Ukraine, Inflation und Fed setzen US-Anlegern zu

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Berlin/New York, 17. Feb (Reuters) – Angesichts eines Trios von Sorgen haben die US-Börsen am Donnerstag schwächer tendiert. „Sie haben da eine offenbar weit verbreitete Inflation, es zeichnet sich eine Änderung der Geldpolitik der US-Notenbank ab und dann sind da noch die anhaltenden Spannungen mit Russland und der Ukraine“, sagte der Aktienstratege Terry Sandven vom Vermögensverwalter U.S. Bank Wealth Management.

Marc Chandler, Chefstratege beim Handelshaus Bannockburn Global Forex, verwies zudem auf das anstehende lange Wochenende wegen eines US-Feiertages am Montag: „Für einen Marktteilnehmer gibt es keinen Anreiz, vor einem Wochenende, an dem alles passieren kann, gegen eine risikoscheue Stimmung anzukämpfen.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag im Verlauf 1,1 Prozent tiefer bei 34.541 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab ebenfalls 1,1 Prozent auf 4426 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,6 Prozent und fiel knapp unter die Marke von 14.000 Punkten.

Insbesondere die Furcht vor einer Eskalation der Ukraine-Krise hatte auch zuvor Anleger in Europa verschreckt. Im Osten des Landes kam es nach Angaben beider Seiten zu Gefechten zwischen pro-russischen Rebellen und ukrainischen Regierungstruppen. US-Präsident Joe Biden erklärte, die Gefahr eines russischen Einmarsches in der Ukraine sei „sehr hoch“ und es sei sein Gefühl, dass dies in den nächsten Tagen geschehen werde. Der Dax und der EuroStoxx50 hatten anschließend beide 0,7 Prozent nachgegeben.

TESLA UND DOORDASH GEBEN NACH

Entsprechend waren sichere Anlagehäfen gefragt. Der Goldpreis stieg um 1,7 Prozent auf 1899,90 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), der höchste Stand seit Juni 2021. Auch die Kurse von Staatsanleihen zogen an. Im Gegenzug fiel die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries auf 1,981 Prozent.

Zwar befürchteten Rohstoff-Anleger, dass ein Krieg zu Sanktionen gegen russisches Öl führen und die weltweite Versorgung einschränken würde. Allerdings weckten positive Signale von den Verhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran die Hoffnung auf die Rückkehr iranischen Öls auf den Weltmarkt. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 1,9 Prozent auf 91,89 Dollar je Barrel (159 Liter).

Bei den Einzelwerten ging es für Tesla 3,4 Prozent bergab. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht 416.000 Fahrzeuge nach Berichten über unerwartete Bremsmanöver des Fahrer-Assistenzsystems.

Für DoorDash gab es dagegen ein Plus von sieben Prozent. Der Essenslieferant – Mutter des deutschen Lieferdienstes „Wolt“ – hatte einen überraschend großen Umsatzsprung vorgelegt.

Die Aktien von Tripadvisor fielen dagegen 2,2 Prozent. Die Hotel-Suchmaschine wies überraschend einen Verlust statt eines von Experten erwarteten Gewinnes aus.

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