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Mittwoch, November 30, 2022

Unfälle mit E-Bike häufiger tödlich als mit normalen Fahrrädern

Expertenmeinungen

Berlin, 12. Jul (Reuters) – Unfälle mit E-Bikes enden relativ häufiger tödlich als Unfälle mit Fahrrädern ohne Hilfsmotor. Grund dafür ist vor allem das Alter der Verunglückten, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Denn Menschen, die 2021 auf einem sogenannten Pedelec verletzt oder getötet werden, waren im Schnitt 55 Jahre alt, auf einem nichtmotoriserten Rad mit 41 Jahren dagegen deutlich jünger. Im vergangenen Jahr verunglückten 17.045 Menschen mit einem E-Bike und damit acht Mal mehr als 2014. Allerdings entdecken zunehmend auch jüngere Menschen die Elektroräder für sich. Von den 2021 im Straßenverkehr Verunglückten waren die Hälfte mit dem Auto unterwegs, 21 Prozent mit dem Fahrrad, fünf Prozent mit dem Pedelec und weniger als zwei Prozent mit dem E-Scooter.

Im vergangenen Jahr kamen 131 Menschen auf einem Pedelec ums Leben, darunter 34 bei einem sogenannten Alleinunfall. Auffällig ist den Daten zufolge der höhere Anteil an Unfällen ohne Fremdverschulden. Dies traf auf mehr als jeden dritten Unfall zu, während es bei normalen Fahrrädern nur bei jedem vierten der Fall war. E-Biker, die in Unfälle mit Personenschaden verwickelt waren, fuhren oft verbotenerweise auf dem Gehweg oder auf einer Einbahnstraße in der falschen Richtung. Weitere Gründe waren zu schnelles Fahren und Alkoholeinfluss.

Derweil registrierte die Polizei im vorigen Jahr 5535 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 4882, die mit einem Elektroroller unterwegs waren, verletzt und fünf starben. Im Gegensatz zu den Unfallopfern auf Pedelecs sind jene mit E-Scootern eher jünger. 41 Prozent von ihnen waren unter 25, das Durchschnittsalter lag bei 31 Jahren. „Alkoholkonsum spielt beim Unfallgeschehen von E-Scootern eine vergleichsweise große Rolle“, erklärte das Statistikamt. Zudem seien Unfälle mit Elektrorollern ein Großstadt-Phänomen. Unfälle mit Personenschaden gebe es fast nur innerorts, rund die Hälfte davon ereignete sich 2021 in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

E-Scooter und andere sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge dürfen seit Juni 2019 auf deutschen Straßen fahren. Sie weisen eine ähnliche Schadenbilanz auf wie Mofas und Mopeds, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erklärte. „2020 wurden mit rund 180.000 versicherten Fahrzeugen 1150 Unfälle verursacht, bei denen Dritte zu Schaden kamen“, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „Die Kfz-Haftpflichtversicherer zahlten für jeden dieser Unfälle im Schnitt rund 3850 Euro.“

Unfälle mit E-Bike häufiger tödlich als mit normalen Fahrrädern

Copyright: (c) Copyright Thomson Reuters 2022

Titelfoto: Symbolfoto

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