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Freitag, Februar 3, 2023

Starker Dollar lässt MTU zuversichtlicher werden

Expertenmeinungen

Berlin, 27. Okt – Die Dollar-Stärke lässt die Kassen beim Münchner Triebwerksbauer MTU klingeln. Nach einem Umsatzplus in den ersten neun Monaten hob der Airbus-Zulieferer seine Prognose für das Gesamtjahr an. Finanzchef Peter Kameritsch sagte am Donnerstag, ein wesentlicher Grund dafür sei die günstige Entwicklung der Wechselkurse: Vor allem im Geschäft mit Triebwerken, Ersatzteilen und Wartung von Passagierflugzeugen wickelt MTU seine Geschäfte in Dollar ab. Der Euro hatte in den vergangenen Monaten angesichts der stärker steigenden Zinsen in den USA an Boden verloren und fiel zum Dollar zeitweise unter die Parität – noch Anfang des Jahres kostete er 1,13 Dollar. 

Für das Gesamtjahr rechnen die Münchner nun mit Erlösen zwischen 5,4 und 5,5 Milliarden Euro nach bislang 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro – so viel wie nie zuvor. Auch der Gewinn dürfte stärker steigen als bislang erwartet. Schon in den ersten neun Monaten verbesserte sich der Umsatz um 27 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn schnellte um 46 Prozent auf 448 Millionen Euro nach oben, nach Steuern verdiente MTU mit 319 Millionen Euro 45 Prozent mehr als vor Jahresfrist. 

FEHLENDE TEILE BELASTEN MILITÄRGESCHÄFT

Sowohl in der zivilen Instandhaltung als auch im Geschäft mit Triebwerken für Passagierflugzeuge zogen die Erlöse an. MTU erwirtschaftet einen großen Teil seines Umsatzes mit Triebwerken für die Airbus-Flugzeuge der Serien A320 und A320neo. Im Militärgeschäft machten dagegen Engpässe bei der Versorgung mit Teilen dem Unternehmen zu schaffen. MTU-Chef Reiner Winkler, der zum Jahresende den Konzern verlässt und von Technik-Vorstand Lars Wagner auf dem Chefsessel beerbt wird, sagte, die Logistikprobleme verzögerten die Auslieferungen etwas. Dennoch sei er zuversichtlich, den Rückstand im vierten Quartal aufzuholen. MTU baut und wartet vor allem Triebwerke für den Eurofighter und den Tornado. 

Doch auch im Geschäft mit Passagiermaschinen seien Verwerfungen in der Lieferkette ein Thema, sagte Winkler. Besonders im Instandhaltungsgeschäft spüre MTU, dass sich die Reparaturen bei Lieferanten verzögerten – und dann könne das gesamte Triebwerk nicht an den Kunden ausgeliefert werden. Die Lagerbestände seien deswegen höher, als sich es MTU selbst vorgenommen habe. Eine schnelle Entspannung sei nicht in Sicht: „Ich glaube, das wird uns noch eine Weile beschäftigen“, sagte Winkler. Besserung sei in der zweiten Jahreshälfte 2023 möglich. 

Die Verwerfungen in der Lieferkette haben auch Auswirkungen auf die geplante Produktionsausweitung beim MTU-Kunden Airbus. Winkler sagte, um genügend Triebwerke für monatlich 75 Maschinen des Tys A320 und A321 liefern zu können, sei ein Vorlauf von 18 bis 24 Monaten nötig.

Airbus-Chef Guillaume Faury hatte im September angekündigt, sich bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das Gesamtjahr genauer zu den Produktionszielen zu äußern – zuletzt hatte der Flugzeugbauer eine monatliche Produktions-Rate von 75 Maschinen im Jahr 2025 in Aussicht gestellt. Das stößt bei einigen Zulieferern aber auf Zweifel: So hatte sich der Chef von Raytheon Technologies, dem Eigentümer des Triebwerksherstellers Pratt & Whitney, zuletzt skeptisch dazu geäußert, ob eine Rate von monatlich 75 Maschinen erreicht werden könnte. Pratt & Whitney ist der wichtigste Triebwerks-Lieferant von Airbus und arbeitet dabei mit MTU zusammen.

Starker Dollar lässt MTU zuversichtlicher werden

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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