Ukraine meldet heftige russische Angriffe um Donezk

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Kiew, 09. Aug (Reuters) – Die Ukraine hat am Dienstag heftige russische Angriffe im Osten gemeldet. Betroffen seien unter anderem Orte in der Nähe der Stadt Donezk, wo nach ukrainischen Angaben russische Truppen mit Angriffswellen versuchen, die Kontrolle über den Donbass zu erlangen. Russland hat dort bereits die Region Luhansk erobert. „Die Lage in der Region ist angespannt – die gesamte Frontlinie wird ständig beschossen“, sagte der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, im ukrainischen Fernsehen. Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch sagte in einem auf YouTube gezeigten Video, dass ukrainische Truppen im Nordosten in der Nähe der Stadt Charkiw den Ort Dowhenke zurückerobert hätten. 

Schwere Kämpfe wurden auch im Süden um die von russischen Truppen besetzte Stadt Cherson gemeldet. Ukrainische Truppen griffen erneut Brücken über den Fluss Dnjepr an, um die russischen Nachschublinien zu unterbrechen. Juri Sobolewsky, stellvertretender Vorsitzender des von den russischen Besatzungstruppen verdrängten Regionalrats von Cherson, erklärte auf Telegram, die Brücke sei nach „nächtlichen Aktionen“ schwer beschädigt worden. Die Angaben ließen sich von Reuters nicht überprüfen. 

RUSSEN WOLLEN LUFTABWEHR UM AKW ERHÖHEN

Die ukrainische und die russische Regierung streiten weiter über den Beschuss der Gegend um das Atomkraftwerk in Saporischschja, das seit März von russischen Truppen besetzt ist. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte in seiner nächtlichen Videoansprache neue westliche Sanktionen gegen die russische Atomindustrie, weil die Regierung in Moskau die Gefahr einer nuklearen Katastrophe heraufbeschwöre. Mark Wenman, Nuklearexperte am Imperial College London, spielte das Risiko eines größeren Zwischenfalls allerdings herunter und erklärte, die Reaktoren in Saporischschja seien relativ robust und die abgebrannten Brennelemente gut geschützt.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, hatte am Montag jeden Angriff auf ein Kernkraftwerk als „selbstmörderisch“ bezeichnet und gefordert, dass den UN-Atominspektoren Zugang zu Saporischschja gewährt wird. Die Ukraine forderte die Entmilitarisierung des Gebiets um den Komplex sowie die Zulassung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), dem auch Russland zustimmte. Gleichzeitig zitierte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti aber am Dienstag einen von Russland eingesetzten Separatistenvertreter mit der Ankündigung, dass die Flugabwehr rund um das Kernkraftwerk Saporischschja nach tagelangem Beschuss im Rahmen der ukrainischen Gegenoffensive verstärkt werde. 

NEUE GETREIDETRANSPORTE 

Das türkische Verteidigungsministerium teilte mit, dass am Dienstag zwei weitere Getreideschiffe den ukrainischen Hafen Tschornomorsk verlassen hatten. Damit konnten im Rahmen einer von den UN mit Russland und der Ukraine erzielten Vereinbarung mittlerweile zwölf Schiffe die Ukraine verlassen. Die „Ocean Lion“ fuhr mit 64.720 Tonnen Mais nach Südkorea, während die „Rahmi Yagci“ 5300 Tonnen Sonnenblumenmehl nach Istanbul transportierte. Russland hatte zuvor ukrainische Häfen blockiert.

Russland, das am 24. Februar in das Nachbarland einmarschiert war, bezeichnet den Krieg als „besondere militärische Operation“. Der Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, Colin Kahl, erklärte am Montag, Russland habe seit Beginn seiner Invasion Februar zwischen 70.000 und 80.000 Tote und Verwundete zu beklagen gehabt. Seit dem russischen Angriff sind in der Ukraine Millionen Menschen vertrieben worden. Es wurden zudem Tausende von Zivilisten getötet und Städte, Ortschaften und Dörfer in der Ukraine in Trümmer geschossen. Die ukrainische Führung spricht deshalb von einem russischen Vernichtungskrieg und Völkermord.

Ukraine meldet heftige russische Angriffe um Donezk

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Titelfoto: Copyright [mariakarabella] /Depositphotos.com

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