Ukraine aktuell 26.03.22

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Update: 17:36 Uhr

26. Mrz (Reuters) – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen:

17.27 Uhr – Gouverneur – Fünf Verletzte bei Raketenangriffen auf Lwiw

Auf Lwiw im Westen der Ukraine sind laut dem Gouverneur Maksym Kosyzkyj zwei Raketen abgefeuert worden. Fünf Menschen seien verletzt worden, teilte Kosyzkyj in einem Online-Post mit. Zuvor hatte er drei starke Explosionen am östlichen Rand der umkämpften Stadt vermeldet. Reuters-Augenzeugen berichteten von einer starken schwarzen Rauchwolke über dem nordöstlichen Lwiw. Lokale Behörden hatten die Anwohner aufgefordert, Schutz zu suchen.

17.15 Uhr – Die neuen Kommentare von US-Präsident Joe Biden über seinen russischen Counterpart Wladimir Putin erschweren laut dem Kreml diplomatische Annäherungen. Dadurch würden die Aussichten auf bessere Beziehungen geschmälert, zitiert die Nachrichtenagentur Tass einen Kreml-Sprecher. Zuvor hatte Biden bei seinem Besuch in Polen Putin wegen der russischen Invasion in die Ukraine als „Schlächter“ bezeichnet und daran gezweifelt, dass Russland in dem Krieg einen Strategiewechsel vollzogen hat. 

16.05 Uhr – Nahe der westukrainischen Stadt Lwiw sind nach Angaben eines Stadtratsmitglieds drei schwere Explosionen zu hören. Stadtratsmitglied Igor Sinkewytsch ruft die Bevölkerung auf Facebook auf, Ruhe zu bewahren und in Gebäuden zu bleiben. Reuters-Augenzeugen sehen im Nordosten der Stadt schwarzen Rauch aufsteigen.

15.55 Uhr – Aus der nordukrainischen Stadt Tschernihiw können nach Angaben von Bürgermeister Wladyslaw Atroschenko 44 Schwerverletzte nicht zur medizinischen Versorgung an sichere Orte gebracht werden. Denn die Stadt sei von russischen Truppen abgeriegelt, sagt Atroschenko im Fernsehen. Unter diesen Verletzten seien drei Kinder. Die Stadt stehe unter schwerem Beschuss durch russische Kräfte. Von den ursprünglich 290.000 Einwohnern seien bis zu 130.000 ohne Heizung, Strom und Wasser.

15.45 Uhr – US-Präsident Joe Biden bezeichnet den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Blick auf die russische Invasion in der Ukraine als „Schlächter“. Zudem äußert sich Biden bei seinem Besuch in Polen zurückhaltend bezüglich jüngster Vermutungen, Russland könne im Ukraine-Krieg einen Strategiewechsel eingeschlagen haben. Er sei sich dessen nicht sicher. Zuletzt gab es Hinweise darauf, dass Russland den Militäreinsatz in der Ukraine weg von der Hauptstadt Kiew in den Donbass im Osten des Landes verlegt.

15.35 Uhr – Das türkische Militär hat nach eigenen Angaben am Samstag eine vor der Schwarzmeerküste von Istanbul treibende Seemine kontrolliert zur Explosion gebracht. Verteidigungsminister Hulusi Akar sagt, es habe sich um eine Mine älteren Typs gehandelt. Er sei deswegen im Kontakt mit russischen und ukrainischen Behörden. Russland hatte am Montag erklärt, vor der ukrainischen Küste hätten sich Minen von Befestigungsseilen gelöst und seien weggetrieben.

14.20 Uhr – Die Fähigkeit der Ukraine zum Getreideexport verschlechtert sich nach Angaben von Agrarminister Mykola Solskyj täglich. Eine Verbesserung sei nur bei einem Ende des Krieges zu erwarten, sagt Solskyj im Fernsehen. Die Ukraine ist einer der weltgrößten Getreideexporteure. Die monatlichen Ausfuhren brachen von vier bis fünf Millionen Tonnen in normalen Zeiten auf nun lediglich einige hunderttausend Tonnen ein.

13.10 Uhr – Russland hat in seiner westlichen Exklave Kaliningrad erneut ein Manöver durchgeführt. Es habe militärische Übungen mit Boden-Luft-Raketen des Typs S-400 gegeben, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Baltische Flotte. Demnach wurden auch Su-27-Kampfjets eingesetzt. Russland hatte erst Mitte März planmäßige Militärübungen in der Exklave Kaliningrad abgehalten, die zwischen den Nato-Ländern Polen und Litauen liegt. Zudem führte Russland auch ein Manöver auf von Japan beanspruchten Inseln des Kurilen-Archipels durch, wie japanische Medien berichteten. Nachdem sich Japan den Sanktionen wegen der Ukraine-Invasion angeschlossen hatte, zog sich Russland kürzlich aus den Verhandlungen mit der Regierung in Tokio über einen Friedensvertrag zur offiziellen Beendigung des Zweiten Weltkriegs zurück. Ein Streitpunkt sind Gebietsansprüche um die Kurilen, die zwischen Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido und der russischen Halbinsel Kamtschatka liegen.

11.35 Uhr – –Treffen der Außen- und Verteidigungsminister der Ukraine und der USA

Die Außen- und Verteidigungsminister der Ukraine und der USA sind erstmals zu gemeinsamen Beratungen in diesem Format zusammengekommen. Besprochen worden seien aktuelle Themen und die Zusammenarbeit in den Bereichen Politik und Verteidigung, teilt der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow auf Twitter zu dem Treffen in der polnischen Hauptstadt Warschau mit. Dabei postete er ein Foto des Treffens mit US-Außenminister Antony Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sowie dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba.

11.00 Uhr – Klitschko – Verlängerte Ausgangssperre in Kiew

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko verlängert die Ausgangssperre in der ukrainischen Hauptstadt. Die Menschen sollten ab 20.00 Uhr (Ortszeit) am Samstag bis Montagmorgen um 08.00 Uhr (Ortszeit) zu Hause bleiben, teilt Klitschko in einem Online-Post mit. Die Entscheidung sei vom Militär getroffen worden. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

10.10 Uhr – Der Bürgermeister der von russischen Truppen eingekesselten ukrainischen Hafenstadt Mariupol hat nach eigenen Angaben mit dem französischen Botschafter die Möglichkeiten für Hilfe bei einer Evakuierung sondiert. Dies teilt Bürgermeister Wadym Boitschenko im staatlichen Fernsehen mit. Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, er wolle Russland einen Plan vorschlagen, um dabei zu helfen, die Menschen aus der Stadt in Sicherheit zu bringen. Bürgermeister Boitschenko erklärte zudem, die Lage in der Stadt sei weiterhin kritisch. Im Stadtzentrum gingen die Straßenkämpfe weiter.

10.05 Uhr – Russische Truppen haben offenbar die Kontrolle über die Stadt Slawutytsch in der Nähe des ukrainischen Unglücks-Kernkraftwerks Tschernobyl erlangt. Sie hätten das Krankenhaus eingenommen und den Bürgermeister entführt, hieß es einer Online-Mitteilung des Gouverneurs der Region Kiew, Olexandr Pawljuk. In Slawutytsch leben die Beschäftigten von Tschernobyl. Reuters konnte die Angaben nicht unabhängig überprüfen. Am Freitag hieß es von ukrainischer Seite, ein erster Angriff sei zurückgeschlagen worden.

09.40 Uhr – Die Ukraine hofft darauf, dass im Tagesverlauf zehn Fluchtkorridore für Zivilisten in umkämpften Städten eingerichtet werden können. Auf diese Zahl an humanitären Korridoren habe man sich verständigt, teilt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk im ukrainischen Fernsehen mit. Zivilisten in der besonders unter russischem Beschuss liegenden Hafenstadt Mariupol müssten mit Privatautos flüchten. Denn die russischen Streitkräfte ließen keine Busse zur Evakuierung in die eingekesselte Stadt im Südosten des Landes. Russland und die Ukraine haben sich in den vergangenen Kriegswochen immer wieder gegenseitig die Schuld am Scheitern von Fluchtkorridoren gegeben. Die Angaben beider Seiten können nicht unabhängig überprüft werden.

09.05 Uhr – Bundesfinanzminister Christian Lindner ist mit Blick auf den Ukraine-Krieg bereit für eine Neuausrichtung des Corona-Wiederaufbaufonds. „Angesichts der veränderten Lage bin ich offen dafür, die vorhandenen Mittel zu priorisieren“, sagt der FDP-Chef der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Nötig seien „Investitionen in Infrastruktur, Energie und Wettbewerbsfähigkeit, aber nicht mehr Staatskonsum und verschobene Reformen“. Neue Gemeinschaftsfonds benötige die EU nicht. Der Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Milliarden Euro war im vergangenen Jahr aufgesetzt worden, um die Folgen der Corona-Krise besser bewältigen zu können.

08.30 Uhr – Für eine rasche Integration ukrainischer Kriegsflüchtlinge in den Arbeitsmarkt fordert Berlins Arbeits- und Sozialsenatorin Katja Kipping eine schnelle Anerkennung von Berufsabschlüssen. „Wir müssen im bundesweiten Zusammenspiel eine unbürokratische Lösung für die Anerkennung von Berufsabschlüssen finden“, sagt die Linken-Politikerin dem „Handelsblatt“. „Das muss schnell geschehen, denn die Menschen, die zu uns kommen, wollen sich mit ihrer Arbeit einbringen.“ Zudem sollten die Geflüchteten über die Leistungen des Sozialgesetzbuchs II versorgt werden und nicht nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. „Über diese Grundsicherung wäre der Zugang zu Integrationskursen, Sprachkursen, Arbeitsmarktmaßnahmen und auch zum Arbeitsmarkt viel leichter und schneller möglich“, sagt Kipping.

08.05 Uhr – Der russische Gasriese GazpromGAZP.MM liefert nach eigenen Angaben weiterhin wie bestellt Gas durch die Ukraine nach Europa. Die bestellte Liefermenge europäischer Kunden belaufe sich am Samstag auf 109,5 Millionen Kubikmeter nach 105,1 Millionen Kubikmeter am Freitag, teilt der staatlich kontrollierte Konzern mit. 

07.46 Uhr – In der Ukraine sind seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als einem Monat nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft bislang 136 Kinder getötet worden. 199 Kinder seien verletzt worden, teilt die Behörde auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen.

02.09 Uhr – Großbritannien – Lebensmittel für umzingelte Ukrainer

Großbritannien finanziert Lebensmittel für zwei Millionen Pfund für die Bewohner eingeschlossener ukrainischer Städte. „Der Bedarf vor Ort in der Ukraine ist groß. Viele Menschen verharren in den eingekesselten Gebieten in Kellern ohne Zugang zu Lebensmitteln oder Wasser“, sagt Alice Hooper, die Beraterin für humanitäre Hilfe des britischen Außenministeriums, in einer Erklärung.

25 Lkw-Ladungen mit getrockneten Lebensmitteln, Konserven und Wasser sollen von Lagerhäusern in Polen und der Slowakei zu den am stärksten gefährdeten ukrainischen Städten transportiert werden.

01.16 Uhr – Die US-Regierung bereitet einem Medienbericht zufolge Sanktionen gegen russische Unternehmen vor, die Waren und Dienstleistungen für Moskaus Militär und Geheimdienste liefern. Das berichtet das „Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf US-Beamte.

Die meisten dieser Unternehmen, darunter Serniya Engineering und der Ausrüstungshersteller Sertal, seien zuvor auf eine US-Liste gesetzt worden, die den Export sensibler Technologien an diese Unternehmen verbiete. Die Sanktionen des US-Finanzministeriums könnten in der nächsten Woche angekündigt werden, so das Blatt. Das Finanzministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

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