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Staatssekretär Gatzer soll Bahn-Chefkontrolleur werden

Berlin, 07. Sep – Der langjährige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Werner Gatzer, soll neuer Chefkontrolleur der Deutschen Bahn werden. Der Aufsichtsrat wolle ihn bei einer außerordentlichen Sitzung des Gremiums im Herbst wählen, sagten Branchen- und Regierungsvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Gatzer sitzt bereits als Regierungsvertreter im Aufsichtsrat des Staatskonzerns. Trotz verschiedener Regierungswechsel ist er langjähriger Finanzstaatssekretär. Er trat dieses Amt 2005 an. Unterbrochen wurden es nur von einer kurzen Episode, als er bei der Bahn-Tochter Station und Service den Chefposten innehatte. Das Bundesverkehrsministerium erklärte, man äußere sich zu Personalspekulationen grundsätzlich nicht. Die Bahn wollte sich nicht äußern, vom Finanzministerium gab es zunächst ebenfalls keinen Kommentar.

Die Position des Aufsichtsratschefs ist offen, seitdem Michael Odenwald im Juni überraschend ankündigte, seinen Posten Ende Juli aufzugeben. Er war eigentlich bis 2025 bestellt. Branchenvertretern zufolge gab er seinen Posten auch auf, weil er sich von Verkehrsminister Volker Wissing nicht ausreichend unterstützt fühlte.

Eine Wahl Gatzers wäre insofern ungewöhnlich, da dieser SPD-Mitglied ist und eng mit Volker Wissing von der FDP zusammenarbeiten müssten. Beim Chefposten des Aufsichtsrats spricht allerdings auch das Kanzleramt mit, das in SPD-Hand ist. Zudem hatte Gatzer im Finanzministerium unter Ministern verschiedener Parteifarbe gearbeitet, da er sich einen Ruf als Haushaltsexperte erarbeitet hatte. Als unwahrscheinlich wurde es in Regierungskreisen bezeichnet, dass Gatzer zusätzlich zu seinen Aufgaben als Chefkontrolleur weiter Staatssekretär bleibt.

Die Herausforderungen bei der Bahn mit ihren über 300.000 Mitarbeitern sind allerdings groß: Der Konzern ist mit rund 30 Milliarden Euro verschuldet, das Schienennetz ist marode und von dem überlasteten Konzern werden in der Energie-Krise zusätzliche Kohle-Transporte verlangt. Umgekehrt treffen die Bahn als einen der größten Stromverbraucher des Landes die Energiepreise besonders hart. Die zusätzlichen Kosten werden für 2023 allein beim Strom auf gut zwei Milliarden Euro beziffert. 

Einen Gewinn konnte der Konzern zwar im ersten Halbjahr 2022 nach der Corona-Krise wieder ausweisen. Jedoch ist dieser in erster Linie auf die Logistik-Tochter Schenker zurückzuführen. Hier wird seit längerem über einen Verkauf diskutiert, um das internationale Geschäft abzustoßen und sich auf die Schiene in Deutschland zu konzentrieren. Zudem könnte damit dringend benötigtes Geld ins Unternehmen fließen. 

Staatssekretär Gatzer soll Bahn-Chefkontrolleur werden

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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