Straffere Zinszügel verschrecken Europas Anleger

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Frankfurt, 22. Sep – Europas Anleger treten angesichts der entschlossenen Zinsanhebungen der Notenbanken in den USA, Großbritannien und der Schweiz den Rückzug an. Dax und EuroStoxx50 sackten am Donnerstag um je 1,8 Prozent auf 12.513 und 3429 Punkte ab.

Die US-Börsen gaben einen Tag nach der dritten Fed-Zinserhöhung um 75 Basispunkte in Folge ebenfalls nach. „Die Märkte scheinen bisher zuversichtlich, dass die Fed eine tiefgreifende Rezession vermeiden kann“, sagte Thilo Wolf, Deutschland-Chef beim Vermögensverwalter BNY Mellon Investment. „Wenn die Wirtschaftsdaten schwächer werden und die Arbeitslosigkeit zu steigen beginnt, könnte sich die Lage allerdings ändern.“ Am Donnerstag folgte die Schweizerische Nationalbank mit einem ebenso großen Schritt nach oben wie die US-Notenbanker.

Die britische Notenbank hob den Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 2,25 Prozent an. Zahlreiche Börsianer hatten wegen der anhaltend hohen Inflation allerdings mit einem Schritt von 0,75 Prozentpunkten gerechnet. Die britische Devise ging zunächst in die Knie, erholte sich anschließend aber und stand bei 1,1272 Dollar. 

Da immer mehr Mitglieder des Führungsgremiums für kräftigere Zinsschritte plädierten, bleibe unklar, ob sich die BoE im November zu einer deutlicheren Anhebung durchringen könne, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Mehrheitlich erwarten Investoren einen erneuten Anstieg um einen halben Prozentpunkt. „Vorerst hat sich die Kluft zwischen den Zinssätzen in den USA und Großbritannien in dieser Woche jedoch vergrößert, was bedeutet, dass dem Pfund weiterhin die Parität zum Dollar droht“, sagte Devisenexperte Samuel Fuller vom Broker Financial Markets Online.

Die Bank von Japan (BoJ) wich dagegen nicht von ihrer Niedrigzinspolitik ab. Um die Talfahrt der Landeswährung zu stoppen, intervenierte sie allerdings der japanischen Regierung zufolge erstmals seit 1998 wieder am Devisenmarkt. Daraufhin fiel der Dollar auf 142,08 Yen, nachdem er zuvor auf ein 24-Jahres-Hoch von 145,89 Yen gestiegen war. 

ZINSERHÖHUNGSSPEKULATIONEN SETZEN TECHNOLOGIEWERTEN ZU

Wegen der Zinserhöhungsspekulationen gerieten vor allem Technologie- und Internetfirmen unter die Räder. Höhere Zinsen nagen Experten zufolge an den zukünftigen Gewinnen dieser wachstumsstarken Firmen. Dies brockte dem Online-Modehändler Zalando, dem Kochbox-Versender HelloFresh oder dem Essenslieferanten Delivery Hero Kursverluste von bis zu 7,5 Prozent ein. Der europäische Branchen-Index büßte 4,1 Prozent ein. Hingegen legten sich Investoren die von höheren Zinsen profitierenden Banken und Versicherer in die Depots.

Im SDax brachen Suse trotz eines Gewinnanstiegs um 21,4 Prozent ein. Das war der größte Kurssturz seit dem Börsengang vor rund eineinhalb Jahren des Linux-Spezialisten. Der operative Gewinn habe die Erwartungen zwar übertroffen, kommentierte Analyst Charles Brennan von der Investmentbank Jefferies. Allerdings seien die Auftragsprognosen zurückgegangen, vor allem im Kerngeschäft.

Straffere Zinszügel verschrecken Europas Anleger

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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