OSZE berichtet von Gefechten in der Ost-Ukraine

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Kiew/Moskau, 17. Feb (Reuters) – In der Ost-Ukraine ist es nach Darstellung der OSZE-Beobachter vor Ort am Donnerstag zu Gefechten gekommen. Demnach habe es einen Artillerie-Beschuss gegeben, wie es aus diplomatischen Kreisen unter Berufung auf die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hieß. Das ukrainische Militär berichtete, aus dem Gebiet der pro-russischen Separatisten sei bei Luhansk auf eine Ortschaft geschossen worden. Dabei sei ein Kindergarten getroffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

Die ukrainische Armee dementierte zugleich einen Beschuss von Stellungen pro-russischer Separatisten. Obwohl man mit Artillerie beschossen worden sei, sei das Feuer nicht erwidert worden, sagte ein Sprecher der Regierungstruppen zu Reuters. Die von Russland unterstützten Rebellen warfen ukrainischen Truppen dagegen vor, ihr Territorium angegriffen zu haben. Die Streitkräfte hätten bei vier Angriffen in den vergangenen 24 Stunden Mörser, Granatwerfer und ein Maschinengewehr eingesetzt, erklärten Vertreter der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk. Von unabhängiger Stelle konnten die Darstellungen beider Seiten weder bestätigt noch dementiert werden.

Die Berichte standen im Widerspruch zu den jüngsten Erklärungen aus Moskau, wonach Russland seine Truppen im Grenzgebiet zur Ukraine nach Manövern teilweise wieder in die Kasernen zurückbeordern würde. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen ist das Gegenteil der Fall. Demnach baut Russland seine Truppen in den Grenzregionen aus. „Gestern hat die russische Regierung erklärt, sie ziehe ihre Truppen von der Grenze zur Ukraine ab. Jetzt wissen wir, dass das nicht stimmte“, sagte ein US-Regierungsvertreter. Die USA gingen davon aus, dass im Grenzgebiet zusätzlich 7000 russische Soldaten eingetroffen seien.

Ukraine

„WIR HABEN KEINE BEWEISE“

US-Außenminister Antony Blinken sagte in einem Interview mit MSNBC: „Es gibt das, was Russland sagt. Und dann gibt es das, was Russland tut. Und wir haben keinen Rückzug der Streitkräfte gesehen.“ Es seien Einheiten zu beobachten, die sich auf die Grenze zubewegten und nicht von der Grenze weg. Diesen Eindruck gewann auch der britische Geheimdienst. „Wir haben keine Beweise dafür gesehen, dass Russland seine Truppen von den Grenzen der Ukraine abgezogen hat. Im Gegensatz zu seinen Beteuerungen baut Russland seine militärischen Fähigkeiten in der Nähe der Ukraine weiter aus“, sagte Generalleutnant Jim Hockenhull vom Nachrichtendienst des Militärs. „Russland verfügt über die militärische Stärke für eine Invasion in die Ukraine.“

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die russische Darstellung eines teilweisen Truppenanzugs aus dem Grenzgebiet zurück. Zu „Bild“ sagte Selenskyj: „Wir glauben nicht, was wir hören, sondern nur das, was wir sehen. Bislang gibt es für einen Truppen-Abzug keine Bestätigung.“ Der Präsident äußerte sich zurückhaltend zu den Ergebnissen des Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz in Moskau am Dienstag. „Ich bin weder zufrieden noch unzufrieden“, sagte Selenskyj. „Wir haben zum Ergebnis des Treffens noch wenig Details.“ 

OSZE berichtet von Gefechten in der Ost-Ukraine

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