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Mittwoch, November 30, 2022

Konjunktursorgen drücken Europas Börsen erneut ins Minus

Expertenmeinungen

Frankfurt, 11. Okt – Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des strammen Zinserhöhungskurses der großen Notenbanken und des Kriegs in der Ukraine ziehen sich weitere Anleger aus den europäischen Aktienmärkten zurück. Dax und EuroStoxx50 fielen am Dienstag um jeweils ein halbes Prozent auf 12.211 beziehungsweise 3341 Punkte. „Solange die konjunkturellen Aussichten so düster und die politischen Risiken so hoch sind, traut sich kaum jemand an Aktien ran“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Die günstigen Bewertungen reichen den meisten im Moment als Kaufargument nicht aus.“ 

Auch an den Rohstoffmärkten waren die Konjunkturpessimisten in der Überzahl. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 94,97 Dollar je Barrel (159 Liter) und Kupfer um 0,8 Prozent auf 7515 Dollar je Tonne. Hier drücke zusätzlich das Wiederaufflammen der Coronavirus-Pandemie beim Top-Abnehmer China auf die Stimmung, sagten Börsianer.

BOE GREIFT ERNEUT IN ANLEIHEMARKT EIN – PFUND FÄLLT

Parallel dazu zwangen die jüngsten Kursturbulenzen am Anleihemarkt die Bank von England (BoE) zum erneuten Eingreifen. Sie kündigte Not-Käufe inflationsgeschützter Bonds an, nachdem die Rendite der zehnjährigen Papiere zum Wochenauftakt auf ein Rekordhoch von 1,356 Prozent gestiegen war. Die neuen Geldspritzen der Notenbank drückten das Pfund Sterling bis zu 0,5 Prozent ins Minus auf 1,0996 Dollar. 

„Das wirkt alles ziemlich chaotisch und panisch“, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die BoE werde sicher noch öfter eingreifen müssen, um Schlimmeres zu verhindern. „Märkte sind wie Kleinkinder: Sie testen ständig ihre Grenzen aus, überreagieren wild und versuchen ständig zum ungünstigsten Zeitpunkt das größtmögliche Chaos anzurichten.“ 

FUSIONSSPEKULATIONEN UM QIAGEN – SYMRISE IM MINUS

Am Aktienmarkt stach Qiagen mit einem Kurssprung von zeitweise gut sieben Prozent heraus. Dem „Wall Street Journal“ zufolge verhandelt der Diagnostik-Konzern mit dem US-Rivalen Bio Rad über eine Fusion. Ein Zusammenschluss würde beiden Unternehmen Vorteile bieten, kommentierte Analyst Odysseas Manesiotis von der Berenberg Bank. Allerdings sei vor dem Hintergrund der gescheiterten Übernahme durch Thermo Fisher unklar, ob die Qiagen-Eigner dieses Mal einem Deal zustimmen werden. Außerdem gebe es einige kartellrechtliche Hürden. 

Unter Verkaufsdruck geriet dagegen Symrise. Die Titel des Aromen-Herstellers fielen wegen enttäuschender Geschäftszahlen des Rivalen Givaudan um 3,6 Prozent. Die Umsätze des Schweizer Konzerns seien weniger stark gestiegen als erwartet, monierte Analyst Charlie Bentley von der Investmentbank Jefferies. Givaudan-Titel fielen in Zürich zeitweise um sieben Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 2819 Franken und steuerten auf den größten Tagesverlust seit dem Börsen-Crash vom März 2020 zu. 

Konjunktursorgen drücken Europas Börsen erneut ins Minus

Quelle: Reuters

Titelfoto: Symbolfoto

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