US-Börsen vor Fed-Protokollen im Rückwärtsgang

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Frankfurt, 17. Aug (Reuters) – Vor den mit Spannung erwarteten Protokollen der US-Notenbank haben Inflationssorgen die US-Börsen zur Wochenmitte ausgebremst. Auf die Stimmung drückte ein Gewinneinbruch beim US-Einzelhändler Target. Auch die US-Einzelhandelsdaten boten keine Unterstützung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sowie der breiter gefasste S&P 500 gaben jeweils knapp ein Prozent auf 33.972 und 4271 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq-Index büßte 1,4 Prozent auf 12.914 Punkte ein. 

Von den Fed-Protokollen versprachen sich Anleger mehr Aufschluss über den weiteren Verlauf der US-Zinspolitik. Vergangene Woche hatte der nachlassende Preisdruck in den USA die Hoffnung geweckt, dass die Inflation ihren Höhepunkt schon überschritten hat und Spielraum für eine langsamere Gangart bei den Zinserhöhungen da ist. Im Kampf gegen die ausufernden Preissteigerungen hatte die US-Notenbank zuletzt zwei ungewöhnlich große Zinsschritte von jeweils 0,75 Prozentpunkten in Folge beschlossen. Händler hielten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um erneut 0,75 Prozentpunkte oder um 0,5 Prozentpunkte durch die Fed im September für nahezu gleich groß.

TARGET ENTTÄUSCHT

„Wir müssen einen echten Rückgang der Inflation sehen“, sagte Brian Overby, Analyst beim Finanzdienstleister Ally. Die in dieser Woche veröffentlichten Ergebnisse von Einzelhändlern würden nicht bestätigen, dass die Inflation ihren Höhepunkt bereits erreicht habe. Inflationsgeplagte Konsumenten hielten sich trotz höherer Rabatte vor allem bei dem Händler Target mit ihren Ausgaben zurück. Ein Ergebniseinbruch von 90 Prozent ließ die Anteilsscheine um bis zu fünf Prozent abrutschen. 

Am Vortag hatten die Rivalen Walmart und Home Depot hingegen besser abgeschnitten als erwartet und den Dow-Jones-Index angeschoben. Auch Walmart bekam jedoch die Kaufzurückhaltung angesichts des Preisdrucks zu spüren und musste Kunden Rabatte einräumen. Nachdem Walmart die Prognosen übertroffen habe, habe der Markt erwartet, dass Target diesem Beispiel folgen würde, sagte Michael Hewson, Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets. „Diese Erwartung erwies sich als unzutreffend.“ Die Anteilsscheine von Krispy Kreme brachen sogar um mehr als 14 Prozent ein, nachdem der Doughnut-Hersteller seine Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Jahr abgespeckt hat.

US-EINZELHANDELSUMSÄTZE STAGNIEREN

Unterdessen stagnierten die US-Einzelhandelsumsätze im Juli im Vergleich zum Vormonat und lagen damit unter der Prognose eines minimalen Anstiegs von 0,1 Prozent. „Die US-Einzelhandelsumsätze sind die reinste Form der Verbraucherausgaben, und die Daten haben bestätigt, dass die Verbraucher in den USA dort getroffen werden, wo es ihnen am meisten weh tut“, sagte Naeem Aslam, Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „Die Zahlen waren nicht ermutigend, aber der Silberstreif am Horizont ist, dass die Benzinpreise fallen und vielleicht wird ein Teil der Ersparnisse die Verbraucher dazu ermutigen, mehr auszugeben.“

Am Devisenmarkt werteten Anleger positiv, dass die Verbraucherausgaben in den USA zumindest stabil geblieben sind. Dies könnte Befürchtungen, die Wirtschaft befinde sich bereits in einer Rezession entkräften, sagten Börsianer. Der Dollar-Index stieg im Vergleich zu einem Korb wichtiger Währungen um 0,2 Prozent auf einen Wert von 106,75. Dem Dollar kam auch die Erwartung zugute, dass die Fed die Zinssätze weiterhin schneller anheben werde als andere Zentralbanken.

Die Aussicht auf eine weitere Straffung der Geldpolitik setzte dagegen Anleihen zu. Im Gegenzug stieg die Rendite der 10-jährigen Treasuries auf bis zu 2,919 Prozent von 2,824 Prozent am Vortag.

US-Börsen vor Fed-Protokollen im Rückwärtsgang

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