Freitag, März 1, 2024
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Ukraine aktuell 14.10.22

14. Okt – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

21.31 Uhr – Die Mitgliedsstaaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) rufen fast einstimmig Russland auf, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Der Konflikt sei der größte der Gründe für die Inflation und ein sich abschwächendes globales Wirtschaftswachstum, teilt der Vorsitzende des IWF-Lenkungsausschusses mit. Die spanische Wirtswchaftsministerin Nadia Calvino erklärt, Russland habe erneut eine gemeinsame Stellungnahme des Ausschusses verhindert.

20.51 Uhr – Der ukrainische Generalstab teilt auf Facebook mit, dass große Mengen russischer Waffen und Ausrüstung in Antratsyt südlich von Luhansk zerstört habe. Die Ukraine hofft, in diesem Gebiet größere Städte zurückzuerobern. Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Walerij Saluschnyj, erklärt angesichts ukrainischer Geländegwinne in den vergangenen Wochen: „Die strategische Initiative liegt in unseren Händen. Das Wichtigtse ist nun, nicht anzuhalten.“

16.00 Uhr – Der mongolische Ministerpräsident hat zum baldigen Ende des Krieges in der Ukraine aufgerufen. „Dieser Krieg darf nicht zu lange weiter gehen“, sagt Luwsannamsrain Ojuun Erdene nach einem Treffen mit Kanzler Olaf Scholz in Berlin. Er warnt zudem vor einem atomaren Krieg, den alle Seiten verhindern müssten. Die Mongolei, die zwischen Russland und China liegt, hat sich bei der Abstimmung über die territoriale Integrität der Ukraine in der UN-Vollversammlung enthalten. Der Ministerpräsident betont die demokratische Entwicklung, aber auch die Energie- und Rohstoffabhängigkeit seines Landes von Russland und China. 

14.46 Uhr – Die Teilmobilmachung in Russland ist nach den Worten von Präsident Wladimir Putin auf der Zielgeraden. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sei die Rekrutierung weiterer Soldaten abgeschlossen. Für eine weitere Mobilmachung gebe es keine Pläne, sagt Putin bei einer Konferenz in der kasachischen Hauptstadt Astana. Mit der Teilmobilmachung sollten 300.000 Reservisten eingezogen werden.

13.34 Uhr – Der Aufruf der russischen Besatzungsverwaltung in der Region Cherson zur Flucht vor den Kämpfen nach Russland kommt nach Einschätzung eines Vertreters der ukrainischen Regionalrates einer Abschiebung gleich. Man solle nicht wie Russland von Evakuierung sprechen, es sei denn, es betreffe Kollaborateure mit Russland, sagt Serhij Chlan. Der von Russland installierte Verwaltungsleiter Wladimir Saldo hat die Bevölkerung zur Flucht nach Russland aufgerufen. „Diese von Saldo angekündigte ‚Evakuierung‘ ist eine Evakuierung für Kollaborateure und Verräter in der Region … Sie wollen diese Kollaborateure nach Russland bringen“, sagt Khlan. „Die Besatzer verstehen, dass sie sich nicht lange halten können.“ Dies betreffe vor allem das rechte Ufer des Dnjepr und die Stadt Cherson.

12.54 Uhr – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat unter Verweis auf Spannungen an den Grenzen eine erhöhte Terrorismuswarnung für sein Land ausgerufen. „Im Zusammenhang mit der Eskalation der Spannungen wurde ein Stufe erhöhter terroristischer Gefahr eingeführt“, sagt Lukaschenko in einem russischen Fernsehinterview. Er verbindet diesen Schritt mit seiner Ankündigung vom Montag, belarussische Truppen gemeinsam mit russischen Streitkräften in der Nähe der südlichen Grenze zur Ukraine zu stationieren. Die jüngsten Truppenbewegungen weckten in der Ukraine und im Westen die Sorge, dass Lukaschenko seine Armee zur Unterstützung des russischen Kriegs einsetzen könnte. Beobachtern zufolge dürfte dies für Lukaschenko zwar eine unattraktive Option sein, er dürfte sich aber kaum weigern können, wenn der russische Präsident Wladimir Putin dies verlangt. Russland nutzte das verbündete Land als Basis für den Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar.

10.45 Uhr – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt sich siegessicher. „Indem wir diesen Feind besiegen, werden wir allen Feinden antworten, die in die Ukraine eindringen“, sagt Selenskyj in einer Video-Ansprache an die Nation zum „Tag der Verteidiger der Ukraine“. „Es wird ein Sieg sein für all unsere Menschen, es wird ein Sieg sein für die Streitkräfte der Ukraine“, sagt Selenskyj, postiert auf den Hügeln außerhalb von Kiew. „Die Welt sieht, dass die Ukrainer ihre Menschlichkeit unter keinen Umständen verlieren. Der Feind kann unsere Städte angreifen, aber niemals unsere Würde.“ Der 14. Oktober ist in der Ukraine ein Feiertag, an dem der Soldaten gedacht wird, die sich für die Unabhängigkeit und territoriale Integrität des Landes verdient gemacht haben.

09.45 Uhr – Die Reparaturen an der durch eine Explosion am Samstag vergangener Woche beschädigten Krim-Brücke sollen im Juli kommenden Jahres abgeschlossen sein. Das geht aus einem Dokument hervor, das die russische Regierung auf ihrer Website veröffentlicht. Für die Explosion und die massive Beschädigung der Brücke macht die russische Führung die Ukraine verantwortlich. Die Brücke über die Meerenge von Kertsch – zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer – bindet die 2014 von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim an das russische Kernland an. Sie wurde 2018 von Wladimir Putin eröffnet und ist ein Prestigeprojekt des russischen Präsidenten. Sie ist zudem wichtig für die Versorgung der russischen Truppen auf der Krim und in der Südukraine.

08.03 Uhr – Pro-russische Einheiten sind nach Erkenntnissen des britischen Geheimdienstes in den vergangenen drei Tagen auf die strategisch wichtige Stadt Bachmut in der ostukrainischen Region Donezk vorgerückt. Vermutlich seien sie bereits in Dörfer südlich der Stadt vorgedrungen, teilt das britische Verteidigungsministerium aus dem jüngsten Geheimdienstbulletin mit. Bachmut liegt an einer Hauptstraße, die zu den Städten Slowjansk und Kramatorsk führt. Die Söldnertruppe Wagner, die an der Seite der regulären russischen Einheiten kämpft, bleibe wahrscheinlich stark in die Kämpfe um Bachmut verwickelt. Russland verfolge weiter seine Offensive im Zentrum des Donbass, der aus den ostukrainischen Regionen Luhansk und Donezk besteht, und komme sehr langsam voran.

07.43 Uhr – Nach dem Absturz von Raketenteilen in der Nähe der russischen Stadt Nowji Oskol in der Grenzregion Belgorod ist nach Angaben der dortigen Behörden der Zugverkehr unterbrochen worden. Abwehrsysteme hätten Raketen abgefangen, teilt der Governeur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Trümmer seien in der Nähe von Gleisen abgestürzt. „Stromleitungen sind beschädigt. Züge sind vorübergehend ausgesetzt“, teilt Gladkow mit. Opfer habe es nicht gegeben. Nowji Oskol liegt rund 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt und hat etwa 18.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Eine unabhängige Überprüfung ist nicht möglich, eine Reaktion der Ukraine gibt es zunächst nicht.

07.20 Uhr – Die Ukraine hat nach eigenen Angaben im vergangenen Monat mehr als 600 Ortschaften zurückerobert. Darunter seien auch 75 Orte in der Region Cherson im Süden des Landes, teilt das Ministerium für die Reintegration vorübergehend besetzter Gebiete mit. Cherson liegt gegenüber der bereits 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim und ist deshalb strategisch besonders wichtig. Etwa 500 Ortschaften seien außerdem in der nordöstlichen Region Charkiw zurückerobert worden. Dort waren die ukrainischen Truppen im September weit in die russischen Linien vorgestoßen. 43 Ortschaften seien in der Region Donezk zurückerobert worden, sieben in Luhansk. „Die Fläche der befreiten ukrainischen Gebiete hat erheblich zugenommen“, teilt das Ministerium auf seiner Website mit. Russland hat Ende September Cherson, Luhansk und Donezk zusammen mit der Region Saporischschja annektiert, was international nicht anerkannt wird.

01.40 Uhr – Angesichts vorrückender ukrainischer Truppen werden die ersten Evakuierten aus der südukrainischen Region Cherson am Freitag in Russland erwartet. „Wir haben allen Bewohnern der Region Cherson vorgeschlagen, sich in andere Regionen zu begeben, wenn sie sich vor den Folgen der Raketenangriffe schützen wollen“, sagt der von Russland eingesetzte Gouverneur der besetzten Region, Wladimir Saldo, in einer Videobotschaft. Das Angebot gilt auch für die Regionalhauptstadt, die einzige ukrainische Großstadt, die Russland seit seinem Einmarsch im Februar unversehrt erobert hat. 

Ukraine aktuell 14.10.22

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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