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Freitag, Februar 3, 2023

Ukraine aktuell 10.12.22

Expertenmeinungen

10. Dez – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

22.00 Uhr – Nach russischen Drohnen-Angriffen auf die Energieinfrastruktur sind mehr als 1,5 Millionen Menschen in der südukrainischen Region Odessa ohne Strom. Das gibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft bekannt. Die Lage dort sei sehr schwierig. Laut der Regionalverwaltung kann es zwei bis drei Monate dauern, bis die Stromversorgung wiederhergestellt ist.

15.02 Uhr – Die russischen Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben am frühen Morgen das Stromnetz in der südukrainischen Region Odessa angegriffen. Wegen der erheblichen Beschädigung seien nun mit Ausnahme der kritischen Infrastruktur alle Bewohnerinnen und Bewohner der gleichnamigen Hafenstadt von der Stromversorgung abgeschnitten, teilt deren Bürgermeister Gennadij Truchanow auf Facebook mit. Vor der russischen Invasion der Ukraine, die am 24. Februar begann, lebten in Odessa mehr als eine Million Menschen. Maxym Martschenko, der Gouverneur der Region Odessa, erklärt auf Telegram, wegen des Angriffs sei in fast allen Bezirken und Gemeinden der Strom ausgefallen. 

14.25 Uhr – Russland und sein Präsident Wladimir Putin wollen die Ukraine nach den Worten von Natallia Pintschuk, der Ehefrau des inhaftierten belarussischen Friedensnobelpreisträgers Ales Bjaljazki, zu einer „abhängigen Diktatur“ wie Belarus machen. Pintschuk äußert sich im Rathaus in Oslo, wo sie den Preis im Namen ihres Ehemannes entgegennimmt. Er habe die Auszeichnung Millionen belarussischer Bürger gewidmet, die aufgestanden seien und auf den Straßen und online ihre Bürgerrechte verteidigt hätten. „Es unterstreicht die dramatische Situation und den Kampf für die Menschenrechte im Land“, sagt Pintschuk. Sie zitiert ihren Ehemann mit den Worten: „Ich weiß genau, welche Art von Ukraine zu Russland und Putin passen würde – eine abhängige Diktatur. Genauso wie das heutige Belarus, wo die Stimme der unterdrückten Menschen ignoriert und missachtet wird.“ Belarus und Russland sind formal Teil eines Unionsstaates und wirtschaftlich sowie militärisch eng verbündet. Die Abhängigkeit des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko von der russischen Führung vertiefte sich, nachdem diese ihm half, die Proteste nach der umstrittenen Wahl von 2020 zu unterdrücken. Der Friedensnobelpreis 2022 geht an Bjaljazki, die russische Menschenrechtsgruppe Memorial und das ukrainische Zentrum für bürgerliche Freiheiten. 

13.04 Uhr – Die von Russland installierte Verwaltung in den besetzten Gebieten der ukrainischen Region Cherson hat nach eigenen Angaben mit dem Einzug der ukrainischen Währung Hrywnia begonnen. Sie werde in russische Rubel umgetauscht, teilt die Besatzungsverwaltung mit. Von 1. Januar solle nur noch der Rubel in Umlauf sein. In einem von der Verwaltung auf Telegram veröffentlichten Video sagt der Chef des örtlichen Ablegers der russischen Zentralbank, Andrei Peretonkin, dies diene der Bequemlichkeit der Einwohner und einer reibungslosen Integration der Region in die Russische Föderation. Mit dem Einzug der Hrywnia hätten die Banken vor Ort in dieser Woche begonnen. Die russischen Streitkräfte haben zu Beginn ihrer am 24. Februar gestarteten Invasion den größten Teil der Region Cherson unter ihre Kontrolle gebracht. Im September wurde das Gebiet annektiert, was international nicht anerkannt wird. Aus der gleichnamigen Regionalhauptstadt haben sich die russischen Truppen später zurückziehen müssen, den größten Teil des Gebietes kontrollieren sie aber weiterhin.

00.00 Uhr – Frank Haun, Chef von Europas größtem Panzerbauer Krauss-Maffei Nexter, sieht die Bundeswehr nur bedingt abwehrbereit. Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, dass wir die Bundeswehr brauchen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Aber sie sei „in den vergangenen Jahren ausgepresst worden wie eine Zitrone. Wir sollten nicht glauben, dass aus dem Überbleibsel wieder eine Zitrone wird, wenn wir lediglich Fruchtsaft im Wert von 100 Milliarden Euro da hineinpumpen“. Es fehle der Bundeswehr derzeit an allem, „vor allem an Raketen- und Rohrartillerie“, das sei die Erkenntnis, die man aus dem Krieg in der Ukraine ziehen müsse. Das von der Regierung beschlossene 100 Milliarden Euro Sondervermögen kann für Haun nur der Anfang der Nachrüstung der Bundeswehr sein. 

Ukraine aktuell 10.12.22

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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