Mittwoch, Juli 24, 2024
StartCloseUpVenture Clienting: Den Cashflow sichern und Unternehmen in Krisenzeiten stärken 

Venture Clienting: Den Cashflow sichern und Unternehmen in Krisenzeiten stärken 

Der Cashflow vieler Unternehmen gerät momentan ins Stocken, bedingt durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, Energiekrise und Rezession. Dies führt unter anderem zu Betriebseinschränkungen, die etwa in sinkenden Investitionen resultieren. Diese Unsicherheiten am Markt in Kombination mit notwendigen Kosteneinsparungen seitens zahlreicher Unternehmen resultieren  in einer schwindenden Bereitschaft für risikoreiche Projekte. Das kann folgenschwere Konsequenzen nach sich ziehen und beispielsweise die Innovationskraft der Unternehmen langfristig beeinträchtigen. Venture Clienting bietet hier eine praktikable Lösung: Unternehmen werden gezielt Kunden von innovativen Start-ups, sparen Kosten und sichern den Cashflow, während sie von den neuesten technologischen Entwicklungen profitieren.

Was ist Venture Clienting?

Venture Clienting erweist sich als wegweisendes Konzept, um die zukunftsträchtigsten Innovationen führender Start-ups nahtlos in den Betriebsablauf von Unternehmen zu integrieren. Der besondere Vorteil liegt darin, dass dies ohne die traditionellen Kapitalrisiken einhergeht, die üblicherweise mit Direktinvestitionen in Start-ups oder mit der Entwicklung eigener technologischen Lösungen verbunden sind. Hierbei spielt die Größe des Unternehmens keine Rolle. Dank einer internen Venture Client Unit können Fachabteilungen innerhalb der Organisation rasch vielversprechende Start-ups identifizieren und deren Technologien gewinnbringend nutzen. Dieser Ansatz eröffnet eine agile Möglichkeit, Innovationen zu adaptieren und den unternehmerischen Fortschritt voranzutreiben.

Effektive Lösung zur Cashflow-Optimierung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Die Suche nach der optimalen Lösung, sei es für ein konkretes Problem oder die Einführung einer neuen Innovation, führt oft zu drei möglichen Ansätzen: der internen Umsetzung, der Einbindung externer Partner oder einer Mischform aus beidem. 

Die interne Entwicklung erfordert die Zuweisung von Arbeitskräften, Ressourcen und die schrittweise Erarbeitung von Konzepten und Materialien – ein Prozess, der bei null beginnt und mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Alternativ dazu könnte eine Zusammenarbeit mit einem Lieferanten in Betracht gezogen werden, wobei die Verhandlungen und die Anpassung des Produkts zeitraubend sind und bis zur Produktion Jahre vergehen können. Zudem verlangen Lieferanten in der Regel eine Co-Finanzierung des Entwicklungsaufwandes. Das kann schnell Millionenbeträge erfordern. Eine weitere Möglichkeit ist, Innovationen von Start-ups effektiv zu nutzen. Traditionell war hierzu eine Venture-Capital-Investition notwendig. Dadurch ging man aber substanzielles Kapitalrisiko ein. Und nicht jedes Start-up erlaubt es Unternehmen, zu investieren. Gerade die guten Start-ups sind hier zurückhaltend. Ein Investment ermöglicht zudem nicht den direkten Zugang zur Innovation des Start-ups, sondern zunächst nur zu Aktienanteilen. Anders hingegen das innovative Konzept des Venture Clienting: Es ermöglicht den direkten Erwerb eines Start-up- Produkts zur Lösung des Problems. Diese Methode ist kostengünstiger und beschleunigt den Innovationsprozess, da Start-ups bereits über das Produkt oder die Idee verfügen, was eine Win-win-Situation für alle Beteiligten schafft.

Um den Einfluss des Venture Clienting auf komplexe Produktentwicklungen zu verdeutlichen, nehmen wir das imaginäre Beispiel eines Automobilherstellers: Angenommen, das Unternehmen strebt die Entwicklung eines neuen Massagesitzes für seine Fahrzeuge an. Der traditionelle Ansatz würde eine enge Zusammenarbeit mit einem etablierten Zulieferer beinhalten. Hierbei müssten nicht nur lange und aufwendige Verhandlungen geführt werden, sondern auch die gesamten Entwicklungskosten in Millionenhöhe geteilt werden. Dieses Co-Development-Projekt würde in der Regel Jahre in Anspruch nehmen, bis ein marktreifes Produkt entsteht, und kann am Ende sogar abgebrochen werden. Das Venture-Clienting-Modell bietet hingegen eine effizientere Alternative: Anstatt eine komplett neue Produktlinie zu entwickeln, kann das Unternehmen auf bereits existierende Innovationen von Start-ups zurückgreifen. Dies ermöglicht eine schnellere Umsetzung und spart beträchtliche Kosten für Entwicklung und Kooperation. Das Start-up verfügt bereits über ein funktionierendes Produkt, dessen Entwicklung von Venture-Capital-Investoren finanziert wird. Das Unternehmen kann als Venture Client sogar Anpassungen des Produktes via “Kunden-Feedback” ohne Investment bekommen. Aufgrund der hohen Expertise und der substanziellen Venture-Capital-Finanzierung des jeweiligen Start-ups kann das Unternehmen seine Produktentwicklung beschleunigen, Kosten senken und Innovationsrisiken reduzieren. In diesem Beispiel wird deutlich, wie Venture Clienting als agiler Ansatz die traditionellen Herausforderungen bei der Produktentwicklung überwinden kann.

Venture Clienting als Cashflow-Lösung und Innovationstreiber

Um die besten Start-ups für die relevanten Innovationsprobleme zu finden und deren Technologien schnell und effektiv in den Innovationsprozess zu nutzen, bedarf es eines erprobten Venture-Client-Modells. Sprich: Es braucht Venture-Client-spezifische Prozesse und Ressourcen, wie z. B. eine dedizierte Venture-Client-Unit. Gutes Venture Clienting  ermöglicht es, potenzielle Fehlinvestitionen zu minimieren und dennoch von den Vorteilen einer schnellen, agilen und kosteneffizienten Produktentwicklung zu profitieren. Start-ups können somit nicht nur als Quelle für Lösungen aktueller Herausforderungen strategisch genutzt werden, sondern auch als effektiver Weg, um langfristige Unternehmensziele zu erreichen.

In Zeiten finanzieller Unsicherheit – etwa durch die COVID-19-Pandemie oder anderweitige wirtschaftliche Herausforderungen – bietet Venture Clienting eine vielversprechende Möglichkeit, den Cashflow von Unternehmen zu stärken und gleichzeitig Innovationen voranzutreiben. Top-Start-ups mittels eines erprobten Venture-Client-Modells strategisch zu nutzen befähigt Unternehmen, kosteneffizient auf innovative Lösungen zuzugreifen, anstatt langwierige, risikoreiche und Investment-intensiver Entwicklungsprozesse mit traditionellen Lieferanten zu durchlaufen. Dieser Ansatz erweist sich als agiler Weg, um Herausforderungen zu bewältigen und zukunftsfähig zu bleiben.

Autor Gregor Gimmy

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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