Ruto zum Sieger der Präsidentenwahlen in Kenia erklärt – Tumulte im Wahlzentrum

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Update 18:21 Uhr

Nairobi, 15. Aug (Reuters) – Knapp eine Woche nach der Präsidentenwahl in Kenia ist Vizepräsident William Ruto am Montag zum Sieger erklärt worden. Unmittelbar vor der Verkündung durch den Vorsitzenden der Wahlkommission sagten jedoch dessen Stellvertreterin sowie drei weitere Mitglieder des Gremiums, das Ergebnis sei undurchsichtig und werde von ihnen nicht anerkannt. Daraufhin brachen Tumulte in Wahlzentrum aus. Diplomaten und internationale Beobachter wurden aus dem Gebäude gebracht, in dem die Stimmen ausgezählt wurden. In einer ersten Stellungnahme erklärte Ruto: „Es gibt keinen Blick zurück. Wir schauen nun in die Zukunft. Alle Hände an Deck sind nötig, um vorwärts zu kommen.“

Bei der Präsidentenwahl am vergangenen Dienstag waren Ruto und Oppositionsführer Raila Odinga gegeneinander angetreten. Die Wahl gilt als wichtiger Test für die Stabilität der größten Volkswirtschaft Ostafrikas, nachdem zwei der vergangenen drei Wahlen nach Streitigkeiten über Manipulationsvorwürfe von Gewalt überschattet worden waren. Der 55-jährige Ruto und der 77-jährige Odinga bewerben sich um die Nachfolge von Uhuru Kenyatta, der nach zwei Legislaturperioden nicht wieder antreten darf. Er hinterlässt nach umfangreichen Ausgaben für Infrastrukturprojekte einen überschuldeten Staat. Zudem ist es dem scheidenden Staatsoberhaupt nicht gelungen, die weit verbreitete Korruption in den Griff zu bekommen. 

Nur Minuten bevor der Vorsitzende der Wahlkommission, Walufa Chebukati, das Ergebnis verkündete, trat seine Stellvertreterin Juliana Cherera vor die Presse und erklärte: „Wir können uns die Ergebnisse nicht zu eigen machen, die gleich verkündet werden.“ Angesichts von Ausschreitungen mit Hunderten Toten nach früheren Wahlen empfahl sie den Parteien, alle Dispute über den Ausgang der Wahl vor Gericht auszutragen. 

Die internationalen Finanzmärkte reagierten nervös. Kenias Staatsanleihen verloren unmittelbar nach Berichten über die Tumulte deutlich an Wert.

Die Auszählung der Stimmen hatten sich auch wegen des komplizierten Zählverfahrens tagelang hingezogen. Es räumt den Parteien umfangreiche Kontrollrechte ein. Damit sollten Betrugsvorwürfe wie nach früheren Wahlen verhindert werden. Odinga beharrt darauf, dass ihm der Wahlsieg bei den vergangenen drei Präsidentenwahlen gestohlen wurde.

Ruto zum Sieger der Präsidentenwahlen in Kenia erklärt – Tumulte im Wahlzentrum

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Foto: Symbolfoto

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