierigkeiten nach wie vor bestehen.“, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Vor allem das Festhalten an Chinas Null-Covid-Strategie bereitet Sorge. „Das Virusgeschehen wird weiter den wirtschaftlichen Takt vorgeben.“

Die weiterhin schwache Nachfrage des weltweit größten Rohölimporteurs China setzte erneut die Ölpreise unter Druck. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 1,8 Prozent auf 91,79 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für US-Rohöl WTI sank um 2,3 Prozent auf 83,08 Dollar pro Barrel.

Am Devisenmarkt sorgte unterdessen der Verzicht des ehemaligen britischen Premierministers Boris Johnson auf eine erneute Kandidatur als Regierungschef zunächst für etwas Erleichterung. Nach einem kurzen Kurssprung am Morgen notierte das Pfund Sterling am Nachmittag weitgehend stabil bei 1,13 Dollar. Auch als klar wurde, dass Ex-Finanzminister Rishi Sunak Nachfolger von Regierungschefin Liz Truss wird, zeigte sich die britische Landeswährung unbeeindruckt. 

Als einziger Bewerber versammelte Sunak die erforderliche Unterstützerzahl von mindestens 100 Abgeordneten, wie die konservative Partei am Montag in London mitteilte. Damit wird er automatisch Nachfolger der bisherigen Tory-Parteichefin und Premierministerin Truss, die nach nur 44 Tagen im Amt zurückgetreten war.

PROSUS FOLGT CHINAS TECH-WERTEN INS MINUS – ATOSS IM AUFWIND

Ein Kursrutsch bei der chinesischen Beteiligung Tencent drückte unterdessen die Aktien des Technologie-Investors Prosus mehr als 14 Prozent nach unten. Der Technologiesektor der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt soll nach der Bestätigungvon Staatschef Xi für eine dritte Amtszeit an der Spitze der Kommunistischen Partei wesentlich stärker reguliert werden.

In Deutschland rückte Atoss Software bei den Einzelwerten ins Rampenlicht. Die Münchner wollen ihre Umsatz- und Gewinnziele in diesem Jahr leicht übertreffen und steuern damit auf ein Rekordjahr zu. Die Aktie stieg in der Spitze um mehr als 14 Prozent.

Wetten auf abnehmenden Zinsdruck treiben Europas Börsen an

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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