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OMV-Chef – Weitere Abschreibungen bei russischem Gasfeld möglich

Wien, 05. Mai (Reuters) – Der Chef des Wiener Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV, Alfred Stern, schließt weiteren Abschreibungsbedarf für sein russisches Gasfeld Juschno-Russkoje nicht aus. „Je nachdem, was noch passiert, kann weiterer Wertberichtigungsbedarf entstehen, da wir Juschno noch nicht zur Gänze abschreiben konnten“, sagte der Manager der Tageszeitung „Kurier“ (Donnerstagausgabe). 

Die OMV hatte sich vor fünf Jahren mit einem Anteil von 24,99 Prozent an dem Erdgasfeld in Westsibirien beteiligt. Die Beteiligung kaufte sie damals dem deutschen Energieversorger Uniper für rund 1,7 Milliarden Euro ab. Laut Stern hat die OMV hier das Länder-Risiko unterschätzt. „Die Investitionen ins Gasfeld Juschno-Rosskoje und die Finanzierung der Pipeline Nord Stream 2 wurden nach der Besetzung der Krim getätigt. Das waren Fehlentscheidungen“. Die Russland-Projekte kommen der OMV jedenfalls teuer zu stehen. Für Nord Stream 2 und das Gasfeld wurden bereits Abschreibungen von jeweils einer Milliarde Euro nötig. 

Nach Kriegsausbruch in der Ukraine hat die OMV beschlossen, Russland den Rücken zu kehren. Derzeit prüft der Konzern die strategischen Optionen für Juschno-Rosskoje, das zu den größten Gasfeldern Russlands zählt. 

Bezüglich der Gaslieferverträge mit Gazprom arbeite die OMV nach wie vor an einem sanktionskonformen Vorschlag für die Zahlungsmodalitäten. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel“, sagte Stern. Bis heute habe der russische Gasriese vertragsgemäß geliefert. Sollten die Gaslieferungen ausbleiben, wird laut Stern die europäische Solidarität ausschlaggebend sein.

„Dass wir uns einigen, wie wir das wenige Gas, das verfügbar ist, auf die verschieden Länder über die vorhandene Infrastruktur verteilen“. Wie das geregelt werden könnte, könne er nicht sagen. „Aus der Historie würde ich davon ausgehen, dass das hektisch wird“, sagte er. Eines sei aber klar: „Kein Gas mehr aus Russland und niedrige Preise, das geht sich nicht aus. Das kostet etwas“.

OMV-Chef – Weitere Abschreibungen bei russischem Gasfeld möglich

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Wichtige Entwicklungen zur Ukraine.

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