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Montag, Dezember 5, 2022

Novartis will Generika-Sparte Sandoz an die Börse bringen

Expertenmeinungen

Zürich, 25. Aug – Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will seine Generika-Tochter Sandoz in die Unabhängigkeit entlassen. Das Geschäft mit den Nachahmermedikamenten soll abgespalten und an die Schweizer Börse SIX gebracht werden, wie der Arzneimittelhersteller aus Basel am Donnerstag mitteilte. In den USA sollen zudem American Depositary Receipts (ADS) gelistet werden.

Seinen Firmensitz soll Sandoz in der Schweiz haben und Richard Saynor soll Chef des Unternehmens bleiben. Mit einem Börsenwert von 20 Milliarden Dollar oder mehr wäre Sandoz der größte Neuzugang an der Schweizer Börse seit Alcon: Das ebenfalls aus dem Novartis-Konzern abgespaltene schweizerisch-amerikanische Augenheilunternehmen brachte es bei seinem Debüt im Jahr 2019 auf 28 Milliarden Dollar Börsenwert.

Novartis treibt mit dem Schritt seine Ausrichtung auf das lukrative Geschäft mit patentgeschützten Medikamenten voran. Die Abspaltung von Sandoz sei im besten Interesse der Aktionäre, erklärte Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt. „Eine Ausgliederung würde es unseren Aktionärinnen und Aktionären ermöglichen, von den potenziellen künftigen Erfolgen einer stärker fokussierten Novartis und einer eigenständigen Sandoz zu profitieren.“ Das letzte Wort scheint indes noch nicht gesprochen. Novartis würde ein sehr gutes Kaufangebot für Sandoz noch in Erwägung ziehen, sagte Konzernchef Vasant Narasimhan. „Ich kann nicht ausschließen, dass wir, wenn jemand mit einem sehr, sehr attraktiven Angebot käme, es in Betracht ziehen müssten.“ Das wahrscheinlichste Szenario sei allerdings der Börsengang.

Nachdem der Konzern Sandoz im vergangenen Oktober auf den Prüfstand gestellt hatte, hatten viele Analysten und Branchenexperten auf einen Verkauf des Geschäfts an einen Konkurrenten oder Finanzinvestoren gesetzt. Wegen der inzwischen verschlechterten Marktbedingungen und den Problemen der Generika-Branche, die mit Preisdruck kämpft, rückte eine Abspaltung mit anschließender Börsennotiz zuletzt wieder in den Vordergrund. Die Finanzierung von Deals ist in den vergangenen Monaten merklich teurer geworden, weil Notenbanken weltweit zur Eindämmung der ausufernden Inflation die Zinsen stark erhöhen. Novartis-Chef Narasimhan zufolge gab es Interessenten für Sandoz, darunter auch Private-Equity-Firmen. Ein verbindliches Kaufangebot sei aber nicht eingegangen.

UMBAU VON NOVARTIS AUF DER ZIELGERADEN

Zum Wert von Sandoz hielt sich der Novartis-Chef bedeckt. Analysten zufolge könnte Sandoz 20 Milliarden Dollar oder mehr auf die Waage bringen. Einzelne Branchenkenner halten für Sandoz sogar ein Preisschild von 40 Milliarden Dollar für möglich. Der israelische Rivale Teva ist an der Börse aktuell knapp 37 Milliarden Dollar wert, US-Konkurrent Viatris gut zwölf Milliarden Dollar.

Der Ausgliederung von Sandoz müssen unter anderem noch die Novartis-Aktionäre zustimmen. Novartis macht die Transaktion zudem vom Marktumfeld und anderen Bedingungen abhängig. Details einschließlich des geplanten Aufteilungsverhältnisses will der Konzern zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Der Abschluss wird im zweiten Halbjahr 2023 erwartet. 

Sandoz trug vergangenes Jahr mit knapp zehn Milliarden Dollar Verkaufserlösen etwa ein Fünftel zum Novartis-Jahresumsatz bei, hinkt in punkto Rentabilität dem dominierenden Geschäft mit patentgeschützten Arzneien aber hinter. Novartis stellt derzeit seine Hauptsparte – genannt Innovative Medicines – neu auf und richtet sie stärker auf den bedeutenden US-Markt aus. Der Umbau wird 8000 Stellen oder rund sieben Prozent der Belegschaft den Job kosten.

An der Börse schlug die Neuigkeit keine großen Wellen. Mit einem Kursplus von 0,6 Prozent entwickelte sich Novartis im Rahmen der europäischen Gesundheitswerte.

Novartis will Generika-Sparte Sandoz an die Börse bringen

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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