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US-Jobdaten schüren Zinssorgen der Anleger

Frankfurt, 07. Okt – Die Anleger geben nach offiziellen US-Arbeitsmarktdaten die Hoffnung auf behutsamere Zinserhöhungen der Notenbank Fed auf. Dax und EuroStoxx50 beschleunigten ihre Abwärts-Bewegung und fielen bis zum Freitagabend um jeweils 1,6 Prozent auf 12.273,00 beziehungsweise 3378,27 Punkte. Auch der US-Standardwerteindex Dow Jones gab 1,6 Prozent nach.

„Der Wunsch sowohl der US-Notenbank als auch der Investoren nach einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt wurde heute nicht erfüllt“, sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. Der Anstieg der neu geschaffenen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft lag im September mit einem Plus von 263.000 über den Markterwartungen, und die Stundenlöhne stiegen wie prognostiziert um 0,3 Prozent. „Der Bericht war damit erneut eher eine Bestätigung für den aggressiven Straffungskurs der Fed und nicht wie erhofft ein Argument dafür, an diesem in absehbarer Zeit etwas zu ändern“, erläuterte Oldenburger.

So habe auch der Dax die im Laufe einer bis dahin äußerst positiven Handelswoche erzielten Kursgewinne zur Hälfte wieder abgeben müssen. Erst nach den US-Inflationsdaten in der kommenden Woche könne die Frage beantwortet werden, ob das neue Jahrestief bei nochmaligem Anlaufen hält oder sich der übergeordnete Abwärtstrend fortsetzt. Denn bis zur ihrer nächsten Sitzung Anfang November konzentriere sich die US-Notenbank vor allem auf die Inflation.

KUPFERPREIS FÄLLT – ERDGAS EBENFALLS BILLIGER

Konjunktur-Skepsis war auch am Markt für Industriemetalle zu beobachten. Kupfer verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 7478 Dollar je Tonne. „Trotz aller Produktionsausfälle dominieren der konjunkturelle Gegenwind und die Rezessionsängste die Stimmung und die Kurse“, sagte Analystin Ewa Manthey von der ING Bank. Ein Belastungsfaktor seien die immer wieder verhängten Corona-Lockdowns beim Top-Abnehmer China.

Abwärts ging es auch mit dem europäischen Erdgas-Future, der um 3,4 Prozent auf 170,00 Euro je Megawattstunde nachgab. Wie in den vergangenen Tagen dämpften kontinuierliche Lieferungen von Flüssiggas (LNG) und prall gefüllte Lager die Ängste vor akuten Versorgungsengpässen, sagten Börsianer.

CREDIT SUISSE STEIGT NACH ANLEIHENKAUF – TECHWERTE IM MINUS

Bei den Unternehmen dämpfte der milliardenschwere Rückkauf von Anleihen durch die Credit Suisse die Furcht vor einem Zahlungsausfall des Geldhauses. CS-Aktien legten in Zürich 5,4 Prozent zu. „Der Anleihen-Rückkauf verschafft der Bank Luft zum atmen, bis sie am 27. Oktober die Quartalsergebnisse und die Strategie veröffentlicht“, sagte Analyst Andreas Venditti von der Bank Vontobel.

Auch Adidas stand im Rampenlicht. Der Sportartikel-Hersteller stellte seine Partnerschaft mit dem US-Rapper Kanye West in Frage. Die Aktien des Konzerns verloren gut fünf Prozent.

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Technologiewerte, nachdem der US-Halbleiterhersteller AMD und der südkoreanische Elektronik-Konzern Samsung enttäuschende Zahlen vorgelegt hatten. Der europäische Branchen-Index fiel um 4,3 Prozent. Am deutschen Aktienmarkt rutschten die Titel des Chip-Anbieters Infineon und des Zulieferers Siltronic um bis zu 3,7 Prozent ab.

US-Jobdaten schüren Zinssorgen der Anleger

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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