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Samstag, Dezember 10, 2022

Run auf Porsche-Aktien – Börsengang vielfach überzeichnet

Expertenmeinungen

München, 20. Sep  – Der Börsengang von Porsche AGPSCH.UL stößt bei den Investoren offenbar auf große Nachfrage. Die begleitenden Banken meldeten am Dienstag nur eineinhalb Stunden nach dem offiziellen Beginn der Zeichnungsfrist, dass die Orderbücher „über die gesamte Preisspanne hinweg vielfach überzeichnet“ seien. Der Eigentümer des Stuttgarter Sportwagenbauers, VolkswagenVOWG_p.DE, bietet noch bis zum 28. September 113,9 Millionen Porsche-Vorzugsaktien in einer Spanne von 76,50 bis 82,50 Euro an. Bei anderen Börsengängen dauert es oft Tage, bis die Zeichnungsaufträge das Angebot übersteigen. Zahlreiche Fonds warten auf diese Botschaft, ehe sie selbst zugreifen. Ein beteiligter Investmentbanker sprach von guter Nachfrage aus den USA und Europa, aber auch aus Asien.

Für rund 40 Prozent des Emissionsvolumens – also bis zu 3,68 Milliarden Euro – hatte sich Volkswagen bereits im Voraus feste Zusagen von Ankerinvestoren geholt. Allein der VW-Großaktionär Katar will Porsche-Vorzugsaktien für bis zu 1,88 Milliarden Euro zeichnen. Der norwegische Ölfonds und der US-Vermögensverwalter T. Rowe PriceTROW.O investieren je 750 Millionen Euro, der Staatsfonds von Abu Dhabi 300 Millionen. Mit einem Volumen von 8,7 bis 9,4 Milliarden Euro wäre Porsche der größte Börsengang in Deutschland seit 25 Jahren.

Für die begleitenden Investmentbanken könnte die Emission ein bisher miserables Jahr für Börsenplatzierungen retten. Bis Mitte September lagen Börsengänge, Kapitalerhöhungen und Paket-Verkäufe in Deutschland angesichts des Ukraine-Kriegs auf dem niedrigsten Stand in diesem Jahrtausend. Als Belohnung für die Platzierung der Aktien winken ihnen bis zu 125 Millionen Euro, wie aus dem 820 Seiten starken Börsenprospekt hervorgeht. Organisiert wird der Börsengang von den US-Investmentbanken Bank of America (BofA), Citigroup, Goldman Sachs und JPMorgan. Elf weitere Banken sind involviert – auch als Anlaufstelle für die Kleinanleger, die Porsche ebenfalls umwirbt.

BONI FÜR DIE CHEFS UND DIE BELEGSCHAFT

Auch Porsche- und VW-Chef Oliver Blume hat ein finanzielles Interesse am Gelingen des Börsengangs. In den acht Tagen bis zum Ende der Zeichnungsfrist wirbt er in einem Besprechungs-Marathon bei Investoren weltweit für die Aktien. Laut Prospekt könnte er für einen erfolgreichen Börsengang bis zu 4,725 Millionen Euro in Form virtueller Aktien bekommen, wenn sich die Porsche-Aktie auch nach der für den 29. September geplanten Erstnotiz positiv entwickelt. Realistisch sei in der Preisspanne aber ein Betrag, der bei weniger als der Hälfte liege, sagte eine mit den Plänen vertraute Person.

Den 37.800 Mitarbeitern winke „für ihre außergewöhnliche Leistung in den vergangenen Jahren“ eine Prämie von rund 2000 Euro, wie sie auch VW für den Börsengang versprochen hat, hieß es in Unternehmenskreisen. Im Prospekt ist von einem Bonustopf von bis zu 250 Millionen Euro die Rede – das wäre mehr als das Dreifache pro Mitarbeiter. Um diese Summe auszuschöpfen, hätte die Bewertung von Porsche aber noch höher ausfallen müssen.

Run auf Porsche-Aktien – Börsengang vielfach überzeichnet

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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