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Sonntag, Dezember 4, 2022

Ukraine aktuell 11.11.22

Expertenmeinungen

11. Nov – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

22.49 Uhr – Die UN-Atombehörde meldet schwere Schäden an der ukrainischen Atomforschungsanlage in Charkiw. Es gebe allerdings keine Hinweise, dass radioaktive Stoffe ausgetreten oder radioaktives Material abhandengekommen sei, erklärt der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Mariano Grossi. Ein IAEA-Team habe das Technologieinstitut vom 8. bis zum 10. November begutachtet.

18.54 Uhr – Die Ukraine baut nach eigenen Angaben eine Betonwand und Sperranlagen entlang der mehr als 1000 Kilometer langen Grenze zum russischen Verbündeten Belarus. In der Region Wolyn sei ein drei Kilometer langer, mit Stacheldraht bewehrter Wall errichtet worden, gibt Präsidialberater Kyrylo Tymoschenko bekannt. Auch in den Regionen Riwne und Tschytomyr werde gearbeitet. Einzelheiten nannte er nicht. „Das ist nicht alles, aber wir werden keine Einzelheiten veröffentlichen.“

18.55 Uhr – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die Rückeroberung der Stadt Cherson als herausragendes Ereignis. „Heute ist ein historischer Tag. Wir sind dabei, Cherson wieder einzunehmen“, sagt er in einer Videoansprache. Die Streitkräfte des Landes stünden vor der Stadt, in der sich bereits Spezialeinheiten aufhielten.

18.02 Uhr – Eine Vorhut der ukrainischen Streitkräfte erreicht das westliche Ufer des Flusses Dnipro in der Region Cherson. Das gibt der ukrainische Generalstab auf Facebook bekannt.

18.00 Uhr – Russland gibt ein Einreiseverbot für 200 US-Staatsbürger bekannt. Darunter sind drei Geschwister von Präsident Joe Biden sowie dessen Pressesprecherin Karine Jean-Pierre. Das russische Außenministerium bezeichnet die Maßnahme als Reaktion auf US-Sanktionen.

17.40 Uhr – Ein britischer Mitarbeiter der Botschaft Großbritanniens in Berlin hat sich der Weitergabe von Informationen an Russland schuldig bekannt. Das zuständige Gericht in London macht die Aussage des 58-jährigen Wachmanns vom 4. November heute öffentlich. Demnach soll er zwischen Oktober und Dezember 2020 Informationen über britische Staatsdiener an einen russischen Militärattache in Berlin weitergegeben haben. Eine Anhörung zum Strafmaß ist für Februar angesetzt.

17.22 Uhr – Bundeskanzler Olaf Scholz hat einem deutschen Regierungssprecher zufolge am Freitag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Beide hätten sich im Vorfeld des G20-Gipfels über die militärische, politische und humanitäre Lage in der Ukraine ausgetauscht. „Der Bundeskanzler und der ukrainische Präsident verurteilten den anhaltenden gezielten Beschuss ziviler Infrastruktur in der Ukraine durch die russischen Streitkräfte und besprachen konkrete Maßnahmen zur Stärkung der ukrainischen Energieinfrastruktur.“ Scholz habe weitere Unterstützung zugesagt, vor allem in den Bereichen Energieinfrastruktur und Luftverteidigung.

15.20 Uhr – Russland hat im Rahmen seines Abzugs aus Cherson laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax mehr als 30.000 Soldaten an das Ostufer des Flusses Dnipro verlegt. Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass der Abzug in der Nacht zum Freitag abgeschlossen worden sei. Auf der westlichen Seite des Flusses, wo auch die Regionalhauptstadt Cherson liegt, befinde sich kein einziger russischer Soldat mehr und auch kein militärisches Gerät.

13.24 Uhr – In Genf haben nach Angaben eines UN-Sprechers Gespräche zwischen einer russischen Delegation und ranghohen Vertretern der Vereinten Nationen begonnen. Es gehe um die Bedenken Moskaus im Zusammenhang mit dem demnächst auslaufenden Ukraine-Getreideexportabkommen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Ukraine trotz des Krieges durch einen Schutzkorridor im Schwarzen Meer ihr Getreide verschiffen kann. Im Gegenzug fordert Russland aber von den UN auch Unterstützung dabei, seine eigenen Agrarprodukte ausliefern zu können. Russische Agrarexporte unterliegen zwar nicht explizit den von den USA und der EU im Zuge des Ukraine-Kriegs verhängten Sanktionen. Sie werden aber nach russischer Darstellung stark behindert durch die Strafmaßnahmen, die gegen die russischen Finanz- und Logistiksektoren beschlossen wurden. Das im Juli festgezurrte Getreideabkommen läuft zunächst nur bis zum 19. November. Moskau hat angedeutet, es nicht zu verlängern, wenn auf seine Bedenken nicht eingegangen werde. Im Oktober hatte Russland das Abkommen bereits für mehrere Tage einseitig ausgesetzt. 

11.29 Uhr – Russland hat den Abzug seiner Truppen aus Cherson nach eigenen Angaben abgeschlossen. Alle Soldaten und sämtliche Ausrüstung seien auf das linke beziehungsweise östliche Flussufer des Dnipro verlegt worden, zitieren russische Nachrichtenagenturen das Verteidigungsministerium in Moskau. Auf der westlichen Seite des Flusses, wo auch die Regionalhauptstadt Cherson liegt, befinde sich kein einziger russischer Soldat mehr und auch kein militärisches Gerät. Es habe weder beim Personal noch bei der Ausrüstung Verluste gegeben. Der Abzug sei in der Nacht zum Freitag abgeschlossen worden. Moskau hatte den Abzug am Mittwoch angeordnet.

10.56 Uhr – In die festgefahrenen Gespräche zwischen Russland und den USA über eine atomare Abrüstung kommt offenbar Bewegung. Beide Seiten würden sich bald in Kairo treffen, um den Atomwaffenkontrollvertrag New Start zu besprechen, zitiert die Nachrichtenagentur Ria den stellvertretenden russischen Außenminister Sergej Rjabkow. Angepeilt werde Ende November oder Anfang Dezember. Die USA hatten kürzlich mitgeteilt, dass ein baldiges Treffen geplant sei, bei dem es um die Wiederaufnahme der in dem Vertrag vorgesehenen Inspektionen gehen solle. Moskau hatte diese im August ausgesetzt und zur Begründung auf Reisesanktionen verwiesen, die die USA und ihre Verbündeten wegen der russischen Ukraine-Invasion verhängt hatten. Der 2011 geschlossene New-Start-Vertrag zur Verringerung strategischer Nuklearwaffen verpflichtet beide Supermächte zu Einschränkungen bei Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützten Raketen und Kampfflugzeugen, die mit Atombomben bestückt werden können.

10.21 Uhr – In der Nähe der südukrainischen Stadt Cherson ist einem Medienbericht zufolge eine strategisch wichtige Brücke eingestürzt. Die Brücke sei die einzige nahegelegene Straßenverbindung aus Cherson über den Dnipro zum russisch kontrollierten Ostufer des Flusses gewesen, meldet die ukrainische Rundfunkanstalt Suspilne unter Berufung auf Anwohner. Die nächste Flussquerung für Fahrzeuge sei mehr als 70 Kilometer von Cherson entfernt. Der Sender veröffentlicht ein Foto, auf dem zu sehen ist, dass ein ganzer Abschnitt der Brücke fehlt. Weitere Details bleiben offen. Cherson war die einzige Provinzhauptstadt, die Russland seit Beginn seiner Invasion Ende Februar erobern konnte. Kürzlich wurde angesichts des Vormarsches ukrainischer Soldaten der Rückzug angeordnet. Am Mittwoch hatte Russland mitgeteilt, sich vom Westufer des Dnipro auf die andere Flussseite zurückzuziehen. 

09.20 Uhr – Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Wohnhaus in der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind am Freitagmorgen Behördenangaben zufolge sechs Menschen getötet worden. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Überlebenden, teilt Bürgermeister Olexander Senkewytsch über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.

04.40 Uhr – US-Präsident Joe Biden zeigt sich wenig optimistisch in Bezug auf ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine. Vor seiner Abreise zu einer Auslandsreise gab sich Biden vor Reportern im Weißen Haus eher pessimistisch, als er zu den Aussichten auf eine baldige Beilegung des Konfliktes gefragt wurde: „Ich glaube nicht, dass der Konflikt gelöst werden kann, solange Putin nicht aus der Ukraine verschwindet.“

01.45 Uhr – Dem südkoreanischen Verteidigungsministerium zufolge sind die USA der Endabnehmer der veräußerten Munition bei einem Waffendeal zwischen den beiden Ländern. Südkorea reagiert damit auf einen Artikel des „Wall Street Journal“ (WSJ). Das Blatt hatte zuvor berichtet, dass Artilleriegranaten mittels eines vertraulichen Waffengeschäfts zwischen Seoul und Washington verkauft werden sollen. Die Munition sollte laut WSJ dann später an die Ukraine weitergegeben werden. In seiner Erklärung betont das Verteidigungsministerium: Südkoreas Position, der Ukraine keine tödlichen Waffen zukommen zu lassen, bleibe unverändert.

Ukraine aktuell 11.11.22

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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