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Donnerstag, Dezember 8, 2022

Alternative Vermarktungsmethoden der THG-Quote: Mit innovativen Ideen Mehr-Wert schaffen 

Expertenmeinungen

Die Treibhausgasminderungsquote, kurz: THG-Quote, gibt es schon seit 2015

Dabei wurde die Mineralölwirtschaft verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen jedes Jahr um einen bestimmten gesetzlich festgelegten Prozentsatz zu verringern. Aber erst seitdem dieses umweltpolitische Instrument auch auf Elektroautos ausgeweitet wurde, ist die THG-Quote in aller Munde. Halter:innen von E-Pkw erhalten seit dem 1. Januar 2022 pauschal Ladestrom gutgeschrieben, der in THG-Quoten umgerechnet wird, die – von Dienstleistern gebündelt – veräußert werden können. Benötigt werden die THG Quoten von Unternehmen, die Benzin oder Diesel verkaufen, um die daraus resultierenden Emissionen zu kompensieren.

Der Markthochlauf der Elektromobilität hat dazu geführt, dass aus dem Kaufen und Verkaufen von THG-Quoten sehr schnell ein großer Markt geworden ist. Innerhalb von wenigen Monaten wurden dutzende Unternehmen gegründet, die der wachsenden Zahl von Emobilisten verschiedene Erlösmodelle offerieren. Die angebotenen Leistungen unterscheiden sich teils recht deutlich, sowohl hinsichtlich der Fristen, Preisgarantien und anderer Tarifdetails als auch des konkreten Quotenpreises: die Preisspanne reicht derzeit von etwa 250 Euro bis 400 Euro.

Bei flexiblen Tarifen, die an aktuelle Preisentwicklungen gebunden sind, sind mitunter etwas höhere Auszahlungen möglich – aber natürlich auch das Risiko geringerer Auszahlungen. Die Quotenprämie soll es mindestens bis zum Jahr 2030 geben und ist für Privatpersonen steuerfrei.

Statt Bar-Auszahlung: Bäume pflanzen oder Wallbox erhalten

Die THG-Quote können alle beantragen, die sich ein reines E-Auto (BEV) anschaffen, egal ob privat oder gewerblich, egal ob gekauft, finanziert oder geleast. Aber nicht alle brauchen oder wollen das Geld. Während ein großer Teil der Dienstleister einen bestimmten Betrag pro THG-Quote auszahlt, gibt es indes einige Unternehmen, die alternative Wege bei der Vermarktung der THG-Quoten beschreiten. Einige Dienstleister bieten an, die Quotenprämie ganz oder teilweise dafür zu nutzen, um nachhaltige Projekte zu finanzieren, bspw. klimafreundlich Bäume zu pflanzen. Auch Spendenprojekte für die Ukraine gab es.

Ein anderer, neuartiger Ansatz bei der Vermarktung von THG-Quoten ist die Kooperation von  Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Elektromobilität, um den E-Auto-Fahrer:innen interessante Angebote zu machen. Durch das Schaffen und Nutzen von Synergien können so Sachprämien angeboten werden, deren Wert den der Bar-Prämien übersteigt. Ein aktuelles Beispiel ist eine Wallbox-Aktion, bei der die beiden THG-Quoten aus 2022 und 2023 gegen eine moderne leistungsstarke Heimladestation im Wert von über 1.000 Euro „getauscht“ werden können. Ein weiterer positiver Effekt dieser jahresübergreifenden Prämie ist es, dass die Kunden automatisch Sicherheit über die Prämienhöhe des kommenden Jahres erhalten.

THG-Quoten werden sinken

Viele THG-Quoten-Dienstleister haben ein Interesse daran, dass sich die E-Auto-Fahrer:innen für mehrere Jahre an ihren Service binden. Allerdings garantieren nur wenige Anbieter einen festen Preis für kommende Jahre – Angebote mit Festpreis-Garantie sind sicherer. Bei der Auswahl der Anbieter sollte immer darauf geachtet werden, dass sich Verträge nicht automatisch verlängern.  

Halter:innen von E-Fahrzeugen werden sich darauf einstellen müssen, dass die Preise für ihre THG-Quoten 2023 sinken werden. Können aktuell noch für ein E-Fahrzeug der Klasse M1, also für einen E-Pkw, etwa 0,86 Quoten generiert werden, wird dieser Wert in 2023 auf 0,7 sinken. Die THG-Quote pro Fahrzeug wird also geringer ausfallen und aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Anbieter ihre Preise senken müssen. 

Übrigens: Nicht veräußerte THG-Quoten – wovon es einige geben soll, weil immer noch nicht alle dieses Instrument kennen oder nutzen – können am Ende des Jahres vom Bund verkauft werden, wobei die Erlöse dann in den öffentlichen Haushalt fließen.

Autor

Dennis Schneider ist THG-Quotenexperte bei der Fördermittel-Beratungsagentur M3E. Gemeinsam mit Charge & Co und EVBox hat M3E eine Wallboxaktion initiiert und beschreitet damit neue Wege bei der Vermarktung von THG-Quoten.

https://www.thgquoten.com/wallbox

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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