Konjunktursorgen setzen Europas Börsen erneut zu

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Frankfurt, 23. Sep – Wegen trüber Konjunkturaussichten machen Anleger einen Bogen um europäische Aktien. Dax und EuroStoxx50 fielen am Freitag um jeweils etwa ein Prozent auf 12.402 und 3388 Punkte. „Dass zumindest Europa in eine Rezessionsphase eintritt, wird inzwischen nur noch von den wenigsten bezweifelt“, sagte Analyst Jens Herdack von der Weberbank. Da die heimische Wirtschaft sowohl unter den Zinserhöhungen der Notenbanken als auch unter der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise leide, werde der Abschwung voraussichtlich deutlicher ausfallen als in den USA. 

Bestätigt sahen sich die Konjunkturpessimisten von den deutschen Einkaufsmanager-Indizes, denen zufolge die deutsche Wirtschaft im September überraschend stark geschrumpft ist. In der Euro-Zone liefen die Geschäfte so schlecht wie zuletzt vor mehr als eineinhalb Jahren.

Der Euro setzte seine Talfahrt fort und markierte mit 0,9753 Dollar erneut ein 20-Jahres-Tief. „Offensichtlich glaubt die Mehrheit auf dem Parkett nicht, dass die Europäische Zentralbank mit dem hohen Straffungstempo der US-Notenbank Fed Schritt halten kann“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. 

ITALIEN-WAHL WIRFT SCHATTEN VORAUS – ROHSTOFFE BILLIGER

Ein weiterer Belastungsfaktor seien die anstehenden Parlamentswahlen in Italien, fügte Altmann hinzu. Das in Umfragen führende rechte Wahlbündnis sei weniger EU-freundlich als die bisherigen Regierungen. Daher müssten sich Investoren vor allem bei italienischen Staatsanleihen auf Kursausschläge gefasst machen. Am Freitag waren sie aber wie ihre deutschen Pendants als Alternative zu Aktien gefragt. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf 4,195 Prozent. 

Aus Rohstoffen zogen sich Investoren zurück. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um knapp zwei Prozent auf 88,83 Dollar je Barrel (159 Liter). „Angesichts der beschleunigten Zinserhöhungen der großen Notenbanken überschattet das Risiko einer weltweiten Rezession die Angebotsprobleme – ungeachtet der jüngsten Eskalation des Ukraine-Kriegs“, sagte Analystin Tina Teng vom Brokerhaus CMC Markets. Mit Industriemetallen ging es ebenfalls abwärts. Kupfer büßte 2,3 Prozent auf 7503 Dollar je Tonne ein. 

CREDIT SUISSE AUF REKORDTIEF

Am deutschen Aktienmarkt sorgte Hypoport mit einem Rekord-Kurssturz von fast 40 Prozent für Aufsehen. Mit 89 Euro waren die Aktien so billig wie zuletzt vor fünfeinhalb Jahren. Der Finanzvermittler hatte wegen einer schwachen Nachfrage seine Gesamtjahresziele ausgesetzt. Das Unternehmen sollte nicht mehr zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Betriebsgewinn anstreben, sondern Kosten reduzieren, um die aktuelle Krise zu meistern, riet Analyst Simon Keller vom Bankhaus Hauck Aufhäuser Lampe. Er stufte die Titel auf „Sell“ von „Hold“ herunter und kürzte das Kursziel auf 70 von 205 Euro. 

In Zürich rutschten die Titel von Credit Suisse um bis zu 8,3 Prozent und waren mit 4,26 Franken so billig wie nie. Insidern zufolge lotet die krisengeschüttelte Bank die Bedingungen für eine Kapitalerhöhung aus. Analyst Christian Schmidinger von der Züricher Kantonalbank bezifferte den Kapitalbedarf auf bis zu vier Milliarden Franken (4,2 Milliarden Euro).

Konjunktursorgen setzen Europas Börsen erneut zu

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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