Ukraine aktuell 05.04.22

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Update: 18:41 Uhr

05. Apr (Reuters) – Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

18.01 Uhr – EU erklärt 19 russische Diplomaten zu unerwünschten Personen

Die Europäische Union erklärt 19 russische Diplomaten in Belgien zu unerwünschten Personen. Die EU wirft ihnen Tätigkeiten vor, die sich nicht mit ihrem Diplomaten-Status vertragen. Die EU erklärt, man reagiere damit auch auf Berichte über Gräueltaten russischer Soldaten in zeitweise besetzten Gebieten.

17.45 Uhr – Ein ausländisches Schiff unter der Flagge von Dominica ist nach ukrainischen Angaben im Hafen von Mariupol von einer russischen Rakete getroffen worden. „Das Schiff stand in Flammen, alle zwölf Besatzungsmitglieder wurden auf ein anderes Schiff gebracht“, sagt der stellvertretende Chef der ukrainischen See-Aufsicht, Viktor Wyschnow, Reuters. Ein Seemann sei medizinisch behandelt worden.

17.13 Uhr – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert die Vereinten Nationen (UN) zu einer Reform des Veto-Systems im Sicherheitsrat auf, mit dem unter anderem Russland Resolutionen blockieren kann. Alles müsse getan werden, damit das internationale Gremium effektiv handeln könne, sagt Selenskyj in einer Video-Ansprache vor dem Sicherheitsrat in New York. Im Detail schildert der ukrainische Präsident entsetzliche Szenen in Butscha. In der Stadt bei Kiew waren nach dem Abzug russischer Truppen Hunderte Leichen entdeckt worden, die nach ukrainischen Angaben auf Kriegsverbrechen russischer Soldaten hindeuten. Die Regierung in Moskau weist dies kategorisch zurück. 

16.55 Uhr – SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich sieht eine deutsche Rolle bei der Aufklärung der Tötungen in Butscha. Er sei der festen Überzeugung, dass Deutschland etwa forensische und rechtliche Unterstützung leisten könne, wenn Kriegsverbrechen untersucht und etwa beim Internationalen Strafgerichtshof zur Anklage gebracht werden. Er fordert die USA auf, dem Internationalen Strafgerichtshof beizutreten.

16.36 Uhr – UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnet die russische Invasion der Ukraine als eine der größten Herausforderungen für die Weltordnung überhaupt. Grund dafür sei die Art des Krieges, seine Intensität und Auswirkungen, sagt Guterres vor dem UN-Sicherheitsrat. Durch den Krieg wachse der Druck auf die ärmeren Länder. Durch stark steigende Preise für Energie, Lebens- und Düngemittel seien mehr als 1,2 Milliarden Menschen besonders gefährdet. „Wir stellen bereits in einigen Ländern fest, dass die Gefährdung zu einer Krise wird.“ Auch gebe es Anzeichen für ernste soziale Unruhen.

16.22 Uhr – Schweden ermittelt wegen möglicher Kriegsverbrechen

Schweden hat nach Behördenangaben vorläufige Ermittlungen wegen möglicher Kriegsverbrechen in der Ukraine eingeleitet. Ziel sei es, so früh wie möglich Beweise zu sammeln, die schwedischen oder internationalen Gerichten vorgelegt werden könnten, erklärt die Staatsanwaltschaft. Sie fordert Opfer und Zeugen auf, sich an die Behörden zu wenden. „Auf Basis der vorliegenden Informationen zur Situation in der Ukraine gibt es Grund zu der Annahme, dass schwerwiegende Kriegsverbrechen begangen wurden.“ Das russische Präsidialamt weist entsprechende Vorwürfe entschieden zurück.

15.58 Uhr – Großbritannien will die anderen G7-Staaten dazu bringen, einen konkreten Zeitplan für den Ausstieg aus Öl- und Gas-Importen aus Russland aufzustellen. Die britische Außenministerin Liz Truss erklärte einem vorab veröffentlichten Text zufolge, sie werde bei dem Treffen mit ihren Kollegen am Donnerstag auch eine Hafensperre für russische Schiffe und ein stärkeres Vorgehen gegen russische Banken fordern. Großbritannien hat seine Häfen für russische Schiffe bereits geschlossen.


15.20 Uhr – SPD und Union unterstützen EU-Pläne für Boykott russischer Kohle

Die Vorsitzenden der SPD- und der Unions-Bundestagsfraktion stellen sich hinter Pläne der EU-Kommission für ein Kohle-Importstopp. „Wir schließen uns diesem Boykott an“, sagt SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. Mit Blick auf Öl und Gas fügt er hinzu: „Es kann natürlich nicht sein, dass wir den Wirtschaftsstandort Deutschland schwächen, dass wir in eine massive Rezession und auch Inflation gehen würden“. Auch CDU-Chef Friedrich Merz stützt ein Kohle-Embargo gegen Russland. CSU-Landsgruppenchef Alexander Dobrindt fordert die Ampel-Regierung auf, einen Zeitplan vorzulegen, wann genau man aus russischer Kohle, Öl und gas aussteigen könne.

15.17 Uhr – Russlands Präsident Wladimir Putin nennt etwaige Verstaatlichungen von russischen Werten im Ausland ein „zweischneidiges Schwert“. Die Bemerkung folgt einen Tag nachdem die Bundesregierung das bisherige Deutschland-Geschäft des russischen Gaskonzerns Gazprom unter die Treuhandschaft der Bundesnetzagentur stellte. Putin erklärt ohne genauer zu werden, man müsse ein Auge auf Agrar-Exporte an „unfreundliche Länder“ haben. Russland gehört zu den global größten Getreide-Exporteuren.

15.10 Uhr – CDU-Chef Friedrich Merz fordert die Bundesregierung auf, der Ukraine alle von ihr gewünschten Waffentypen zu liefern. „Die Lieferung von Waffen macht Deutschland nicht zum Kombattanten“, sagt der Unions-Fraktionschef. Die Ukraine müsse die Waffen bekommen, die sie brauche, um einen erwarteten Großangriff im Osten des Landes zurückzudrängen. Der ukrainische Botschafter Andreij Melnyk fordert die Lieferung von deutschen Leopard-Panzern. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erklärt, es könnten alle Waffen geliefert werden, die „unterhalb eines Kriegseintritts“ einzustufen seien. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich betont, dass Deutschland bereits jetzt zu den größten militärischen Lieferanten der Ukraine gehöre. 

14.59 Uhr – Die westlichen Verbündeten werden nach Angaben von Nato-Chef Jens Stoltenberg am Mittwoch und Donnerstag über weitere Waffenlieferungen an die Ukraine diskutieren. Dabei werde es auch um „High-End“-Waffensysteme, Munition und medizinische Ausrüstung gehen. Stoltenberg fügt hinzu, man sehe derzeit eine Reorganisation der russischen Truppen, auf die aber eine große, neue Offensive folgen werde.

14.54 Uhr – Tschechien hat einem Medienbericht zufolge mehrere Panzer des Typs T-72 in die Ukraine transportieren lassen. Zudem seien BVP-1 Kampffahrzeuge des Nato- und EU-Mitgliedslands übergeben worden, berichtet das tschechische Fernsehen.

14.40 Uhr – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nennt Details des vorgeschlagenen neuen Sanktionspakets gegen Russland. Bei dem geplanten erweiterten Ausfuhrverbot unter anderem von Halbleitern und Quantencomputern gehe es um ein Volumen von zehn Milliarden Euro. Bei den Import-Verboten etwa von Holz, Zement, Kaviar und Wodka gehe es um ein Volumen von 5,5 Milliarden Euro, bei dem von Kohle um vier Milliarden Euro. Man arbeite zudem an weiteren Sanktionen, etwa dem Verbot von Ölimporten.

14.10 Uhr – Großbritannien ordnet angesichts der Energie-Kapriolen im Zuge der westlichen Sanktionen gegen Russland eine Prüfung der Gewinnung von in Gestein eingeschlossenem Erdgas an. Alle Möglichkeiten zur Energieversorgung müssten angesichts der explodierenden Preise für Gas und Öl untersucht werden, erklärt Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng. Das sogenannte Schiefergas wird mit der Fracking-Methode gewonnen. Das umstrittene Verfahren belastet die Umwelt und wird von Naturschützern abgelehnt.

14.05 Uhr – Polen unterzeichnet Vertrag zum Kauf von 250 US-Panzern

Polen unterzeichnet einen Vertrag zum Kauf von 250 US-Panzern des Typs „Abrams“ von General DynamicsGD.N. Das Geschäft habe ein Volumen von etwa 4,75 Milliarden Dollar, gibt Polens Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak bekannt. Die ersten Panzer sollen im Laufe dieses Jahres geliefert werden.

13.56 Uhr – Die von Deutschland mitorganisierte Konferenz zur Unterstützung Moldaus hat sich darauf verständigt, dem vom Ukraine-Krieg besonders betroffenen Land 695 Millionen Euro an Hilfszahlungen zur Verfügung zu stellen. „Wir haben uns heute getroffen, um klar zu sagen, Moldau steht nicht allein“, sagt Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Berlin. 

13.43 Uhr – In der Ukraine hat der Krieg inzwischen zu mehr als 7,1 Millionen Binnenflüchtlingen geführt, wie die Internationale Organisation für Migration mitteilt. Das seien zehn Prozent mehr als bei der ersten Erhebung am 16. März, erklärt die UN-Behörde weiter. Die Ukraine hatte vor dem Krieg eine Bevölkerung von 44 Millionen.

13.15 Uhr – Russland lehnt nach Angaben der Regierung zwar ein direktes Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj nicht ab. Allerdings könne dies erst geschehen, wenn man sich auf ein Abkommen geeignet habe, erklärt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Über den Fortgang der Gespräche zwischen beiden Seiten macht er keine Angaben.

13.02 Uhr – In Frankreich leitet die für Terrorismusbekämpfung zuständige Staatsanwaltschaft drei Untersuchungen wegen möglicher Kriegsverbrechen in der Ukraine ein. Dabei gehe es um Handlungen gegen französische Staatsbürger in den Städten Mariupol, Gostomel and Tschernihiw zwischen dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar und dem 16. März.

12.52 Uhr – Nach dem Abzug russischer Truppen aus der Umgebung der nordukrainischen Großstadt Tschernihiw ist nach Angaben der Regionalbehörden eine direkte Straßenverbindung in die Hauptstadt Kiew wieder offen. Die Menschen könnten nun frei in die Stadt hinein und hinaus, sagt Gouverneur Wiatscheslaw Tschaus. Für eine Rückkehr der geflüchteten Einwohner sei es in Tschernihiw aber noch nicht sicher genug. 

12.13 Uhr – Österreich Bundeskanzler Karl Nehammer will in den nächsten Tagen in die Ukraine reisen und plant dort ein Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Das teilt das Kanzleramt mit. Österreich will der Ukraine zeitnah weitere humanitäre Hilfe bereitstellen, heißt es. Details zu der Reise könnten aus Sicherheitsgründen derzeit nicht genannt werden. 

12.10 Uhr – Die Co-Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, fordert die Deutschen auf, wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine ihren Gasverbrauch zu reduzieren. Ein Drittel der Wärme in Deutschland werde von privaten Haushalten genutzt. Deswegen könnten alle Bürger helfen: „Bitte leisten sie den Beitrag, den sie können: Drehen sie ihre Heizung ein Stück runter. Das hilft uns, den Gasverbrauch zu reduzieren; das hilft uns, unabhängig zu werden von russischer Energie.“

11.24 Uhr – Russland nimmt Wikipedia ins Visier

Die russische Medienaufsicht fordert von der Online-Enzyklopädie Wikipedia die Löschung von Angaben zum Krieg in der Ukraine. Wikipedia veröffentliche falsche Informationen, teilt die Behörde mit. „Material mit ungenauen Informationen von öffentlichem Interesse“ über die Situation in der Ukraine müsse entfernt werden. Andernfalls drohe eine Geldstrafe von bis zu vier Millionen Rubel (rund 44.000 Euro).

11.12 Uhr – Auch Italien weist mehrere russische Diplomaten aus

Auch Italien weist mehrere russische Diplomaten aus und schließt sich damit westlichen Verbündeten an. 30 russische Diplomaten müssten aus Sicherheitsgründen das Land verlassen, teilt ein Sprecher von Außenminister Luigi Di Maio mit. Kurz zuvor hatte Dänemark die Ausweisung von 15 russischen Diplomaten beschlossen. Russland kündigte in beiden Fällen eine Reaktion an. Erst am Montag hatte Deutschland die Ausweisung von 40 russischen Diplomaten angekündigt, die mutmaßlich geheimdienstlich tätig sein sollen. 

10.54 Uhr – EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell wollen noch in dieser Woche zu einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Kiew reisen. Dies teilt ein EU-Sprecher mit.

10.36 Uhr – Dänemark weist 15 russische Diplomaten aus

Nach den Berichten über getötete Zivilisten im ukrainischen Butscha weist Dänemark 15 russische Diplomaten aus. Dies teilt Außenminister Jeppe Kofod mit. Russland kündigt umgehend Vergeltung an, wie die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Außenministerium in Moskau meldet. Deutschland hatte am Montag die Ausweisung von 40 russischen Diplomaten angekündigt.

10.35 Uhr – Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat an die Politik in Europa appelliert, alle Geschäftsbeziehungen zu Russland zu kappen. „An jedem Euro, jedem Cent, den Sie aus Russland erhalten oder den Sie nach Russland schicken, klebt Blut, und dieses Blut ist ukrainisches Blut, das Blut des ukrainischen Volkes“, sagt Klitschko in einer Videoschalte zu einer Bürgermeister-Konferenz in Genf. Das, was in den Vororten Kiews wie etwa Butscha geschehen sei, sei „Völkermord an den Ukrainern“. Klitschko sagt, er habe tote Zivilisten gesehen, darunter eine alte Frau, und ein Auto mit einer weißen Flagge und der Aufschrift „Kinder“ auf der Außenseite. Das Auto sei zerschossen gewesen, im Inneren habe sich Blut befunden.

10.20 Uhr – Russland wirft der Ukraine vor, mit Spezialeinheiten angebliche Tötungen von Zivilisten in ukrainischen Städten inszeniert zu haben, um Propaganda in den westlichen Medien zu verbreiten. „Soldaten des 72. ukrainischen Hauptzentrums für psychologische Einsätze führten am 4. April in einem Dorf 23 Kilometer nordwestlich von Kiew eine weitere Inszenierung von Filmaufnahmen von Zivilisten durch, die angeblich durch das gewaltsame Vorgehen der russischen Streitkräfte getötet wurden“, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Ähnliche Ereignisse seien von ukrainischen Spezialkräften in Sumy, Konotop und anderen Städten organisiert worden.

09.54 Uhr – Interfax – Russland und Ukraine setzen Verhandlungen fort

Russland und die Ukraine haben einem russischen Medienbericht zufolge ihre Verhandlungen fortgesetzt. Es würden intensive Gespräche per Videoschalte geführt, meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das russische Außenministerium. 

09.43 Uhr – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt auch nach den schockierenden Bildern aus Butscha weiter auf Verhandlungen mit Russland. Dies sei zwar schwer, aber die einzige Option, sagt Selenskyj im staatlichen Fernsehen. Es könne aber sein, dass es kein persönliches Treffen zwischen ihm und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geben werde. Selenskyj bekräftigt zugleich, dass die Ukraine Sicherheitsgarantien brauche. Sonst drohe, dass Russland in zwei Jahren zurückkomme. Zum Streit über die ostukrainische Region Donbass sagt er, man werde sich nicht in allen Punkten auf einmal einigen können, aber man sollte daran arbeiten.

09.25 Uhr – Der ehemalige russische Präsident und Putin-Vertraute Dmitri Medwedew hat die Berichte über mutmaßliche Gräueltaten im ukrainischen Butscha als falsche Propaganda der Ukraine und des Westens bezeichnet. Ziel sei es, Russland zu diskreditieren, sagt der Vize-Vorsitzende des nationalen Sicherheitsrats. „Sie wurden für viel Geld fabriziert.“ 

09.15 Uhr – Die Zimmer-Vermittlungsplattform AirBnBABNB.O bietet wegen der russischen Invasion in die Ukraine keine Unterbringungen mehr in Russland und Belarus an. Zum einen seien keine Reservierungen mehr für diesen beiden Länder möglich und zum anderen könnten Menschen von dortaus auch keine Buchungen mehr vornehmen, teilt der US-Konzern mit. Alle bisherigen Reservierungen seien storniert worden.

08.50 Uhr – Nach den Leichenfunden im ukrainischen Butscha spricht Russlands Duma-Präsident Wjatscheslaw Wolodin von einer „Provokation“, die darauf abziele, Russland zu diskreditieren. „Washington und Brüssel sind die Drehbuchautoren und Regisseure und Kiew die Schauspieler. Es gibt keine Fakten, nur Lügen.“

08.40 Uhr – Die Europäische Union wird nach französischen Angaben vermutlich am Mittwoch neue Sanktionen gegen Russland beschließen. Anlass seien die Berichte über getötete Zivilisten, sagt Europa-Staatssekretär Clement Beaune dem Radiosender RFI.

08.25 Uhr – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ausgeschlossen, dass der Westen mit Russland unter Präsident Wladimir Putin wieder normale Beziehungen haben kann. Er wisse nicht, wie sich Russland weiter entwickele, sagt er im ZDF. „Ich bin sicher, es wird mit dem Russland unter Putin keine Rückkehr zur Normalität, zum Status quo ante geben“, fügt er hinzu.

07.45 Uhr – Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, fordert von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die Bundesregierung zu schärferen Sanktionen gegen Russland zu bewegen. Dass Steinmeier Fehler in seiner Russland-Politik eingeräumt habe, sei ein erster Schritt, sagt Melnyk im Deutschlandfunk. Es reiche aber nicht, dass Steinmeier Reue zeige, sondern es müssten auch Taten folgen. Er würde sich wünschen, dass der Bundespräsident als Staatsoberhaupt von der Bundesregierung verlange, die Lehren aus dem Massaker von Butscha und anderen Gräueltaten zu ziehen, die es in der Ukraine gebe. Das bedeute, dass scharfe Sanktionen wie ein Energie-Embargo und der Ausschluss aller russischen Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift endlich verhängt würden. Auch bei den Waffenlieferungen gebe es noch immer keine Bewegung. Die Ukraine erwarte zudem, dass auch aus den Beständen der Bundeswehr Panzer geliefert werden. 

07.40 Uhr – Ukrainische Streitkräfte haben nach britischen Angaben wichtige Gebiete im Norden des Landes zurückerobert. Sie zwangen russische Truppen zum Rückzug aus Gegenden nördlich der Hauptstadt Kiew und rund um die Stadt Tschernihiw, wie das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf den britischen Militärgeheimdienst mitteilt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen. 

5.53. Uhr – Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew reagiert auf die Ausweisung russischer Diplomaten aus mehreren Ländern. Russland werde auf die gleiche Weise reagieren und die Türen zu den westlichen Botschaften zuschlagen, sagte Medwedew:“Das wird für alle billiger sein. Und dann werden wir uns am Ende nur noch mit dem Gewehr im Anschlag gegenüberstehen“. 

05.30 Uhr – Die Vereinigten Staaten haben die russische Regierung am Montag daran gehindert, den Inhabern ihrer Staatsschulden mehr als 600 Millionen US-Dollar aus den Reserven amerikanischer Banken auszuzahlen. Ein Sprecher des US-Finanzministeriums sagte, mit diesem Schritt solle Moskau gezwungen werden zu entscheiden, ob es die Dollar, auf die es Zugriff hat, für die Zahlung seiner Schulden oder für andere Zwecke, wie die Unterstützung seiner Kriegsanstrengungen, verwenden wolle. 

05.10 Uhr – Die ukrainischen Behörden haben nach eigenen Angaben die Kontrolle über die gesamte Region Kiew und andere Bezirke wiederhergestellt. In seiner abendlichen Videoansprache sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, in den Regionen Kiew, Tschernihiw und Sumy weiter nördlich und östlich hätten die Besatzer Dinge getan, die die Einheimischen nicht einmal während der Nazi-Besetzung vor 80 Jahren erlebt hätten. 

02.43 Uhr – Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion fordert eine Prüfung strafrechtlich relevanter Tatbestände bei pro-russischen Demonstrationen in Deutschland. Bei dem Autokorso am Sonntag in Berlin dränge sich ein direkter Zusammenhang zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf, sagt Stephan Thomae der „Rheinischen Post“ laut einem Vorabbericht.“Dessen öffentliche Billigung wäre eine Straftat. Daher sollte in jedem Fall die Möglichkeit einer Strafverfolgung geprüft werden.“ In Deutschland habe jeder das Recht, seine Meinung frei zu äußern. „Dass pro-russische Autokorsos durch Berlin fahren, während uns grauenvolle Bilder der Kriegsverbrechen aus der Ukraine erreichen, ist jedoch makaber und geschmacklos“, ergänzt der FDP-Politiker.

02.03 Uhr – Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassily Nebensia, reagiert offensichtlich irritiert auf den Versuch der USA, die Mitgliedschaft Russlands im UN-Menschenrechtsrat suspendieren zu lassen.“Dies ist wieder einmal beispiellos und wird die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine weder erleichtern noch fördern noch unterstützen“, sagte Nebensia auf einer Pressekonferenz in New York. Er wiederholte, Russland bestreite die Vorwürfe von Gräueltaten in Butscha. Das gezeigte Filmmaterial sei „inszeniert“ worden. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagt indessen, es sei „kein Platz für Russland im UN-Menschenrechtsrat“. 

00.42 Uhr – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat sprechen. In Butscha seien mindestens 300 Zivilisten getötet worden, in Borodyanka und anderen Städten könne die Zahl noch höher sein. „Wir sind an einer möglichst vollständigen und transparenten Untersuchung interessiert“, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Ergebnisse der Untersuchung müssten der gesamten internationalen Gemeinschaft bekannt gegeben und erläutert werden. Es sei wichtig, dass Journalisten aus aller Welt nach Butscha und andere Orte reisten, um die Ermordung von Zivilisten vor Ort zu dokumentieren. 

00.00 Uhr – Filip Thon, Deutschland-Chef des Energieversorgers E.ONEONGn.DE, bereitet die Verbraucher auf drastische Preiserhöhungen für Strom und Gas vor. „Wir müssen diese beispiellose Lage auf dem Markt in unserer Preisgestaltung auch anteilig abbilden, versuchen aber so viel wie möglich abzufedern“, sagt Thon dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND/Dienstag). Die Preise im Großhandel für Erdgas würden im Vergleich zum Frühjahr 2020 zum Teil um das 20-fache höher liegen. Bei Strom gebe es Aufschläge um das Achtfache. Wie stark die Erhöhungen konkret ausfallen werden, könne aktuell noch nicht seriös prognostiziert werden. Der Manager betont aber: „In der Stromgrundversorgung wurden bereits mehr als 1000 Erhöhungen angekündigt und zum Teil schon durchgeführt. Da geht es um Aufschläge von durchschnittlich 35 Prozent.“

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